BKB World Mastercard Silber im Test: CHF 100 Jahresgebühr, mit CHF 25’000 Vermögen dauerhaft nur CHF 75, surprize-Punkte ohne CHF-Kurs, Note 3.5
BKB World Mastercard Silber im Test: warum der Rabatt an dein Vermögen gebunden ist, nicht an ein Bankpaket
Die World Mastercard Silber oder Visa Classic bildet die Einstiegsstufe im dreiteiligen Kartensortiment der Basler Kantonalbank (BKB), wahlweise als Mastercard oder Visa erhältlich, mit einer Hauptkarten-Jahresgebühr von 100 Franken. Für alle Neukundinnen und Neukunden greift im ersten Jahr ein Rabatt von 25 Prozent, macht 75 Franken. Der Unterschied zur Zürcher Kantonalbank liegt in der Bedingung für die Folgejahre: Statt an ein separates Bankpaket koppelt die BKB den dauerhaften Rabatt an eine reine Vermögensschwelle. Wer ab dem zweiten Jahr mindestens 25’000 Franken Vermögen bei der BKB hält, bleibt bei 75 Franken; fehlt dieses Vermögen, springt die Gebühr auf den vollen Betrag. Dazu kommt surprize, das Bonusprogramm der Karte: 1 Punkt pro Franken Einkauf, 10’000 Punkte geschenkt bei der Aktivierung, aber nirgends ein Frankenbetrag, zu dem sich diese Punkte einlösen liessen, weshalb sich hier keine belastbare Cashback-Quote herleiten lässt.
Gelesen für diesen Test: die Produktseite der BKB World Mastercard Silber / Visa Classic (eine separate Preisliste-PDF gibt es bei der BKB nicht, sämtliche Zahlen stecken im Fliesstext der Seite selbst), die Versicherungsbedingungen von Viseca und Allianz sowie drei Stimmen aus dem Reddit-Forum. Kurz zusammengefasst: eine unaufgeregte Basiskarte einer eher kleinen Kantonalbank, bei der die Rabattlogik an Vermögen statt an ein Konto-Kartenpaket hängt, mit einer soliden, aber medizinisch lückenhaften Reiseversicherung. Note 3.5.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Jahresgebühr beträgt CHF 100 im Jahr für die Hauptkarte, im ersten Jahr für alle Neukundinnen und Neukunden auf CHF 75 reduziert (25 Prozent Rabatt). Der tiefere Preis bleibt ab dem zweiten Jahr nur bestehen, wenn ein Vermögen von mindestens CHF 25’000 bei der BKB liegt, sonst greift wieder die volle Gebühr. Bei der Referenzrechnung dieser Seite (CHF 2’000 Kartenumsatz pro Monat, davon 15 Prozent im Ausland getätigt) liegt die Karte netto bei rund CHF 163 im Jahr ohne den Vermögensrabatt und bei rund CHF 138 mit dem Vermögensrabatt: Jahresgebühr plus rund CHF 63 Fremdwährungskosten, surprize-Punkte dabei nicht eingerechnet, weil kein CHF-Kurs vorliegt. Zum Rechner weiter unten.
- Pro Franken Einkauf gibt es automatisch 1 surprize-Punkt, dazu 10’000 Willkommenspunkte bei der Aktivierung und bis zu 1’000 zusätzliche Treue-/Engagement-Punkte im Jahr; einen Deckel kennt das Programm nicht, doch die BKB verrät nirgends, was ein Punkt in Franken wert ist.
- Offiziell liegt der Fremdwährungsaufschlag bei 1.75 Prozent. Eine unabhängige Messung (moneyland, Stichprobe an 13 Tagen im April und Mai 2025) fand für die Prozessorkategorie «Viseca/Mastercard» einen realen Aufschlag von rund 1.9 Prozent, ohne dabei einzelne Banken zu nennen.
- Automatisch in der Jahresgebühr inbegriffen: eine Reiseversicherung mit Reiseannullation bis CHF 10’000, Reiseunterbruch bis CHF 7’500, Transportmittelunfall bis CHF 300’000 und Such-/Rettungskosten bis CHF 60’000. Was fehlt, ist eine medizinische Reiseassistenz mit Auslandsheilkosten, laut Preisübersicht erst ab der Gold-Kreditkarte verfügbar.
- Bargeld kostet überall dieselben 4 Prozent (mindestens CHF 10), egal ob am eigenen BKB-Bancomaten, bei einer fremden Bank im In- oder Ausland oder am Bankschalter: Kein Vorzugssatz für die eigene Infrastruktur.
