BKB World Mastercard Gold im Test: CHF 200 Jahresgebühr, mit CHF 25’000 Vermögen dauerhaft nur CHF 150, medizinische Reise-Assistance neu bis CHF 250’000, Note 3.4
BKB World Mastercard Gold im Test: besserer Schutz als Silber holt die höhere Gebühr nicht ganz zurück
200 Franken im Jahr für die Hauptkarte, das Doppelte der Silber-Stufe: So positioniert die Basler Kantonalbank (BKB) ihre mittlere Kreditkartenstufe, wahlweise als World Mastercard Gold oder Visa Gold. Für Neukundinnen und Neukunden greift im ersten Jahr trotzdem derselbe 25-Prozent-Rabatt wie bei Silber, macht 150 Franken; danach hängt der tiefere Preis, genau wie bei der Einstiegskarte, nicht an einem Bankpaket, sondern an einer Vermögensschwelle von mindestens 25’000 Franken bei der BKB. Fehlt dieses Vermögen ab dem zweiten Jahr, springt die Gebühr zurück auf den vollen Betrag. Der wichtigste inhaltliche Unterschied zu Silber liegt nicht beim Preis, sondern bei der Reiseversicherung: Eine medizinische Reise-Assistance mit Auslandsheilkosten und Rückführung kommt neu dazu, bis CHF 250’000, ergänzt um einen Mietwagen-Selbstbehaltschutz bis CHF 10’000 und einen Hertz-Mietwagenrabatt von bis zu 15 Prozent, drei Leistungen, die es auf der Silber-Stufe schlicht nicht gibt. Auch das Punkteprogramm surprize legt zu, von 1 auf 1.5 Punkte pro Franken, doch einen Frankenwert je Punkt nennt die Bank weiterhin an keiner Stelle.
Für diesen Test gelesen: die Produktseite der BKB World Mastercard Gold / Visa Gold, die Versicherungsbedingungen von Viseca und Allianz, dazu drei Reddit-Stimmen, die sich auf die BKB-Kartenwelt insgesamt beziehen und keine einzige Kartenstufe beim Namen nennen (Erklärung weiter unten). Die Kurzfassung: Der Versicherungssprung gegenüber Silber ist real und ehrlich verdient, doch die Kostenrechnung dreht sich dagegen, weil eine doppelte Jahresgebühr schwerer wiegt als ein Bonusprogramm, das sich weiterhin nicht in Franken übersetzen lässt. Note 3.4, minim tiefer als die 3.5 der Silber-Karte.
Das Wichtigste in Kürze
- CHF 200 im Jahr kostet die Hauptkarte offiziell, im ersten Jahr für jede Neukundschaft reduziert auf CHF 150 (25 Prozent Rabatt). Ab dem zweiten Jahr bleibt dieser Preis nur bestehen, wenn mindestens CHF 25’000 Vermögen bei der BKB liegt, sonst springt die Gebühr zurück auf CHF 200. Nach der Referenzrechnung dieser Seite (CHF 2’000 Kartenumsatz pro Monat, 15 Prozent davon im Ausland) macht das netto rund CHF 263 im Jahr ohne Vermögensrabatt und rund CHF 213 mit dem dauerhaften Rabatt: die Gebühr plus etwa CHF 63 Fremdwährungskosten, surprize-Punkte darin nicht mitgerechnet, weil dafür kein Frankenkurs existiert. Zum Rechner weiter unten.
- surprize verdoppelt sich fast: 1.5 Punkte pro Franken statt 1, dazu 20’000 statt 10’000 Willkommenspunkte bei Aktivierung und bis zu 2’000 zusätzliche Treue-/Engagement-Punkte im Jahr, weiterhin ohne veröffentlichten Gegenwert in Franken.
- Neu gegenüber Silber: eine medizinische Reise-Assistance (Auslandsheilkosten, Rückführung) bis CHF 250’000 sowie ein Mietwagen-Selbstbehaltschutz bis CHF 10’000, zwei Lücken, die der Silber-Karte auf dieser Seite als grösste Schwäche angerechnet werden.
- Ebenfalls neu: ein Hertz-Mietwagenrabatt bis 15 Prozent und ein Priority Pass mit Zugang zu über 1’400 Flughafen-Lounges. Die Mitgliedschaft selbst kostet nichts zusätzlich, bezahlt wird trotzdem bei jedem einzelnen Lounge-Besuch.
- Am Bancomaten ändert sich nichts: 4 Prozent Kommission, mindestens CHF 10, unabhängig von der Kartenstufe. Wer einen günstigeren Bargeldbezug sucht, muss bis zur Platinum-Stufe warten.
