LUKB Mastercard Silber im Test: CHF 100 Jahresgebühr, mit Privatkonto blu ab 16 Jahren dauerhaft gratis, surprize-Punkte ohne CHF-Kurs, Note 3.6
LUKB Mastercard Silber im Test: warum das Jugendkonto blu die Jahresgebühr für immer streicht, nicht dein Vermögen
Die Luzerner Kantonalbank (LUKB) staffelt ihre Kreditkarten in drei Stufen, Mastercard Silber oder Visa Classic als Einstieg, wahlweise mit einem der beiden Netzwerke, für 100 Franken Jahresgebühr auf der Hauptkarte. Neu dazugekommene Kundinnen und Kunden zahlen davon im ersten Jahr nur die Hälfte. Der eigentliche Kniff sitzt aber woanders als bei den beiden grösseren Schwesterbanken: Nicht eine Vermögensschwelle wie bei der Basler Kantonalbank, nicht ein Bankpaket wie bei der Zürcher Kantonalbank entscheidet über einen dauerhaften Rabatt, sondern ein Jugendkonto. Ab 16 Jahren, mit einem Privatkonto blu bei der LUKB und der entsprechenden Bonität, entfällt die Jahresgebühr komplett und für immer, nicht bloss im ersten Jahr. Das Bonusprogramm surprize läuft parallel dazu: 1 Punkt pro Franken Einkauf, 10’000 geschenkte Punkte bei Neueröffnung, allerdings ohne einen Frankenbetrag, zu dem sich diese Punkte je einlösen liessen, und ohne den lässt sich keine ernsthafte Cashback-Quote berechnen.
Gelesen für diesen Test: die LUKB-Kreditkarten-Broschüre (Ausgabe 7306-3-II.26, inklusive Preisliste und Versicherungstabelle), die Produktseite der Mastercard Silber / Visa Classic sowie die Versicherungsbedingungen von Viseca und Allianz. Zu Stimmen aus dem Forum kam diese Seite dagegen nicht, aus gutem Grund, den der nächste Abschnitt offenlegt. Kurz zusammengefasst: eine unaufgeregte Basiskarte einer kleinen Kantonalbank, bei der die Rabattlogik an ein Jugendkonto statt an Vermögen oder ein Bankpaket hängt, mit einer soliden, aber medizinisch lückenhaften Reiseversicherung. Note 3.6.
Das Wichtigste in Kürze
- CHF 100 im Jahr kostet die Hauptkarte, im ersten Jahr für alle Neukundinnen und Neukunden auf CHF 50 reduziert. Wer ab 16 Jahren ein Privatkonto blu bei der LUKB hat und die entsprechende Bonität erfüllt, zahlt die Jahresgebühr dauerhaft nie, alle anderen ab dem zweiten Jahr die vollen CHF 100. Bei der Referenzrechnung dieser Seite (CHF 2’000 Kartenumsatz pro Monat, davon 15 Prozent im Ausland getätigt) macht das netto rund CHF 163 im Jahr zum vollen Preis, aber nur rund CHF 63, sobald das Privatkonto blu die Jahresgebühr streicht und lediglich die Fremdwährungskosten übrig bleiben; surprize-Punkte sind dabei nicht eingerechnet, weil kein CHF-Kurs existiert. Zum Rechner weiter unten.
- Pro Franken Einkauf gibt es automatisch 1 surprize-Punkt, dazu 10’000 Willkommenspunkte bei Neueröffnung; einen Deckel kennt das Programm nicht, doch die LUKB verrät nirgends, was ein Punkt in Franken wert ist.
- Fremdwährungskäufe kosten offiziell 1.75 Prozent. Moneyland hat unabhängig gemessen, wie stark der tatsächlich verwendete Kurs abweicht (Stichprobe an 13 Tagen im April und Mai 2025), und kam für die Prozessorkategorie «Viseca/Mastercard» auf rund 1.9 Prozent, ohne dabei einzelne Banken zu nennen.
- Reiseannullation bis CHF 10’000, Reiseunterbruch bis CHF 7’500, ein Transportmittelunfall bis CHF 300’000 sowie Such- und Rettungskosten bis CHF 60’000 sind Teil der Jahresgebühr, ganz ohne Zusatzpolice. Ausgerechnet die medizinische Seite fehlt: keine Auslandsheilkosten, keine Reise-Assistance, das gibt es laut Broschüre erst mit der Gold-Karte.
- Für Bargeld gilt an jedem der vier Bezugswege dieselbe Kommission, 4 Prozent (mindestens CHF 10), sogar am eigenen LUKB-Bancomaten: Ein Heimvorteil existiert bei dieser Bank nicht.