- bkb.ch steht auf Trustpilot bei schwachen 1.9 von 5, wenn auch bei einer kleinen Stichprobe von nur 19 Bewertungen (mindestens 17 davon ein einziger Stern); die App «one» dagegen erreicht im App Store 4.71 von 5 (84’674 Bewertungen). Aus diesem Auseinanderklaffen ergibt sich die Teilnote «Stimmen im Netz» von 3.0.
Kartendaten
- Jahresgebühr
- CHF 100CHF 100/Jahr Hauptkarte, 25% Rabatt im ersten Jahr, laufend bei mindestens CHF 25’000 Vermögen bei der BKB. Zusatzkarte CHF 25/Jahr bei gemeinsamer Abrechnung.
- Punkte
- surprize-Punkte: 1 CHF Umsatz = 1 surprize Punkt, 10’000 Willkommenspunkte bei Aktivierung, bis zu 1’000 Treue-/Engagement-Punkte pro Jahrfehlt
- Fremdwährungsgebühr
- 1.75%Offiziell. Unabhängig gemessener Kursaufschlag: rund 1.9% (moneyland.ch)
- Zins
- Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
- Zinsfreie Tage
- Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
- Bargeldbezug
- 4%, mind. CHF 10Gilt einheitlich an Bancomaten und Schaltern weltweit (inkl. Postomat). Kommission Glücksspiele ebenfalls 4%, mind. CHF 10 (exkl. Swisslos/Loterie Romande); Geldtransfer-/Quasi-Cash-Gebühr (Kontoaufladung, Drittanbieter-Geldtransfer, Kryptowährungskauf) 4%, max. CHF 10. Quelle: bkb.ch Produktseite World Mastercard Silber oder Visa Classic, Abschnitt 'Preise und Konditionen'.
- Reiseversicherung
- EnthaltenReise- und Gepäckversicherung mit vollständiger Beträgeliste auf der Produktseite: Annullierung der Reise bis CHF 10’000, medizinischer Nottransport (Such- und Rettungskosten) bis CHF 60’000, Unfall (Invalidität/Todesfall) bis CHF 300’000, verspätetes Gepäck bis CHF 500, Einkaufsschutz bis CHF 1’000, Bestpreis-Garantie bis CHF 2’000, verlängerte Garantie bis CHF 2’000 (12 Monate), Online-Kontoschutz bis CHF 5’000, Online-Rechtsschutz bis CHF 5’000. Beträge gegen die Versicherungsbedingungen von Viseca/Allianz geprüft.
- Zahlungsnetzwerk
- Mastercard World / Visa
- Voraussetzungen
- 18 Jahre ('Kundinnen und Kunden ab 18 Jahren, die weltweit bargeldlos und kontaktlos bezahlen möchten', BKB-Produktseite), nicht angegeben
Was dir die Karte bei deinem Ausgabenniveau zurückgibt
Zieh am Regler und stell die BKB World Mastercard Silber / Visa Classic neben die TCS Travel Mastercard Gold. Dieselbe Rechnung wie auf der Startseite: Bonuswert minus Jahresgebühr, aus den Kartendaten. Die Rückvergütung ist nicht die Note: dort wiegen auch Schutz und Kosten mit.
Berechnet als Vorteil minus Jahresgebühr, bei monatlich vollständig beglichener Rechnung.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Der Rabatt von 25% auf die Jahresgebühr gilt im ersten Jahr für alle Neukundinnen und Neukunden und bleibt dauerhaft bestehen, wenn ein Vermögen von mindestens CHF 25’000 bei der BKB liegt.
- Das Bonusprogramm surprize gibt 1 surprize-Punkt pro CHF Umsatz, dazu 10’000 Willkommenspunkte bei Aktivierung und bis zu 1’000 Treue-/Engagement-Punkte pro Jahr, ohne festgelegte Obergrenze.
- Die Reiseversicherung deckt Annullierung der Reise bis CHF 10’000, Unfall (Invalidität/Todesfall) bis CHF 300’000 sowie Such- und Rettungskosten bis CHF 60’000 pro Ereignis, ohne Aufpreis in der Jahresgebühr enthalten.
- Zusätzlich sind Bestpreis-Garantie bis CHF 2’000, verlängerte Garantie bis CHF 2’000, Einkaufsschutz bis CHF 1’000, Online-Kontoschutz bis CHF 5’000 und Online-Rechtsschutz bis CHF 5’000 inbegriffen.