- bkb.ch liegt auf Trustpilot bei mageren 1.9 von 5 (19 Bewertungen), die App «one» im App Store dagegen bei 4.71 von 5 (84’674 Bewertungen). Dieselbe Diskrepanz wie bei Silber und Platinum ergibt eine Teilnote «Stimmen im Netz» von 3.0.
Kartendaten
- Jahresgebühr
- CHF 200CHF 200/Jahr Hauptkarte, 25% Rabatt im ersten Jahr, bleibt laufend bestehen bei einem Vermögen ab CHF 25’000. Zusatzkarte CHF 50/Jahr bei gemeinsamer Abrechnung, CHF 75/Jahr bei separater Abrechnung. Ersatzkarte kostenlos.
- Punkte
- surprize-Punkte: 1 CHF Umsatz = 1.5 surprize Punkte, 20’000 Willkommenspunkte bei Aktivierung, bis zu 2’000 Treue-/Engagement-Punkte pro Jahrfehlt
- Fremdwährungsgebühr
- 1.75%Offiziell. Unabhängig gemessener Kursaufschlag: rund 1.9% (moneyland.ch)
- Zins
- Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
- Zinsfreie Tage
- Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
- Bargeldbezug
- 4%, mind. CHF 10Gleiche Struktur wie Silber: einheitlich an Bancomaten und Schaltern weltweit (inkl. Postomat), kein Premiumvorteil beim Bezug trotz höherer Jahresgebühr. Kommission Glücksspiele ebenfalls 4%, mind. CHF 10 (exkl. Swisslos/Loterie Romande); Geldtransfer-/Quasi-Cash-Gebühr 4%, max. CHF 10. Quelle: bkb.ch Produktseite World Mastercard Gold oder Visa Gold, Abschnitt 'Preise und Konditionen'.
- Reiseversicherung
- EnthaltenReiseversicherung mit höherer Versicherungssumme als Silber: Annullierung der Reise bis CHF 20’000, Heilungskosten und Rücktransport (medizinische Reise-Assistance) bis CHF 250’000, Unfall (Invalidität/Todesfall) bis CHF 500’000, medizinischer Nottransport (Such- und Rettungskosten) bis CHF 60’000, verspätetes Gepäck bis CHF 1’000, Gepäckversicherung (Verlust/Schaden) bis CHF 5’000, Selbstbehalt beim Mietwagen bis CHF 10’000, Ticketversicherung bis CHF 1’000, Einkaufsschutz bis CHF 2’000, Bestpreis-Garantie bis CHF 2’000, verlängerte Garantie bis CHF 5’000, Online-Kontoschutz bis CHF 10’000, Online-Rechtsschutz bis CHF 10’000. Beträge gegen die Versicherungsbedingungen von Viseca/Allianz geprüft.
- Zahlungsnetzwerk
- Mastercard World Gold / Visa Gold
- Voraussetzungen
- 18 Jahre ('Kundinnen und Kunden ab 18 Jahren, die eine Kreditkarte mit umfassenden Leistungen wünschen', BKB-Produktseite), nicht angegeben
Was dir die Karte bei deinem Ausgabenniveau zurückgibt
Zieh am Regler und stell die BKB World Mastercard Gold / Visa Gold neben die TCS Travel Mastercard Gold. Dieselbe Rechnung wie auf der Startseite: Bonuswert minus Jahresgebühr, aus den Kartendaten. Die Rückvergütung ist nicht die Note: dort wiegen auch Schutz und Kosten mit.
Berechnet als Vorteil minus Jahresgebühr, bei monatlich vollständig beglichener Rechnung.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Der Rabatt von 25% auf die Jahresgebühr gilt im ersten Jahr für alle Neukundinnen und Neukunden und bleibt dauerhaft bestehen, wenn ein Vermögen von mindestens CHF 25’000 bei der BKB liegt.
- Das Bonusprogramm surprize gibt auf dieser Stufe 1.5 surprize-Punkte pro CHF Umsatz, dazu 20’000 Willkommenspunkte bei Aktivierung und bis zu 2’000 Treue-/Engagement-Punkte pro Jahr.
- Ein Hertz-Mietwagenrabatt bis 15% ist inbegriffen, ein Vorteil, den die Silber/Classic-Karte nicht bietet.