- 7 Bewertungen bei 2.7 von 5 auf Trustpilot für lukb.ch sind statistisch praktisch bedeutungslos; die deutlich grössere Stichprobe der App «one» zeichnet mit 4.71 von 5 (84’674 Bewertungen) ein ganz anderes Bild. Die Teilnote «Stimmen im Netz» aus diesem Zwiespalt: 3.5.
Kartendaten
- Jahresgebühr
- CHF 100CHF 100/Jahr Hauptkarte, halber Preis im ersten Jahr. Kostenlos für Kunden ab 16 Jahren mit Privatkonto blu und entsprechender Bonität. Zusatzkarte CHF 25/Jahr. Ersatzkarte CHF 20.
- Punkte
- surprize: 1 Punkt pro CHF + 10’000 Willkommenspunkte bei NeueröffnungKeine Obergrenze angegeben, punktebasiert
- Fremdwährungsgebühr
- 1.75%Offiziell. Unabhängig gemessener Kursaufschlag: rund 1.9% (moneyland.ch)
- Zins
- Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
- Zinsfreie Tage
- Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
- Bargeldbezug
- 4%, mind. CHF 10Gilt für Bargeldbezug an Bancomaten und Schaltern weltweit. Kommission Glücksspiele (Lotto, Wett- und Casinotransaktionen, exkl. Swisslos/Loterie Romande) ebenfalls 4%, mind. CHF 10; Kommission Geldtransfer/Quasi Cash (Kryptowährungskauf, Kontoaufladung, Geldtransfer über Drittanbieter) 4%, max. CHF 10. Quelle: LUKB-Kreditkarten-Broschüre 7306-3-II.26.
- Reiseversicherung
- EnthaltenReiseannullationsversicherung bis CHF 10’000, Reiseunterbruch bis CHF 7’500, Transportmittelunfall bis CHF 300’000, Such-/Rettungskosten bis CHF 60’000, Gepäckverspätungsversicherung bis CHF 500, 24h-Assistance inbegriffen. Annullation, Unterbruch, Transportmittelunfall und Gepäckverspätung setzen voraus, dass mindestens 60% der Reise mit der Karte bezahlt wurden; Such-/Rettungskosten und 24h-Assistance gelten ohne Kartenzahlungsquote.
- Zahlungsnetzwerk
- Mastercard / Visa
- Voraussetzungen
- 16 Jahre (für die gebührenfreie Silber-Variante mit Privatkonto blu und entsprechender Bonität; allgemeines Mindestalter für die eigenständige Karte nicht separat angegeben), nicht angegeben
Was dir die Karte bei deinem Ausgabenniveau zurückgibt
Zieh am Regler und stell die LUKB Mastercard Silber / Visa Classic neben die TCS Travel Mastercard Gold. Dieselbe Rechnung wie auf der Startseite: Bonuswert minus Jahresgebühr, aus den Kartendaten. Die Rückvergütung ist nicht die Note: dort wiegen auch Schutz und Kosten mit.
Berechnet als Vorteil minus Jahresgebühr, bei monatlich vollständig beglichener Rechnung.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Die Jahresgebühr entfällt dauerhaft für Kunden ab 16 Jahren mit Privatkonto blu und entsprechender Bonität; für alle anderen Neukundinnen und Neukunden kostet das erste Jahr nur die Hälfte von CHF 100.
- Das Bonusprogramm surprize gibt 1 Punkt pro CHF Umsatz plus 10’000 Willkommenspunkte bei Neueröffnung, ohne festgelegte Obergrenze; einen prozentualen Cashback-Wert legt LUKB dafür allerdings nicht offen.
- Die Reiseversicherung deckt Annullierung der Reise bis CHF 10’000, Reiseunterbruch bis CHF 7’500, Transportmittelunfall bis CHF 300’000 sowie Such- und Rettungskosten bis CHF 60’000 pro Ereignis, dazu Gepäckverspätung bis CHF 500 und 24-Stunden-Assistance, ohne Aufpreis in der Jahresgebühr enthalten.
- Zusätzlich sind Garantieverlängerung bis CHF 2’000, Bestpreis-Garantie bis CHF 2’000, Einkaufs- und Transportversicherung bis CHF 1’000, Online-Kontoschutz bis CHF 5’000 und Online-Rechtsschutz bis CHF 5’000 inbegriffen.
Nachteile
- Ohne Privatkonto blu oder ohne die Alters- und Bonitätsbedingung wird ab dem zweiten Jahr die volle Jahresgebühr von CHF 100 fällig: Der Rabatt für das erste Jahr gilt einmalig.