Nachteile
- Ohne mindestens CHF 25’000 Vermögen bei der BKB gilt der 25-Prozent-Rabatt nur im ersten Jahr: Ab dem zweiten Jahr wird die volle Jahresgebühr von CHF 100 fällig.
- Der Bargeldbezug kostet einheitlich 4%, mindestens CHF 10, an Bancomaten und Schaltern weltweit inklusive Postomat, ohne Vorzugssatz.
- Eine medizinische Reise-Assistance mit Auslandsheilkosten ist auf dieser Stufe nicht inbegriffen: Das gibt es laut BKB-Produktseite erst ab der Gold-Kreditkarte.
- Anders als Gold, Gold International und Platinum hat die Silber/Classic-Karte keinen Priority-Pass-Lounge-Zugang.
- Rechtlich ist Viseca Card Services SA der Kartenherausgeber, nicht die BKB direkt: Versicherungs-, Reklamations- und Sperrentscheide liegen bei Viseca, nicht bei der eigenen Bank.
- Ein Jahreszins oder effektiver Jahreszins für die Karte ist nicht veröffentlicht, ebenso wenig die Anzahl zinsfreier Tage zwischen Einkauf und Rechnungsstellung oder eine Teilzahlungsoption.
- Eine unabhängige Messung (Moneyland Swiss Credit Card Cost Study 2025, Stichprobe an 13 Tagen im April und Mai 2025) fand für die Prozessorkategorie «Viseca/Mastercard» einen tatsächlichen Wechselkursaufschlag von rund 1.9%; die Studie weist die Zahl nicht bankspezifisch aus, BKB-Karten werden aber ebenfalls von Viseca herausgegeben und dürften darunterfallen.
- Eine unabhängige Stimme im Forum erklärt, dass die App «one» nur die Viseca-ausgegebene Kreditkarte verwaltet, nicht das Bankkonto oder die Bankbeziehung: Diese läuft weiterhin über BKBs eigenes E-Banking, nicht über eine Drittanbieter-App.
- Eine aktive BKB-Karteninhaberin bezeichnet die eigene BKB-Banking-App als «pretty useless» für die Ausgabenanalyse; die separate Kartenapp «VisecaOne» helfe zwar ein bisschen, liefere aber ebenfalls keine detaillierte Aufschlüsselung.
- Eine Stimme im Forum bestätigt, dass die App «Viseca/One» die Kartenprozessierung für die gesamte BKB-Kartenpalette übernimmt, und berichtet von anderen Nutzerinnen und Nutzern, die trotz ausreichendem Kontostand an der Kasse abgelehnte Karten erlebt hätten, teils mit Mahngebühren als Folge einer verpassten Zahlung.
Das Urteil in einem Satz: Für alle mit ausreichend Vermögen bei der BKB oder ohnehin bestehender Bankbeziehung, die eine kostenlos mitversicherte Reisedeckung für Annullation und Unfall wollen; die ehrlichen Schwächen: ein unbezifferbares Punkteprogramm, keine medizinische Reisekomponente und kein Lounge-Zugang auf dieser Stufe.
Stimmen aus dem Forum: eine kleinere Bank mit schmalerem Echo
Die Basler Kantonalbank ist deutlich kleiner als die Zürcher, und das schlägt sich direkt auf die Menge an Forenmaterial nieder: Drei Reddit-Stimmen tragen diesen Abschnitt, keine davon nennt die Silber-Kreditkarte beim Namen oder überhaupt eine Kartenstufe. Im Forum fällt konsequent nur der Bankname, «BKB» oder «BKB-Karten» pauschal, was insofern Sinn ergibt, als Silber, Gold und Platinum denselben Herausgeber Viseca und dieselbe App «one» teilen. Diese drei Stimmen lese ich deshalb als Erfahrungsbericht zur gesamten BKB-Kartenwelt, eine schmale, aber ehrlich ausgewiesene Materialgrundlage statt einer vorgetäuschten Fülle.
Eine Stimme grenzt im Vergleich zu einer anderen Bank ab, wofür die App «one» bei der BKB überhaupt zuständig ist:
"That's usually not how it works. You can't work with third party apps. Your friend at bkb or blkb doesn't manage his bank accounts with one app. He just manages his viseca issued credit card. Neither more nor less"
@R3stl3SSW4rr1or bei Reddit r/Switzerland, Thread «One as finance manager for ZKB», 31. August 2024.