- Die Reiseversicherung deckt auf dieser Stufe neu eine medizinische Reise-Assistance mit Auslandsheilkosten und Rückführung bis CHF 250’000 (gemeinsames Maximum), dazu Annullierung der Reise bis CHF 20’000 und Unfall (Invalidität/Todesfall) bis CHF 500’000: eine deutliche Erweiterung gegenüber der Silber-Stufe ohne medizinische Reise-Assistance.
- Zusätzlich sind Selbstbehalt beim Mietwagen bis CHF 10’000, Gepäckversicherung (Verlust/Schaden) bis CHF 5’000, Ticketversicherung bis CHF 1’000 und Online-Kontoschutz sowie Online-Rechtsschutz bis je CHF 10’000 inbegriffen.
- Die Ersatzkarte bei Verlust oder Diebstahl ist auf dieser Stufe kostenlos, anders als bei Silber mit CHF 20 Ersatzkartengebühr.
Nachteile
- Die Jahresgebühr von CHF 200 ist doppelt so hoch wie bei der Silber/Classic-Karte (CHF 100); ohne mindestens CHF 25’000 Vermögen bei der BKB gilt der Rabatt von 25% zudem nur im ersten Jahr, danach wird die volle Gebühr fällig.
- Priority Pass ist zwar inbegriffen, aber die Lounge-Eintritte selbst sind kostenpflichtig: anders als bei der Platinum-Stufe mit unbegrenztem Gratiszugang.
- Der Bargeldbezug kostet trotz doppelter Jahresgebühr weiterhin 4%, mindestens CHF 10, genau wie bei Silber: kein Vorzugssatz beim Bezug auf dieser Stufe.
- Rechtlich ist Viseca Card Services SA der Kartenherausgeber, nicht die BKB direkt: Versicherungs-, Reklamations- und Sperrentscheide liegen bei Viseca, nicht bei der eigenen Bank.
- Ein Jahreszins oder effektiver Jahreszins für die Karte ist nicht veröffentlicht, ebenso wenig zinsfreie Tage oder eine Teilzahlungsoption.
- Eine unabhängige Messung (Moneyland Swiss Credit Card Cost Study 2025, Stichprobe an 13 Tagen im April und Mai 2025) fand für die Prozessorkategorie «Viseca/Mastercard» einen tatsächlichen Wechselkursaufschlag von rund 1.9%; die Studie weist die Zahl nicht bankspezifisch aus, BKB-Karten werden aber ebenfalls von Viseca herausgegeben und dürften darunterfallen.
- Eine unabhängige Stimme im Forum erklärt, dass die App «one» nur die Viseca-ausgegebene Kreditkarte verwaltet, nicht das Bankkonto oder die Bankbeziehung: Diese läuft weiterhin über BKBs eigenes E-Banking, nicht über eine Drittanbieter-App.
- Eine aktive BKB-Karteninhaberin bezeichnet die eigene BKB-Banking-App als «pretty useless» für die Ausgabenanalyse; die separate Kartenapp «VisecaOne» helfe zwar ein bisschen, liefere aber ebenfalls keine detaillierte Aufschlüsselung.
- Eine Stimme im Forum bestätigt, dass die App «Viseca/One» die Kartenprozessierung für die gesamte BKB-Kartenpalette übernimmt, und berichtet von anderen Nutzerinnen und Nutzern, die trotz ausreichendem Kontostand an der Kasse abgelehnte Karten erlebt hätten, teils mit Mahngebühren als Folge einer verpassten Zahlung.
Kurz gesagt: eine spürbar bessere Reiseversicherung, die an der Kostenrechnung scheitert, weil ein unbeziffertes Bonusprogramm die verdoppelte Jahresgebühr nicht auffängt, deshalb landet die Gold-Karte knapp unter Silber.
BKB-Gold-Erfahrungen: wenig Material, doppelt gestört
Schon bei Silber blieben nur drei bankweite Stimmen übrig; bei Gold ist die Suche noch magerer, und dafür gibt es einen konkreten Grund. Der Suchbegriff «BKB Gold» trifft nicht nur auf die Basler Kantonalbank, sondern kollidiert mit «Black King Bar», einem Gegenstand im Videospiel Dota 2, ebenfalls unter der Abkürzung BKB bekannt und in einer Community diskutiert, die um ein Vielfaches grösser ist als jede Schweizer Finanznische. Nach Abzug aller Spielobjekt-Treffer blieb aus Dutzenden geprüften Ergebnissen zu «bkb gold» kein einziger übrig, der ein Bankprodukt betrifft. Auch engere Varianten wie «bkb hertz», «bkb priority pass» oder «bkb world mastercard gold» ergaben nichts. Das ist eine belegte Nullernte für gold-spezifische Stimmen, kein offenes Rechercheloch.