- Der Bargeldbezug kostet einheitlich 4%, mindestens CHF 10, an Bancomaten und Schaltern weltweit, ohne Vorzugssatz gegenüber Einstiegskarten anderer Banken.
- Für Kryptowährungskauf, Kontoaufladungen und Geldtransfer über Drittanbieter fällt eine Kommission von 4% bis maximal CHF 10 an, für Glücksspieltransaktionen (Lotto, Wetten, Casino) 4% mindestens CHF 10: zwei unterschiedliche Gebührengrenzen, die in der Broschüre leicht verwechselt werden können.
- Eine medizinische Reise-Assistance mit Auslandsheilkosten und Rückführung ist auf dieser Stufe nicht inbegriffen, ebenso wenig Mietwagen-Selbstbehalt- oder Vollkaskoversicherung, Gepäckversicherung bei Diebstahl oder Verlust, Ticketversicherung oder Priority-Pass-Lounge-Zugang: Das gibt es laut Broschüre erst ab der Gold- beziehungsweise Platinum-Karte.
- Rechtlich ist Viseca Card Services SA der Kartenherausgeber, nicht die LUKB direkt: Versicherungs-, Reklamations- und Sperrentscheide liegen bei Viseca, nicht bei der eigenen Bank.
- Ein Jahreszins oder effektiver Jahreszins für die Karte ist nicht veröffentlicht, ebenso wenig die Anzahl zinsfreier Tage zwischen Einkauf und Rechnungsstellung, eine Teilzahlungsoption oder ein Mindesteinkommen.
- Eine unabhängige Messung (Moneyland Swiss Credit Card Cost Study 2025, Stichprobe an 13 Tagen im April und Mai 2025) fand für die Prozessorkategorie «Viseca/Mastercard» einen tatsächlichen Wechselkursaufschlag von rund 1.9%; die Studie weist die Zahl nicht bankspezifisch aus, LUKB-Karten werden aber ebenfalls von Viseca herausgegeben und dürften darunterfallen.
- Trustpilot bewertet lukb.ch mit 2.7 von 5 Sternen, allerdings bei nur 7 Bewertungen insgesamt: eine derart kleine Stichprobe lässt keine verlässliche Aussage über die tatsächliche Kundenzufriedenheit zu.
Das Urteil in einem Satz: Wer ein Privatkonto blu ab 16 Jahren mit entsprechender Bonität führt, oder ohnehin eine LUKB-Bankbeziehung pflegt, bekommt eine gratis mitversicherte Reisedeckung für Annullation und Unfall; ehrlich unbeziffert bleibt dabei das Punkteprogramm, und weder eine medizinische Reisekomponente noch ein Lounge-Zugang gehören zu dieser Kartenstufe.
LUKB Mastercard Silber Erfahrungen: warum das Netz zu dieser Karte komplett schweigt
Zu dieser Karte im Speziellen gibt es im Schweizer Netz keine einzige wörtliche Stimme, und die Suche war entsprechend breit: Reddit über die Archivwerkzeuge pullpush und arctic-shift (mehr als 79 Kommentartreffer allein für den Suchbegriff «lukb» gelesen, dazu gezielte Zweiwortsuchen wie «lukb kreditkarte», «lukb viseca» oder «lukb bargeld»), das Finanzrudel-Forum, die Schwiizerfranke-Community, moneyland.ch über eine vollständige Durchsuchung sämtlicher Forenseiten via Wayback Machine sowie englishforum.ch. Das Ergebnis ist überall gleich: «lukb» taucht auf, aber praktisch ausschliesslich als Bankthema, Sparkonto, E-Banking, Säule-3a-Fonds, Baufinanzierung, Twint, nie im Zusammenhang mit einer Kreditkarte oder gar der Silber-Stufe im Besonderen.
Das ist eine bestätigte, nahezu totale Nullernte, keine offene Lücke in der Recherche, und sie fällt sogar noch dünner aus als bei der Basler Kantonalbank, wo immerhin drei Stimmen zur gemeinsamen Viseca-App «one» gefunden wurden: Der Suchbegriff «lukb+viseca» selbst ergab null Treffer, während derselbe Begriff bei der BKB wenigstens einen einzigen Treffer lieferte. Die naheliegende Erklärung: Die LUKB ist eine noch kleinere, stärker auf den Kanton Luzern konzentrierte Regionalbank mit einem entsprechend schmalen digitalen Fussabdruck. Ein einziger Kandidat kam der Sache nahe, eine Reddit-Stimme, die eine Gebühr bei einem Kreditkarten-Onramp über die LUKB erwähnt, nennt aber weder Kartenname noch Stufe noch Netzwerk und lässt offen, ob überhaupt eine LUKB-eigene Karte gemeint war. Zu unklar für eine Zuordnung, deshalb bleibt der Zitatabschnitt dieser Seite für dieses Kartenprodukt leer.