Auf Deutsch: Für eine BKB-Kundschaft verwaltet die App «one» laut dieser Stimme wirklich nur das Viseca-Kreditkartenmandat; das Bankkonto und die eigentliche Bankbeziehung laufen weiterhin über BKBs eigenes E-Banking und nicht über eine Drittanbieter-App.
Eine zweite Stimme mit eigener BKB-Karte vergleicht beide Apps direkt und zieht ein nüchternes Fazit:
"I’m with BKB and the app is pretty useless IMO. Although it’s connected VisecaOne which does actually help a bit, but still doesn’t give a detailed break down. At this point in time I think I’m going to just build my own spreadsheet. At least it’s free and I know what I am doing then"
@stinky_girbil_bum bei Reddit r/SwissPersonalFinance, Thread «Apps/software for analyzing my expenditures», 28. Mai 2024.
Auf Deutsch: BKBs eigene Banking-App findet diese Stimme «pretty useless» für die Ausgabenanalyse; die separate Kartenapp «VisecaOne» helfe zwar ein Stück weit, biete aber ebenso wenig Detailtiefe, weshalb am Ende eine selbstgebaute Tabelle den Job übernimmt.
Eine dritte Stimme schildert eine eigene Ablehnung an der Kasse und weitet den Befund auf andere Nutzerinnen und Nutzer aus:
"I had forgotten what happened at Aldi and later almost in midnight I remembered I had to make an online payment for a discount that was about to expire at midnight... but the same thing happened: card declined, again with “insufficient funds.” I missed the deadline, and had to make the payment at full price, which was a bit frustrating.
I found out that Viseca/One app manages card processing for BKB, and I saw others here on Reddit saying they had groceries blocked at checkout or even had to leave without buying because their cards didn’t work despite having enough money. Some even said they were hit with penalties for missed payments due to these issues."
@createacreates bei Reddit r/basel, Thread «Am I overreacting? Is this normal with BKB cards in Switzerland? Card declined with money in the account! Frustrated and embarrassed.», 25. Mai 2025.
Auf Deutsch: Ein eigener, abgelehnter Zahlungsversuch trotz vorhandenem Guthaben steht im Zentrum dieser Stimme, die zugleich bestätigt, dass «Viseca/One» die Kartenprozessierung für die gesamte BKB-Kartenpalette übernimmt; ergänzt wird das mit Berichten anderer Nutzerinnen und Nutzer über blockierte Einkäufe und in der Folge sogar Mahngebühren für verpasste Zahlungen.
Ein durchgängiges Muster bei aller Kürze: Alle drei Stimmen beschreiben unabhängig voneinander dieselbe Arbeitsteilung, «one» kümmert sich ausschliesslich um das Kartenmandat, niemals um die Bankbeziehung, und zwei der drei berichten von Reibung, entweder an der Kasse oder in der eigenen BKB-App. Für eine kleinere Kantonalbank ist diese Übereinstimmung bemerkenswert konsistent, gleichzeitig bleibt die Materialgrundlage schmal: Grössere Institute wie die ZKB erzeugen schlicht mehr Forenverkehr, weil mehr Kundinnen und Kunden online über sie schreiben.
Das surprize-Bonusprogramm: Punkte ohne veröffentlichten Kurs
surprize belohnt jeden Einkauf mit der Silber-Kreditkarte automatisch: 1 Punkt pro Franken, dazu einmalig 10’000 Willkommenspunkte bei der Aktivierung und bis zu 1’000 zusätzliche Treue-/Engagement-Punkte pro Jahr. Eine Obergrenze für das Sammeln nennt die Produktseite nirgends. Der entscheidende Baustein fehlt jedoch: ein veröffentlichter Frankenwert pro Punkt. Ohne diese Zahl bleibt jede Cashback-Prozentangabe reine Vermutung, und diese Seite erfindet keine.
Auch das Forum hilft hier nicht weiter: Die drei gelesenen BKB-Stimmen drehen sich ausschliesslich um die App «one» und die Kartenprozessierung, keine einzige äussert sich zu surprize oder liefert eine persönliche Einschätzung des Punktewerts. Bei der ZKB, der grösseren Schwesterbank im selben Viseca-Ökosystem, nennt wenigstens eine Stimme einen eigenen Jahresertrag; bei der BKB fehlt selbst dieser inoffizielle Anhaltspunkt komplett. Diese Seite rechnet deshalb weder mit einer offiziellen noch mit einer aus dem Forum geliehenen Zahl.