Was bleibt, sind dieselben drei Stimmen, die bereits den Test der Silber-Karte tragen. Sie sprechen nicht über eine einzelne Kartenstufe, sondern über die Mechanik hinter allen dreien: denselben Kartenherausgeber Viseca und dieselbe App «one». Weil diese Mechanik für Gold identisch funktioniert, gelten die drei Stimmen hier genauso:
"That's usually not how it works. You can't work with third party apps. Your friend at bkb or blkb doesn't manage his bank accounts with one app. He just manages his viseca issued credit card. Neither more nor less"
@R3stl3SSW4rr1or bei Reddit r/Switzerland, Thread «One as finance manager for ZKB», 31. August 2024.
Auf Deutsch: Für eine BKB-Kundschaft, ob mit Silber-, Gold- oder Platinum-Karte, erledigt «one» ausschliesslich das Viseca-Kreditkartenmandat. Das Bankkonto bleibt Sache des eigenen E-Bankings der BKB.
"I’m with BKB and the app is pretty useless IMO. Although it’s connected VisecaOne which does actually help a bit, but still doesn’t give a detailed break down. At this point in time I think I’m going to just build my own spreadsheet. At least it’s free and I know what I am doing then"
@stinky_girbil_bum bei Reddit r/SwissPersonalFinance, Thread «Apps/software for analyzing my expenditures», 28. Mai 2024.
Auf Deutsch: Die eigentliche BKB-Banking-App findet diese Stimme für die Ausgabenanalyse kaum brauchbar, VisecaOne helfe zumindest ein Stück, biete aber ebenfalls keine detaillierte Aufschlüsselung. Egal welche Kartenstufe: An dieser App-Landschaft ändert Gold nichts.
"I found out that Viseca/One app manages card processing for BKB, and I saw others here on Reddit saying they had groceries blocked at checkout or even had to leave without buying because their cards didn’t work despite having enough money. Some even said they were hit with penalties for missed payments due to these issues."
@createacreates bei Reddit r/basel, Thread «Am I overreacting? Is this normal with BKB cards in Switzerland? Card declined with money in the account! Frustrated and embarrassed.», 25. Mai 2025.
Auf Deutsch: Das persönliche Erlebnis dieser Stimme betraf ausdrücklich eine BKB-Debitkarte; zitiert ist hier nur der Teil, der bestätigt, dass Viseca/One die Kartenprozessierung für die gesamte BKB-Palette übernimmt, ergänzt um Berichte weiterer Nutzerinnen und Nutzer über abgelehnte Zahlungen trotz gedecktem Konto. Zu surprize, zum Hertz-Rabatt oder zur erweiterten Reiseversicherung der Gold-Stufe äussert sich keine der drei Stimmen; dazu liegt schlicht kein Material vor.
surprize: höherer Satz, gleiches Grundproblem
Von Silber zu Gold steigt die Punktequote von 1 auf 1.5 pro Franken Einkauf, automatisch gutgeschrieben und ohne separate Anmeldung. Die Willkommenspunkte verdoppeln sich auf 20’000, und statt 1’000 winken bis zu 2’000 zusätzliche Treue-/Engagement-Punkte im Jahr. Eine Obergrenze für das Sammeln nennt keine der gelesenen Quellen. Nur die eine entscheidende Zahl fehlt weiterhin: Wie viel ein surprize-Punkt in Franken wert ist, sagt die BKB nirgends, weder auf der Produktseite noch anderswo. Ohne diesen Kurs bleibt jede Cashback-Prozentangabe Spekulation, unabhängig davon, wie grosszügig die Punktequote klingt. Deshalb verharrt die Teilnote «Bonuswert» beim selben Basiswert wie Silber, 2.5, ein höherer Multiplikator allein verschiebt hier nichts. Auch aus dem Forum kommt keine Hilfe: Keine der drei bankweiten Stimmen erwähnt surprize überhaupt, geschweige denn einen persönlich gemessenen Punktewert.