Zahlen gibt es dafür nur auf Ebene der Bank und der geteilten App, nicht der einzelnen Karte: lukb.ch steht auf Trustpilot bei 2.7 von 5 Sternen, bei einer derart kleinen Stichprobe von nur 7 Bewertungen, dass sich daraus keine verlässliche Aussage über die tatsächliche Kundenzufriedenheit ableiten lässt. Die App «one», die auch die LUKB-Kreditkarten verwaltet und mit der Basler und Zürcher Kantonalbank geteilt wird, erreicht im App Store dagegen 4.71 von 5 bei 84’674 Bewertungen, dieselben Werte, die auch bei den Kantonalbank-Geschwistern in die Teilnote «Stimmen im Netz» einfliessen.
Das surprize-Bonusprogramm: Punkte ohne veröffentlichten Kurs
Jeder Einkauf mit der Silber-Karte sammelt automatisch 1 surprize-Punkt pro Franken, ohne Obergrenze laut Broschüre, dazu einmalig 10’000 Willkommenspunkte bei Neueröffnung. Was komplett fehlt, ist die einzige Zahl, die wirklich zählt: ein Frankenwert pro Punkt. Ohne sie bliebe jede Cashback-Prozentangabe erfunden, und das leistet sich diese Seite nicht.
Auch aus dem Forum lässt sich diese Lücke nicht schliessen, weil es zur Silber-Karte, wie der vorherige Abschnitt zeigt, keine einzige Stimme gibt. Bei der grösseren Schwesterbank ZKB nennt wenigstens eine Stimme im selben Viseca-Ökosystem einen eigenen Jahresertrag; bei der LUKB fehlt selbst dieser inoffizielle Anhaltspunkt. Weder eine offizielle noch eine aus dem Forum geliehene Zahl fliesst deshalb in diese Bewertung ein.
Fremdwährungsaufschlag: was die Moneyland-Messung wirklich zeigt
1.75 Prozent Bearbeitungsgebühr nennt die LUKB offiziell für Fremdwährungskäufe, ebenso für Frankenzahlungen bei einer ausländischen Akzeptanzstelle. Wer die Zahl dahinter sucht, findet sie nicht bei der LUKB, sondern bei Viseca Card Services SA: Dort läuft die eigentliche Kursumrechnung.
Ob dieser offizielle Satz auch dem tatsächlichen Kursaufschlag entspricht, hat moneyland.ch unabhängig nachgemessen: Eine Stichprobe an 13 Tagen im April und Mai 2025 ergab für die Prozessorkategorie «Viseca/Mastercard» einen tatsächlichen Aufschlag von rund 1.9 Prozent, ohne einzelne Banken namentlich zu nennen. Da LUKB-Karten über denselben Prozessor laufen, dürfte diese Kategorie zutreffen. Die Differenz zur offiziellen 1.75-Prozent-Gebühr beträgt 0.15 Prozentpunkte, unterhalb der Ein-Prozentpunkt-Schwelle, ab der die Kostenformel dieser Seite einen zusätzlichen Abzug vorsieht: kein Effekt auf die Note.
Reiseversicherung: solide Basis, aber keine medizinische Komponente
Was in der Silber-Karte tatsächlich fehlt, fällt stärker ins Gewicht als das, was sie mitbringt: Eine medizinische Komponente gibt es auf dieser Stufe schlicht nicht, keine Auslandsheilkosten, keine Reise-Assistance im Krankheitsfall. Wer im Ausland ernsthaft erkrankt, trägt dieses Risiko selbst; erst die Gold-Karte schliesst diese Lücke laut Broschüre. Auch ein Mietwagenschutz fehlt komplett, ebenso ein Priority-Pass-Zugang: Von den drei LUKB-Kartenstufen ist Silber die einzige ganz ohne Lounge-Mitgliedschaft, und selbst wer sie mit Gold bekommt, zahlt für den eigentlichen Lounge-Zutritt noch extra. Kostenlosen Zutritt gibt es laut Broschüre erst ab Platinum.