Fremdwährungsaufschlag: was die Moneyland-Messung wirklich zeigt
Zahlungen in Fremdwährung kosten laut BKB offiziell 1.75 Prozent Bearbeitungsgebühr, ebenso Frankenzahlungen über eine ausländische Akzeptanzstelle. Die eigentliche Kursumrechnung liegt bei Viseca Card Services SA.
Wie gross der zusätzliche Kursaufschlag in der Praxis wirklich ausfällt, hat moneyland.ch unabhängig gemessen: Stichprobe an 13 Tagen im April und Mai 2025 ergab für die Prozessorkategorie «Viseca/Mastercard» einen tatsächlichen Aufschlag von rund 1.9 Prozent. Die Studie nennt keine einzelnen Banken, aber da BKB-Karten ebenfalls über Viseca laufen, dürften sie in dieselbe Kategorie fallen. Zwischen der offiziellen 1.75-Prozent-Gebühr und der gemessenen 1.9 Prozent liegen 0.15 Prozentpunkte Differenz, ein Wert, der in der Kostenformel dieser Seite (Schwelle: ein voller Prozentpunkt) keinen zusätzlichen Abzug auslöst.
Reiseversicherung: solide Basis, aber keine medizinische Komponente
Automatisch mit der Jahresgebühr mitversichert ist eine Reiseversicherung, gestellt von Allianz (AWP P&C S.A., Zweigniederlassung Wallisellen) über den Vertriebspartner Viseca. Konkret abgedeckt: Gepäckverspätung bis CHF 500, Reiseannullation bis CHF 10’000 pro Ereignis, dazu Reiseunterbruch bis CHF 7’500, sowie zwei höhere Summen für Notfälle unterwegs, Such- und Rettungskosten bis CHF 60’000 pro Ereignis und ein Transportmittelunfall mit Todesfolge oder Invalidität bis CHF 300’000. Eine Bedingung zieht sich durch fast alle diese Leistungen: Mindestens 60 Prozent der Reisekosten müssen mit der Karte bezahlt worden sein, ausgenommen sind Such- und Rettungskosten sowie ein paar Servicebausteine ohne Kartenzahlungspflicht.
Die Lücke liegt woanders: eine medizinische Komponente fehlt auf dieser Stufe komplett, keine Auslandsheilkosten, keine Reiseassistenz. Das gibt es laut Preisübersicht erst mit der Gold-Kreditkarte. Wer ernsthaft im Ausland erkrankt, steht mit der Silber-Karte ohne diesen Schutz da. Daneben gibt es eine Einkaufsversicherung: ein Online-Kontoschutz bis CHF 5’000, eine Garantieverlängerung um 12 Monate bis CHF 2’000, ein Einkaufsschutz bis CHF 1’000 pro Ereignis sowie eine Bestpreis-Garantie bis CHF 2’000, dazu ein Online-Rechtsschutz bis CHF 5’000, Letzterer über die Dextra Rechtsschutz AG statt über Allianz direkt.
Ein Priority-Pass-Lounge-Zugang fehlt ebenfalls: Von allen BKB-Kartenstufen ist die Silber-Karte die einzige ohne Flughafen-Lounge, das kommt erst mit Gold dazu.
Kartenherausgeber Viseca, nicht die BKB direkt
Formal ausgestellt wird die Silber-Kreditkarte von Viseca Card Services SA, nicht von der BKB. Alle drei gelesenen Forenstimmen bestätigen genau diese Trennung, unabhängig voneinander: Die App «one» (auch als «VisecaOne» bekannt) kümmert sich einzig um das Kreditkartenmandat, während Bankkonto und Bankbeziehung über BKBs eigenes E-Banking laufen, das eine der drei Stimmen als «pretty useless» abtut. Dieselbe Stimmengruppe berichtet zudem von wiederholten Kartenablehnungen trotz gedecktem Konto, ein Muster, das auch andere Nutzerinnen und Nutzer beobachtet haben wollen, teils mit Mahngebühren als Folge einer verpassten Zahlung.
Für die Praxis heisst das: Bei einer Sperrung, einem Betrugsverdacht oder einer Reklamation zur Kartenzahlung ist Viseca die Ansprechpartnerin, nicht die eigene Bank. Die BKB bleibt für den Alltag rund ums Konto zuständig, Viseca für das Kartenmandat, zwei getrennte Zuständigkeiten mit zwei getrennten Apps.