Was die Gold-Stufe an Reiseschutz wirklich neu dazugewinnt
Reiseannullation ist bei Gold bis CHF 20’000 pro Ereignis versichert, doppelt so viel wie bei Silber, Reiseunterbruch bis CHF 15’000 statt CHF 7’500. Der eigentliche Unterschied liegt aber woanders: Eine Silber-Kundschaft, die im Ausland notfallmässig ins Spital muss, trägt diese Rechnung vollständig selbst, weil eine medizinische Komponente auf dieser Stufe komplett fehlt. Bei Gold übernimmt genau das die neu hinzugekommene medizinische Reise-Assistance, Auslandsheilkosten und Rückführung bis CHF 250’000, ergänzt um einen Mietwagen-Selbstbehaltschutz bis CHF 10’000 pro Ereignis, ebenfalls neu. Transportmittelunfall (Tod oder Invalidität) steigt auf CHF 500’000 gegenüber CHF 300’000 bei Silber, Such- und Rettungskosten bleiben unverändert bei CHF 60’000, und die Gepäckverspätung deckt neu CHF 1’000 statt CHF 500. Für die meisten dieser Leistungen gilt weiterhin dieselbe Aktivierungsschwelle wie bei Silber: mindestens 60 Prozent der Reisekosten müssen mit der Karte bezahlt worden sein.
Beim Einkaufsschutz zieht Gold auf ähnliche Weise nach: Diebstahl oder Beschädigung frisch gekaufter Ware ist bis CHF 2’000 pro Fall versichert, eine Bestpreis-Garantie greift ebenfalls bis CHF 2’000, die Garantieverlängerung reicht 24 Monate weit und deckt bis CHF 5’000, eine Ticketversicherung bis CHF 1’000 und ein Online-Rechtsschutz bis CHF 10’000 pro Fall runden das Paket ab, teils grosszügiger bemessen als bei Silber. In Summe reicht das für den Höchstwert 5.0 bei der Teilnote «Schutz», einen Wert, den auf dieser Seite noch rund zwanzig weitere Karten erreichen: solide, aber kein Alleinstellungsmerkmal.
Bargeld bleibt teuer, Fremdwährung unverändert, Lounge-Zugang mit Haken
Wer eine günstigere Bargeldkommission erwartet, wird von der höheren Jahresgebühr enttäuscht: Am eigenen Bancomaten der BKB, bei einer fremden Bank im In- oder Ausland oder am Schalter weltweit gilt weiterhin einheitlich 4 Prozent, mindestens CHF 10, exakt wie bei Silber. Nur die Platinum-Stufe bringt hier einen Vorzugssatz. Auch der Fremdwährungsaufschlag bleibt bei den offiziellen 1.75 Prozent stehen. Wie stark der tatsächliche Kursaufschlag ausfällt, hat moneyland.ch unabhängig gemessen (Stichprobe an 13 Tagen im April und Mai 2025): Für die Prozessorkategorie «Viseca/Mastercard», in die auch BKB-Karten fallen dürften, ergab sich ein realer Aufschlag von rund 1.9 Prozent, ohne dass einzelne Banken genannt werden. Die Differenz von 0.15 Prozentpunkten zur offiziellen Gebühr bleibt unter der Schwelle, ab der die Kostenformel dieser Seite einen zusätzlichen Abzug auslöst.
Der eigentliche Neuzugang bei Gold ist das Priority Pass mit Zugang zu über 1’400 Flughafen-Lounges, kombiniert mit einem Hertz-Mietwagenrabatt bis 15 Prozent, zwei Leistungen, die bei Silber schlicht fehlen. Der Haken beim Lounge-Zugang steht direkt auf der Produktseite: Die Mitgliedschaft ist zwar im Preis inbegriffen, doch bezahlt wird trotzdem, und zwar bei jedem einzelnen Eintritt. Wer selten fliegt, trägt damit ein Versprechen mit sich, das erst an der Lounge-Tür zur echten Ausgabe wird, nicht den kostenlosen Zugang, den der Kartenname suggeriert. Ob die Mitgliedschaft digital oder physisch ausgestellt ist, lässt die Gold-Produktseite offen, anders als bei Platinum, wo beide Varianten ausdrücklich beschrieben sind.