Was die Karte dafür trägt, ist eine Versicherung von Allianz (AWP P&C S.A., Zweigniederlassung Wallisellen), automatisch und ohne Zusatzprämie über den Vertriebspartner Viseca eingeschlossen. Bei einer abgesagten Reise zahlt sie bis CHF 10’000 pro Ereignis, bei einer abgebrochenen bis CHF 7’500, dazu Gepäckverspätung bis CHF 500 sowie zwei deutlich höhere Summen für echte Notfälle unterwegs: Such- und Rettungskosten bis CHF 60’000 und ein Transportmittelunfall mit Todesfolge oder Invalidität bis CHF 300’000. Eine 24-Stunden-Assistance gehört ebenfalls dazu. Fast überall gilt dieselbe Hürde: Die Reisekosten müssen zu mindestens 60 Prozent mit der Karte beglichen worden sein, eine Ausnahme bilden Such- und Rettungskosten sowie einige Servicebausteine ohne diese Zahlungspflicht.
Daneben deckt die Karte auch Käufe ab: einen Online-Kontoschutz bis CHF 5’000, eine um 12 Monate verlängerte Garantie bis CHF 2’000, einen Einkaufsschutz bis CHF 1’000 pro Ereignis und eine Bestpreis-Garantie bis CHF 2’000. Für einen Online-Rechtsschutz bis CHF 5’000 ist statt Allianz die Dextra Rechtsschutz AG zuständig.
Kartenherausgeber Viseca, nicht die LUKB direkt
Formal ausgestellt wird die Silber-Kreditkarte von Viseca Card Services SA, nicht von der LUKB. Die App «one» kümmert sich um das Kreditkartenmandat, während Bankkonto und Bankbeziehung über LUKBs eigenes E-Banking laufen. Meldest du eine Sperrung, einen Betrugsverdacht oder eine Reklamation zu einer Kartenzahlung, landest du deshalb bei Viseca, nicht bei deiner Bankfiliale. Kontoführung und Bankbeziehung bleiben LUKB-Sache, das Kartenmandat bleibt Viseca-Sache, zwei getrennte Zuständigkeiten hinter derselben App «one».
Zu dieser Arbeitsteilung liefert das Forum bei der LUKB, anders als bei der grösseren BKB, keine einzige eigene Stimme, aus den bereits genannten Gründen: Die geteilte Viseca-Mechanik selbst ist aber dieselbe wie bei den anderen Kantonalbank-Kreditkarten im selben Ökosystem.
Kosten im Detail: Bargeldbezug, Zahlungsverzug und ein fehlender Zinssatz
Ob Schalter, fremde Bank in der Schweiz, Ausland oder der eigene LUKB-Bancomat: Für Bargeld verlangt die Karte überall dieselben 4 Prozent, mindestens 10 Franken, kein Rabatt für die eigene Infrastruktur. Erst die deutlich teurere Platinum-Karte drückt diesen Satz am Bancomaten auf 2.5 Prozent. Dieselben 4 Prozent gelten auch bei Glücksspielen (ausser Swisslos und Loterie Romande), dort allerdings als Mindestbetrag von 10 Franken. Bei Geldtransfers und Kryptowährungskäufen über Drittanbieter wirkt derselbe Prozentsatz umgekehrt: Hier sind die 10 Franken ein Deckel, keine Untergrenze, zwei Grenzwerte, die in der Broschüre zum Verwechseln ähnlich aussehen, obwohl sie in entgegengesetzte Richtungen wirken.
Zu Jahreszins, effektivem Jahreszins, zinsfreien Tagen oder einem Mindesteinkommen findet sich in der Broschüre keine Zahl. Bei verspäteter Zahlung wird immerhin eine Bearbeitungsgebühr von 20 Franken fällig, laut Preisübersicht identisch auf allen drei LUKB-Kartenstufen; einen Zinssatz für einen offen stehenden Betrag nennt dieselbe Übersicht daneben aber an keiner Stelle. Andere Anbieterinnen nennen wenigstens den gesetzlichen Höchstsatz von 12 Prozent für Teilzahlungen; bei der LUKB bleibt unklar, ob und zu welchem Zinssatz ein nicht beglichener Betrag überhaupt läuft, und auch eine eigentliche Teilzahlungsoption für diese Karte ist in keinem gelesenen Dokument beschrieben.
LUKB Silber, Gold und Platinum: was sich in der Kartenreihe ändert
Die Silber-Karte ist die unterste von drei LUKB-Kreditkartenstufen. Bei der Mastercard Gold / Visa Gold steigt die Jahresgebühr auf 200 Franken (auch als EUR/USD-Variante erhältlich), ebenfalls mit halbem Preis im ersten Jahr, allerdings ohne die dauerhafte Gratis-Bedingung der Silber-Stufe; pro Franken Einkauf gibt es dort 1.5 statt 1 surprize-Punkt bei den CHF-Karten, und die Willkommenspunkte verdoppeln sich auf 20’000. Genau die medizinische Lücke der Silber-Stufe schliesst Gold: Auslandsheilkosten und Rückführung bis 250’000 Franken, dazu ein Priority Pass, wobei der eigentliche Lounge-Zutritt für Gold-Karteninhaberinnen und -Karteninhaber weiterhin zusätzlich kostet, sowie eine Mietwagen-Selbstbehaltversicherung bis 10’000 Franken.