Kosten im Detail: Bargeldbezug und ein fehlender Zinssatz
Egal welchen der vier Wege du wählst, für einen Bargeldbezug fällt immer dieselbe Kommission an: 4 Prozent, mindestens 10 Franken. Das gilt am Schalter weltweit inklusive Postomat genauso wie im Ausland, bei einer fremden Bank in der Schweiz oder am BKB-eigenen Bancomaten; für die eigene Infrastruktur gibt es keinen Rabatt, ein deutlicher Unterschied zur teureren Platinum-Karte mit 2.5 Prozent am Bancomaten. Bei Glücksspieltransaktionen (ausser Swisslos und Loterie Romande) gilt dieselbe Kommission als Mindestbetrag; Geldtransfers und Kryptowährungskäufe kosten ebenfalls 4 Prozent, hier allerdings mit CHF 10 als Deckel statt als Untergrenze.
Zu Jahreszins, effektivem Jahreszins, zinsfreien Tagen oder einem Mindesteinkommen findet sich in keinem gelesenen BKB-Dokument eine Zahl, ebenso wenig zu einer Mahngebühr. Da die BKB auch keine separate Preisliste-PDF veröffentlicht, stammt jede Angabe zu dieser Karte ausschliesslich aus dem Fliesstext der Produktseite. Andere Anbieterinnen nennen wenigstens den gesetzlichen Höchstsatz von 12 Prozent für Teilzahlungen; bei der BKB bleibt unklar, zu welchem Zinssatz ein nicht beglichener Betrag überhaupt läuft.
BKB Silber, Gold und Platinum: was sich in der Kartenreihe ändert
Die Silber-Karte ist die unterste von drei BKB-Kreditkartenstufen. Bei der BKB World Mastercard Gold / Visa Gold steigt die eigenständige Jahresgebühr auf 200 Franken, weiterhin unter derselben Rabattlogik (25 Prozent im ersten Jahr, dauerhaft bei CHF 25’000 Vermögen); pro Franken Einkauf gibt es dort schon 1.5 statt 1 surprize-Punkt, und die Willkommenspunkte verdoppeln sich fast auf 20’000. Genau die medizinische Lücke der Silber-Stufe schliesst Gold: Heilungskosten und Rücktransport bis CHF 250’000, dazu eine Priority-Pass-Mitgliedschaft für über 1’400 Flughafen-Lounges sowie ein Hertz-Mietwagenrabatt bis 15 Prozent. Noch eine Stufe darüber verlangt die BKB Visa Platinum 550 Franken im Jahr (der Erstjahresrabatt gilt hier nur für CHF-Karten); der Punktesatz klettert weiter auf das Doppelte des Silber-Werts (2 Punkte je Franken, 30’000 Willkommenspunkte), dazu kommt ein eigener Umsatzbonus (halbe Gebühr ab CHF 40’000, keine Gebühr ab CHF 80’000 Jahresumsatz), und beim Bargeldbezug sinkt die Kommission auf 2.5 Prozent am Bancomaten, ergänzt um zwei gratis Priority-Pass-Mitgliedschaften und einen Concierge-Service. Unverändert über alle drei Stufen: Viseca Card Services SA bleibt überall der rechtliche Kartenherausgeber, und keine Stufe kennt einen veröffentlichten Jahreszins oder eine Teilzahlungsoption.
Hol dir die Karte nicht, wenn du ...
- ... surprize in eine feste Prozentzahl umrechnen willst. Ohne einen von der BKB genannten Frankenwert pro Punkt bleibt jede Cashback-Angabe Spekulation.
- ... im Ausland medizinische Reiseassistenz oder Auslandsheilkosten brauchst. Fehlt auf dieser Stufe vollständig, erst Gold bringt sie mit.
- ... auf einen Flughafen-Lounge-Zugang zählst. Von allen BKB-Kartenstufen ist Silber die einzige ohne Priority Pass.
- ... weder CHF 25’000 Vermögen bei der BKB hast noch aufbauen willst. Ohne diese Schwelle steht ab dem zweiten Jahr die volle CHF-100-Gebühr an.
- ... den Zinssatz für eine unbezahlte Rechnung kennen musst. Weder ein Jahreszins noch eine Teilzahlungsoption stehen für diese Karte irgendwo geschrieben.
Hol dir die Karte, wenn du ...
- ... mindestens CHF 25’000 Vermögen bei der BKB hast oder ohnehin eine Bankbeziehung dort willst. Dann bleiben es dauerhaft CHF 75 statt CHF 100 im Jahr.
- ... Annullation, Unterbruch und Transportmittelunfall automatisch mitversichert haben willst, ohne Zusatzpolice. Bis CHF 10’000 respektive CHF 300’000, ohne Aufpreis in der Jahresgebühr.