Die Rechnung hinter der Note: mehr Schutz, aber weniger Punkte fürs Geld
Auf den ersten Blick spricht vieles für Gold: die medizinische Reisekomponente, ein höherer surprize-Satz, dazu Hertz-Rabatt und Lounge-Zugang, alles Dinge, die Silber nicht bietet. Trotzdem liegt die Endnote bei 3.4, knapp unter Silbers 3.5, und der Grund lässt sich an zwei Zahlen festmachen. Erstens: Die Kosten-Teilnote sinkt von 4.1 bei Silber auf 3.5 bei Gold, weil dieselbe 1.75-Prozent-Fremdwährungsgebühr auf eine doppelt so hohe Jahresgebühr trifft und die Gesamtkosten entsprechend steigen. Zweitens: Der Bonuswert bleibt unverändert bei 2.5, weil ein höherer Punktesatz ohne veröffentlichten Frankenkurs mechanisch nichts wert ist, egal ob 1 oder 1.5 Punkte pro Franken. Einzig beim Schutz gewinnt Gold klar, mit dem Höchstwert 5.0 gegenüber Silbers tieferem Wert, weil die medizinische Assistance und der Mietwagenschutz echte, zusätzliche Deckung bringen; bei den Stimmen im Netz unterscheiden sich beide Stufen nicht, weil dieselbe Bank dahintersteht. Die Rechnung insgesamt: Eine bessere Versicherung wiegt in dieser Note weniger als eine verdoppelte Jahresgebühr, solange kein Frankenwert aus dem Bonusprogramm herauszuholen ist. Wer die medizinische Reisekomponente, den Mietwagenschutz oder die Lounge nicht regelmässig nutzt, zahlt für Gold drauf, ohne dass die Note das mechanisch belohnt.
Silber, Gold und Platinum bei der BKB: die ganze Reihe im Überblick
Alle drei Stufen laufen über denselben Kartenherausgeber Viseca Card Services SA und dieselbe App «one», ausführlich beschrieben im Test der Silber-Karte. Silber (CHF 100 im Jahr, CHF 75 dauerhaft ab CHF 25’000 Vermögen) deckt Reiseannullation bis CHF 10’000 und Reiseunterbruch bis CHF 7’500, ganz ohne medizinische Komponente oder Lounge-Zugang. Gold (CHF 200 im Jahr, CHF 150 dauerhaft bei derselben Vermögensschwelle) verdoppelt die Annullationsdeckung, bringt die medizinische Reise-Assistance, den Mietwagenschutz, den Hertz-Rabatt und das Priority Pass mit und erhöht surprize auf 1.5 Punkte pro Franken. Am weitesten geht die BKB Visa Platinum für CHF 550 im Jahr: eine Mietwagen-Vollkaskoversicherung, ein eigener Umsatzbonus, ein auf 2.5 Prozent gesenkter Bargeldbezugssatz, zwei kostenlose Priority-Pass-Mitgliedschaften und ein Concierge-Service, dazu der doppelte surprize-Satz gegenüber Silber. Was sich über alle drei Stufen nicht ändert: Weder ein Jahreszins noch eine Teilzahlungsoption noch eine Mahngebühr stehen irgendwo veröffentlicht, und eine separate Preisliste-PDF gibt es bei der BKB grundsätzlich nicht.
Hol dir die Karte nicht, wenn du ...
- ... denkst, der höhere surprize-Satz gleiche die höhere Jahresgebühr automatisch aus. Ohne veröffentlichten Frankenkurs bleibt der Bonuswert unverändert bei 2.5, während sich die Gebühr gegenüber Silber verdoppelt.
- ... keine medizinische Reisekomponente brauchst. Ohne Vermögensrabatt zahlst du für Gold CHF 100 mehr im Jahr als für Silber, bei identischem Fremdwährungsaufschlag und identischer Bargeldkommission.
- ... einen wirklich kostenlosen Lounge-Zugang erwartest. Die Mitgliedschaft ist gratis, jeder einzelne Eintritt kostet trotzdem.
- ... beim Bargeldbezug sparen willst. 4 Prozent, mindestens CHF 10, gelten bei Silber und Gold identisch; erst Platinum senkt den Satz.
- ... weder CHF 25’000 Vermögen bei der BKB hast noch anstrebst. Ohne diese Schwelle springt die Gebühr ab dem zweiten Jahr auf den vollen Betrag von CHF 200 zurück.
Hol dir die Karte, wenn du ...
- ... im Ausland schon einmal medizinische Hilfe gebraucht hättest und das nicht mehr selbst zahlen willst. Die Karte übernimmt Auslandsheilkosten und Rückführung bis CHF 250’000, automatisch mitversichert.
- ... häufiger Mietwagen mietest oder einen breiteren Einkaufsschutz mitnehmen willst. Selbstbehaltschutz bis CHF 10’000, dazu ein Hertz-Rabatt bis 15 Prozent, Einkaufsschutz, Bestpreis-Garantie, Garantieverlängerung und Online-Rechtsschutz im selben Paket.
- ... die CHF 25’000-Vermögensschwelle erreichst oder ohnehin eine BKB-Beziehung willst. Dann bleibt die Gebühr dauerhaft bei CHF 150 statt CHF 200 im Jahr.