Noch eine Stufe darüber verlangt die Visa Platinum 550 Franken im Jahr (auch als EUR/USD-550-Variante); der Punktesatz klettert weiter auf das Doppelte des Silber-Werts (2 Punkte je Franken bei CHF-Karten, 30’000 Willkommenspunkte), dazu kommt ein eigener Umsatzbonus (halbe Gebühr ab 40’000 Franken, keine Gebühr ab 80’000 Franken Jahresumsatz). Beim Bargeldbezug sinkt die Kommission am Bancomaten in der Schweiz und im Ausland auf 2.5 Prozent, am Schalter weltweit bleiben es aber weiterhin 4 Prozent, kein durchgehender Premiumvorteil. Die Kommission für Glücksspiele entfällt bei Platinum komplett, und der Lounge-Zutritt ist mit Priority-Pass-Mitgliedschaften für physische Haupt- und Zusatzkarten diesmal tatsächlich gratis, ergänzt um eine Mietwagen-Vollkaskoversicherung bis 100’000 Franken und einen Concierge-Service. Was sich über alle drei Stufen hinweg nicht ändert: Viseca bleibt überall die rechtliche Herausgeberin, und zu Jahreszins oder Teilzahlung schweigt die Broschüre auf jeder einzelnen Stufe.
Hol dir die Karte nicht, wenn du ...
- ... wissen willst, was ein surprize-Punkt in Franken wert ist. Diese Zahl veröffentlicht die LUKB an keiner Stelle, jede Prozentangabe dazu wäre erfunden.
- ... im Ausland ernsthaft erkranken könntest und darauf vorbereitet sein willst. Auslandsheilkosten und Reise-Assistance gibt es auf dieser Stufe schlicht nicht, erst ab Gold.
- ... regelmässig eine Flughafen-Lounge nutzt. Silber ist die einzige LUKB-Stufe ganz ohne Priority Pass, und selbst bei Gold bleibt der Zutritt kostenpflichtig.
- ... weder ein Privatkonto blu ab 16 Jahren führst noch eines eröffnen willst. Ohne diese Kombination zahlst du ab dem zweiten Jahr die vollen CHF 100.
- ... genau wissen musst, wie eine unbezahlte Rechnung verzinst wird. Weder ein Jahreszins noch eine Teilzahlungsoption sind für diese Karte irgendwo dokumentiert.
Hol dir die Karte, wenn du ...
- ... ab 16 Jahren ein Privatkonto blu bei der LUKB führst oder eröffnen willst. Die Jahresgebühr entfällt dann dauerhaft, nicht bloss im ersten Jahr.
- ... eine gratis mitversicherte Reisedeckung ohne Zusatzpolice suchst. Annullation bis CHF 10’000, Transportmittelunfall bis CHF 300’000, direkt in der Jahresgebühr enthalten.
- ... fast nur in Franken zahlst und selten Bargeld beziehst. Fremdwährungsaufschlag und Bargeldkommission spielen dann kaum eine Rolle.
- ... eine kleine Regionalbank einer Grossbank vorziehst, obwohl dazu kaum jemand online schreibt. Die Viseca-Mechanik im Hintergrund ist dieselbe wie bei BKB und ZKB, nur das Forenecho fehlt fast vollständig.
LUKB Silber-Kreditkarte beantragen: Ablauf und Voraussetzungen
Der Antrag läuft über lukb.ch. Die Produktseite nennt für die kostenlose Variante eine klare Zielgruppe, Kundinnen und Kunden ab 16 Jahren mit Privatkonto blu und entsprechender Bonität; ein davon unabhängiges allgemeines Mindestalter für die Karte selbst steht an keiner Stelle. Über die eigentliche Zusage entscheidet, wie bei jedem Schweizer Kreditkartenantrag, die gesetzlich vorgeschriebene Bonitätsprüfung nach Konsumkreditgesetz.
Ist die Karte freigeschaltet, läuft surprize automatisch mit, ohne eigene Anmeldung. Für eine verlorene, gestohlene oder defekte Karte kostet der Ersatz 20 Franken. Wer eine zweite Person mit einer Zusatzkarte ausstatten will, zahlt dafür 25 Franken im Jahr, im ersten Jahr ebenfalls nur die Hälfte, sofern die Bestellung zusammen mit der Hauptkarte erfolgt. Verwaltet und im Notfall gesperrt wird die Karte über die App «one».