- ... fast ausschliesslich in Franken zahlst und Bargeld nur selten abhebst. Fremdwährungsaufschlag und Bargeldkommission betreffen dich dann kaum.
- ... eine regionale Kantonalbank einer Grossbank vorziehst und ein schmaleres Online-Echo in Kauf nimmst. Kleiner als die ZKB, entsprechend weniger Forenstimmen, aber dieselbe Viseca-Mechanik.
BKB Silber-Kreditkarte beantragen: Ablauf und Voraussetzungen
Beantragt wird die Karte über bkb.ch. Zielgruppe laut Produktseite: «Kundinnen und Kunden ab 18 Jahren, die weltweit bargeldlos und kontaktlos bezahlen möchten», eine Einkommensgrenze nennt sie nirgends. Wie bei jeder Kreditkarte in der Schweiz folgt danach eine Bonitätsprüfung nach Konsumkreditgesetz, deren Ergebnis über die Zusage entscheidet.
Nach der Freischaltung sammelt surprize von selbst, eine separate Anmeldung entfällt. Verlust, Diebstahl oder ein Defekt kosten eine Ersatzkarte für CHF 20. Eine Zusatzkarte für eine zweite Person schlägt mit CHF 25 im Jahr bei gemeinsamer Abrechnung zu Buche, mit CHF 50 bei separater Abrechnung. Für unterwegs bleibt die App «one» das Werkzeug der Wahl, um die Karte zu verwalten und im Zweifel zu sperren, genau die Funktion, die im Forum mehrfach unabhängig gelobt wird, auch wenn dieselbe App sonst kaum Ausgabenübersicht bietet.
Roberts Urteil
Mein Urteil: Die BKB World Mastercard Silber / Visa Classic passt zu allen, die entweder schon CHF 25’000 Vermögen bei der BKB haben oder ohnehin eine Bankbeziehung dort aufbauen wollen, denn genau dieser Schwelle folgt der dauerhafte Rabatt, nicht einem separaten Bankpaket wie bei der ZKB. 75 statt 100 Franken im Jahr, plus eine Reiseversicherung, die Annullation, Unterbruch und Transportmittelunfall solide abdeckt, ohne dass dafür zusätzlich Prämien fällig werden. Zwei Punkte drücken die Note auf 3.5: Erstens bleibt surprize ohne veröffentlichten Frankenkurs unrechenbar, und anders als bei anderen Kantonalbankkarten liefert nicht einmal eine einzelne Stimme im Forum einen persönlichen Anhaltspunkt. Zweitens fehlt auf dieser Stufe jede medizinische Reisekomponente und jeder Lounge-Zugang, wer im Ausland ernsthaft krank wird oder regelmässig fliegt, braucht eine höhere Stufe. Silber lohnt sich, wenn die Vermögensschwelle erreicht ist oder ohnehin eine BKB-Beziehung gewünscht wird und die kostenlose Reisedeckung höher zählt als ein bezifferbares Bonusprogramm. Wer medizinische Reiseassistenz oder Lounge-Zugang braucht, wird eher bei der BKB World Mastercard Gold / Visa Gold oder der BKB Visa Platinum fündig, oder bei einer Karte, deren Bonusprogramm sich tatsächlich in Franken beziffern lässt.
Häufige Fragen
Was kostet die BKB Silber-Kreditkarte? 100 Franken im Jahr für die Hauptkarte, im ersten Jahr für alle Neukundinnen und Neukunden reduziert auf 75 Franken. Ab dem zweiten Jahr bleibt dieser Rabatt nur bestehen, wenn mindestens 25’000 Franken Vermögen bei der BKB liegen, sonst wird die volle Gebühr fällig. Eine Zusatzkarte kostet 25 Franken im Jahr bei gemeinsamer Abrechnung oder 50 Franken bei separater Abrechnung.
Wie viel bringt das surprize-Bonusprogramm wirklich? Pro Franken Einkauf 1 surprize-Punkt, dazu 10’000 Willkommenspunkte bei der Aktivierung, ohne Deckel nach oben. Einen Frankenkurs pro Punkt veröffentlicht die BKB aber nicht, weshalb sich keine Cashback-Prozentzahl daraus berechnen lässt, und auch im Forum liefert keine der gelesenen Stimmen eine eigene Einschätzung dazu.
Wie teuer ist ein Bargeldbezug mit der BKB Silber-Kreditkarte? 4 Prozent, mindestens 10 Franken, überall gleich, auch am eigenen BKB-Bancomaten. Einen tieferen Satz von 2.5 Prozent gibt es erst mit der Platinum-Karte.