- ... deine Karte häufig verlieren oder beschädigen könntest. Die Ersatzkarte ist auf dieser Stufe gratis, bei Silber werden dafür CHF 20 fällig.
BKB Gold-Kreditkarte beantragen: Ablauf und Voraussetzungen
Beantragt wird die Karte über bkb.ch. Die Produktseite nennt als Zielgruppe «Kundinnen und Kunden ab 18 Jahren, die eine Kreditkarte mit umfassenden Leistungen wünschen»; eine Einkommensgrenze taucht in keinem gelesenen Dokument auf. Wie bei jeder Kreditkarte in der Schweiz entscheidet am Ende eine gesetzlich vorgeschriebene Bonitätsprüfung über die Zusage.
Sobald die Karte freigeschaltet ist, läuft surprize automatisch mit, eine separate Anmeldung braucht es nicht. Verlust, Diebstahl oder ein Defekt: Die Ersatzkarte kostet auf der Gold-Stufe nichts, bei Silber werden dafür CHF 20 fällig. Soll eine zweite Person mitkarten, kostet das CHF 50 im Jahr, wenn beide Karten gemeinsam abgerechnet werden, sonst CHF 75 bei getrennter Rechnung. Genau wie bei Silber und Platinum fehlt auch hier jede Angabe zu Jahreszins, effektivem Jahreszins, zinsfreien Tagen, einer Teilzahlungsoption, einem Mindesteinkommen oder einer Mahngebühr; eine eigene Preisliste-PDF ergänzt die Produktseite nicht, sämtliche Zahlen zu dieser Karte stehen ausschliesslich im Fliesstext dort.
Roberts Urteil
Mein Urteil: Die BKB World Mastercard Gold verdient sich den Versicherungssprung gegenüber Silber ehrlich. Die medizinische Reise-Assistance mit Auslandsheilkosten und Rückführung bis CHF 250’000 schliesst genau die Lücke, die ich Silber als grösste Schwäche anlaste, dazu kommen ein echter Mietwagenschutz, ein Hertz-Rabatt und ein Priority Pass. Was mich bremst, ist dieselbe Rechnung wie bei Silber, nur verschärft: surprize bleibt ohne veröffentlichten Frankenkurs, während die Jahresgebühr sich verdoppelt, solange die Vermögensschwelle von CHF 25’000 nicht erreicht ist. In Summe reicht das nicht, um die 3.4 über die 3.5 der günstigeren Silber-Karte zu heben, auch wenn Gold beim Schutz klar vorn liegt. Meine Empfehlung: Gold lohnt sich, wenn du die medizinische Reisekomponente, den Mietwagenschutz oder die Lounge tatsächlich brauchst, idealerweise mit erreichter Vermögensschwelle für dauerhaft CHF 150 im Jahr. Reicht dir eine reine Reiseannullationsversicherung, bleibt Silber die günstigere und auf dieser Seite besser bewertete Wahl.
Häufige Fragen
Was kostet die BKB Gold-Kreditkarte? CHF 200 im Jahr für die Hauptkarte, im ersten Jahr für jede Neukundschaft reduziert auf CHF 150. Ab dem zweiten Jahr bleibt dieser Preis nur bestehen, wenn mindestens CHF 25’000 Vermögen bei der BKB liegt, sonst wird die volle Gebühr fällig. Eine Zusatzkarte kostet CHF 50 im Jahr bei gemeinsamer Abrechnung oder CHF 75 bei separater Abrechnung; die Ersatzkarte ist gratis.
Lohnt sich das surprize-Bonusprogramm bei Gold? Pro Franken Einkauf gibt es 1.5 Punkte, dazu 20’000 Punkte geschenkt bei Aktivierung und im ersten Jahr bis zu 2’000 zusätzliche Treue-/Engagement-Punkte, ohne Deckel. Was eine seriöse Rechnung verhindert, ist der fehlende Frankenkurs pro Punkt: Die BKB nennt ihn nirgends, also bleibt jede Cashback-Prozentzahl dazu Spekulation.
Deckt die BKB Gold-Kreditkarte medizinische Notfälle im Ausland? Ja. Auslandsheilkosten und Rückführung sind automatisch mitversichert, bis CHF 250’000. Voraussetzung: mindestens 60 Prozent der Reisekosten wurden mit der Karte beglichen. Bei Silber gibt es diese Absicherung gar nicht.
Ist der Bargeldbezug mit Gold günstiger als mit Silber? Nein, beide Stufen verlangen 4 Prozent, mindestens CHF 10, am Bancomaten. Erst Platinum senkt diesen Satz.