Roberts Urteil
Mein Urteil: Diese Karte belohnt vor allem eine bestimmte Lebensphase, nicht ein bestimmtes Vermögen oder ein bestimmtes Bankpaket. Wer als Jugendliche oder Jugendlicher ab 16 Jahren bereits ein Privatkonto blu bei der LUKB führt und die nötige Bonität mitbringt, zahlt für diese Karte schlicht nie etwas, ein Mechanismus, den ich bei keiner anderen Kantonalbank in dieser Form gesehen habe. Alle übrigen zahlen im ersten Jahr die Hälfte und ab dann die vollen 100 Franken, bekommen dafür aber eine solide Reisedeckung für Annullation, Unterbruch und Transportmittelunfall ohne einen einzigen zusätzlichen Franken Prämie. Zwei Dinge halten die Note trotzdem bei 3.6. Zum einen bleibt surprize eine reine Punktesammlung ohne Frankenwert, und zu dieser Karte gibt es im ganzen durchsuchten Schweizer Netz schlicht keine einzige Stimme, die diesen Wert aus eigener Erfahrung einordnen könnte. Zum anderen ist die Reiseversicherung nur solide, nicht vollständig: Wer im Ausland ernsthaft krank wird oder oft fliegt, findet auf dieser Stufe weder medizinische Hilfe noch einen Lounge-Zugang und muss zur Gold- oder Platinum-Karte greifen. Für alle mit dem Jugendkonto blu oder einer ohnehin gewünschten LUKB-Beziehung, denen die kostenlose Reisedeckung wichtiger ist als ein bezifferbares Bonusprogramm, ist Silber trotzdem eine vernünftige Wahl.
Häufige Fragen
Was kostet die LUKB Silber-Kreditkarte? 100 Franken im Jahr für die Hauptkarte, im ersten Jahr auf 50 Franken reduziert. Wer ab 16 Jahren ein Privatkonto blu bei der LUKB hat und die entsprechende Bonität erfüllt, zahlt die Jahresgebühr danach dauerhaft nie, alle anderen ab dem zweiten Jahr die vollen 100 Franken. Eine Zusatzkarte kostet 25 Franken im Jahr, im ersten Jahr ebenfalls die Hälfte, wenn sie zusammen mit der Hauptkarte bestellt wird.
Wie viel bringt das surprize-Bonusprogramm wirklich? Pro Franken Einkauf 1 surprize-Punkt, dazu 10’000 Willkommenspunkte bei Neueröffnung, ohne Deckel nach oben. Einen Frankenkurs pro Punkt veröffentlicht die LUKB aber nicht, weshalb sich keine Cashback-Prozentzahl daraus berechnen lässt, und auch im Forum liefert keine Stimme eine eigene Einschätzung dazu, weil zu dieser Karte schlicht keine Stimme existiert.
Wie teuer ist ein Bargeldbezug mit der LUKB Silber-Kreditkarte? 4 Prozent, mindestens 10 Franken, überall gleich, auch am eigenen LUKB-Bancomaten. Einen tieferen Satz von 2.5 Prozent gibt es erst mit der Platinum-Karte, und selbst dort nur am Bancomaten, nicht am Schalter.
Deckt die LUKB Silber-Kreditkarte eine Reiseversicherung? Ja, ohne Zusatzkosten: Bis CHF 10’000 bei einer Absage, bis CHF 7’500 bei einem Abbruch, bis CHF 300’000 bei einem Transportmittelunfall, bis CHF 60’000 für Such- und Rettungskosten und bis CHF 500 bei verspätetem Gepäck, dazu eine 24-Stunden-Assistance. Nicht dabei: Auslandsheilkosten, eine medizinische Reise-Assistance, ein Mietwagenschutz und ein Priority-Pass-Zugang, all das kommt erst mit Gold oder Platinum.
Wer stellt die Karte rechtlich aus, die LUKB oder Viseca? Viseca Card Services SA. Bei einer Sperrung oder einem Betrugsfall ist deshalb Viseca die richtige Adresse, nicht der Bankschalter; das Bankverhältnis selbst läuft weiterhin über LUKBs E-Banking. Die Karten-App dazu heisst «one».