Deckt die BKB Silber-Kreditkarte eine Reiseversicherung? Ja, automatisch: Reiseannullation bis CHF 10’000, Reiseunterbruch bis CHF 7’500, Transportmittelunfall bis CHF 300’000, Such- und Rettungskosten bis CHF 60’000, Gepäckverspätung bis CHF 500. Medizinische Reiseassistenz, Auslandsheilkosten und ein Priority-Pass-Zugang fehlen auf dieser Stufe, das kommt erst mit Gold.
Wer stellt die Karte rechtlich aus, die BKB oder Viseca? Viseca Card Services SA. Sperrungen und Betrugsfälle bei Kartentransaktionen laufen über Viseca, während das eigentliche Bankverhältnis über BKBs eigenes E-Banking abgewickelt wird. Die zugehörige App trägt den Namen «one».
Was unterscheidet Silber, Gold und Platinum bei der BKB? Bei Gold (200 Franken im Jahr) steigt die Punktequote von surprize auf das 1.5-Fache, dafür kommt die auf Silber fehlende medizinische Komponente samt Priority Pass dazu. Platinum (550 Franken im Jahr) geht mit der doppelten Punktequote noch weiter und drückt den Bargeldbezug auf 2.5 Prozent. Beide bewertet Kreditkart in eigenen Artikeln.
Die App des Herausgebers in Zahlen
84’674 Bewertungen auf App Store, gelesen am 9. Oktober 2026.
Was die Versicherung wirklich deckt
In der Karte enthalten · Allianz (AWP P&C S.A., Zweigniederlassung Wallisellen)
- Zahlungsbedingung, damit der Schutz giltDie Reisekosten bzw. der Kaufpreis müssen mindestens zu 60 Prozent mit der Karte bezahlt worden sein (gilt je nach Versicherungsdeckung; für Such- und Rettungskosten, Online-Kontoschutz, Online-Rechtsschutz und 24h-Assistance ist keine Kartenzahlungsquote vorausgesetzt).
- Annullierung der Reise (Storno)CHF 10’000 pro Ereignis
- Heilungskosten und RücktransportNicht enthalten
- Dauer der Reisemax. 90 Tage pro Reise (Reiseannullation, Reiseunterbruch, Gepäck- und Medizinische Reise-Assistance-Deckungen); unlimitiert bei Transportmittelunfall, Such- und Rettungskosten sowie Mietwagen-Selbstbehaltversicherung
- Selbstbehalt beim MietwagenNicht enthalten
- Unfall: InvaliditätCHF 300’000 pro Ereignis
- Wenn du schon eine andere Versicherung hastBei Mehrfachversicherung erbringt der Versicherer seine Leistungen subsidiär; hat der Versicherer trotzdem Leistungen erbracht, gelten diese als Vorschuss und die versicherte Person tritt ihre Ansprüche gegenüber Dritten an den Versicherer ab.
Der Einkaufsschutz
- EinkaufsschutzCHF 1’000 pro FallBedingungen
- Bestpreis-GarantieCHF 2’000 pro FallBedingungen
- Verlängerte GarantieCHF 2’000 pro Fall (12 Monate)Bedingungen
Beschwerden und Aufsicht
Basler Kantonalbank
Fälle beim Bankenombudsman
Ein einzelner Fall bedeutet nicht, dass der betroffene Kartenherausgeber sich etwas hat zuschulden kommen lassen. Der Schweizerische Bankenombudsman veröffentlicht ausschliesslich Zahlen für die ganze Branche, nie für einzelne Anbieter.
- 2024136 Fälle in der Branche
- 2025120 Fälle in der Branche
Zahlen gelten für die ganze Branche, nicht für Basler Kantonalbank allein. Quellen: Jahresbericht 2024 und Jahresbericht 2025 des Bankenombudsman
Bei der Aufsicht
Steht auf der Mitgliederliste der Schweizerischen Bankiervereinigung und ist damit vom Mandat des Schweizerischen Bankenombudsman erfasst. Beleg, gelesen 13. Juli 2026
Bedingungshistorie
Noch keine dokumentierten Bedingungsänderungen. Die Dokumente der Karte werden monatlich geprüft.
Alle Bedingungsänderungen für BKB World Mastercard Silber / Visa Classic
Das Datum wird gesetzt, wenn die Bedingungen zuletzt direkt beim Herausgeber gelesen wurden.