Ist das Priority Pass wirklich kostenlos? Die Mitgliedschaft selbst ja, aber jeder Lounge-Besuch wird trotzdem einzeln verrechnet. Ob die Mitgliedschaft digital oder physisch ist, spezifiziert die Produktseite für diese Stufe nicht.
Was unterscheidet Gold von Silber und Platinum? Bei Silber (CHF 100 im Jahr eigenständig) endet die Reiseversicherung bei Annullation bis CHF 10’000, eine medizinische Komponente fehlt komplett. Gold (CHF 200 im Jahr) verdoppelt diesen Betrag und legt die medizinische Reise-Assistance, den Mietwagenschutz, den Hertz-Rabatt und das Priority Pass obendrauf, dazu einen höheren surprize-Satz. Am oberen Ende steht die Platinum-Stufe (CHF 550 im Jahr) mit Mietwagen-Vollkasko, einer auf 2.5 Prozent gesenkten Bargeldkommission und zwei Lounge-Mitgliedschaften. Die Note selbst folgt dieser Rangfolge nicht eins zu eins: Gold liegt mit 3.4 knapp unter Silbers 3.5, weil sich der bessere Schutz gegen die verdoppelte Jahresgebühr nicht durchsetzt.
Die App des Herausgebers in Zahlen
84’674 Bewertungen auf App Store, gelesen am 9. Oktober 2026.
Was die Versicherung wirklich deckt
In der Karte enthalten · Allianz (AWP P&C S.A., Zweigniederlassung Wallisellen)
- Zahlungsbedingung, damit der Schutz giltDie Reisekosten bzw. der Kaufpreis müssen mindestens zu 60 Prozent mit der Karte bezahlt worden sein (gilt je nach Versicherungsdeckung; für Such- und Rettungskosten, Online-Kontoschutz, Online-Rechtsschutz und 24h-Assistance ist keine Kartenzahlungsquote vorausgesetzt).
- Annullierung der Reise (Storno)CHF 20’000 pro Ereignis
- Heilungskosten und RücktransportMedizinische Reise-Assistance CHF 250’000 pro Ereignis (die BKB-Produktseite unterscheidet nicht separat zwischen Rückreise/Rückführung und Heilungskosten).
- Dauer der Reisemax. 90 Tage pro Reise (Reiseannullation, Reiseunterbruch, Gepäck- und Medizinische Reise-Assistance-Deckungen); unlimitiert bei Transportmittelunfall, Such- und Rettungskosten sowie Mietwagen-Selbstbehaltversicherung
- Selbstbehalt beim MietwagenCHF 10’000 pro Ereignis
- Unfall: InvaliditätCHF 500’000 pro Ereignis
- Wenn du schon eine andere Versicherung hastBei Mehrfachversicherung erbringt der Versicherer seine Leistungen subsidiär; hat der Versicherer trotzdem Leistungen erbracht, gelten diese als Vorschuss und die versicherte Person tritt ihre Ansprüche gegenüber Dritten an den Versicherer ab.
Der Einkaufsschutz
- EinkaufsschutzCHF 2’000 pro FallBedingungen
- Bestpreis-GarantieCHF 2’000 pro FallBedingungen
- Verlängerte GarantieCHF 5’000 pro FallBedingungen
Beschwerden und Aufsicht
Basler Kantonalbank
Fälle beim Bankenombudsman
Ein einzelner Fall bedeutet nicht, dass der betroffene Kartenherausgeber sich etwas hat zuschulden kommen lassen. Der Schweizerische Bankenombudsman veröffentlicht ausschliesslich Zahlen für die ganze Branche, nie für einzelne Anbieter.
- 2024136 Fälle in der Branche
- 2025120 Fälle in der Branche
Zahlen gelten für die ganze Branche, nicht für Basler Kantonalbank allein. Quellen: Jahresbericht 2024 und Jahresbericht 2025 des Bankenombudsman
Bei der Aufsicht
Steht auf der Mitgliederliste der Schweizerischen Bankiervereinigung und ist damit vom Mandat des Schweizerischen Bankenombudsman erfasst. Beleg, gelesen 13. Juli 2026
Bedingungshistorie
Noch keine dokumentierten Bedingungsänderungen. Die Dokumente der Karte werden monatlich geprüft.
Alle Bedingungsänderungen für BKB World Mastercard Gold / Visa Gold
Das Datum wird gesetzt, wenn die Bedingungen zuletzt direkt beim Herausgeber gelesen wurden.