Gibt es Erfahrungsberichte zur LUKB Silber-Kreditkarte? Nein. Weder Reddit über die Archivwerkzeuge pullpush und arctic-shift noch das Finanzrudel-Forum, die Schwiizerfranke-Community, moneyland.ch oder englishforum.ch lieferten auch nur eine Stimme, die diese Karte oder überhaupt eine LUKB-Kreditkartenstufe beim Namen nennt. Wer online über «lukb» schreibt, meint praktisch immer die Bank als Ganzes, Sparkonto, E-Banking oder Baufinanzierung, nie die Kreditkarte.
Was unterscheidet Silber, Gold und Platinum bei der LUKB? Bei Gold (200 Franken im Jahr) steigt die Punktequote von surprize auf das 1.5-Fache bei CHF-Karten, dafür kommt die auf Silber fehlende medizinische Komponente dazu, allerdings ohne kostenlosen Lounge-Zutritt trotz Priority Pass. Platinum (550 Franken im Jahr) geht mit der doppelten Punktequote noch weiter, drückt den Bargeldbezug am Bancomaten auf 2.5 Prozent und macht den Lounge-Zutritt mit Priority-Pass-Mitgliedschaften für physische Haupt- und Zusatzkarten tatsächlich gratis.
Die App des Herausgebers in Zahlen
84’674 Bewertungen auf App Store, gelesen am 9. Oktober 2026.
Was die Versicherung wirklich deckt
In der Karte enthalten · Allianz (AWP P&C S.A., Zweigniederlassung Wallisellen)
- Zahlungsbedingung, damit der Schutz giltDie Reisekosten bzw. der Kaufpreis müssen mindestens zu 60 Prozent mit der Karte bezahlt worden sein (gilt je nach Versicherungsdeckung; für Such- und Rettungskosten, Online-Kontoschutz, Online-Rechtsschutz und 24h-Assistance ist keine Kartenzahlungsquote vorausgesetzt).Bedingungen, Seite 5
- Annullierung der Reise (Storno)CHF 10’000 pro Ereignis (Reiseannullationsversicherung; die LUKB-Tabelle nennt zusätzlich die Reiseunterbruchversicherung separat mit CHF 7’500, wofür dieses Schema kein eigenes Feld vorsieht)Bedingungen, Seite 4
- Heilungskosten und RücktransportNicht enthalten
- Dauer der Reisemax. 90 Tage pro Reise (Reiseannullationsversicherung, Reiseunterbruchversicherung, Gepäckverspätungsversicherung); unlimitiert bei Transportmittelunfallversicherung sowie Such- und Rettungskosten (Mietwagen-Selbstbehalt- und Medizinische Reise-Assistance-Versicherung sind bei Mastercard Silber/Visa Classic nicht enthalten).
- Selbstbehalt beim MietwagenNicht enthalten
- Unfall: InvaliditätCHF 300’000 pro Ereignis und PersonBedingungen, Seite 4
- Wenn du schon eine andere Versicherung hastBei Mehrfachversicherung erbringt der Versicherer seine Leistungen subsidiär; hat der Versicherer trotzdem Leistungen erbracht, gelten diese als Vorschuss und die versicherte Person tritt ihre Ansprüche gegenüber Dritten an den Versicherer ab.
Der Einkaufsschutz
- EinkaufsschutzCHF 1’000 pro EreignisBedingungen, Seite 4
- Bestpreis-GarantieCHF 2’000 pro EreignisBedingungen, Seite 4
- Verlängerte GarantieCHF 2’000 (plus 12 Monate)Bedingungen, Seite 4
Beschwerden und Aufsicht
Luzerner Kantonalbank
Fälle beim Bankenombudsman
Ein einzelner Fall bedeutet nicht, dass der betroffene Kartenherausgeber sich etwas hat zuschulden kommen lassen. Der Schweizerische Bankenombudsman veröffentlicht ausschliesslich Zahlen für die ganze Branche, nie für einzelne Anbieter.
- 2024136 Fälle in der Branche
- 2025120 Fälle in der Branche
Zahlen gelten für die ganze Branche, nicht für Luzerner Kantonalbank allein. Quellen: Jahresbericht 2024 und Jahresbericht 2025 des Bankenombudsman
Bei der Aufsicht
Steht auf der Mitgliederliste der Schweizerischen Bankiervereinigung und ist damit vom Mandat des Schweizerischen Bankenombudsman erfasst. Beleg, gelesen 13. Juli 2026
Bedingungshistorie
Noch keine dokumentierten Bedingungsänderungen. Die Dokumente der Karte werden monatlich geprüft.
Alle Bedingungsänderungen für LUKB Mastercard Silber / Visa Classic
Das Datum wird gesetzt, wenn die Bedingungen zuletzt direkt beim Herausgeber gelesen wurden.
