Cornèrcard Miles & More Classic im Test: CHF 140 im Jahr für 0.8 Meilen pro CHF 2, kein Cashback und einen Meilenwert, den der Herausgeber nicht verrät. Note 3.3
Cornèrcard Miles & More Classic: eine Karte für Sammler, nicht für Rechner
Diese Karte ergibt nur für einen bestimmten Menschen Sinn: für den, der schon Miles & More sammelt und regelmässig SWISS oder Star Alliance fliegt. Wer eine Kreditkarte danach aussucht, was sie in Franken zurückgibt, ist hier falsch, denn die eine Zahl, die einen Vergleich erlauben würde, den Frankenwert einer Meile, veröffentlicht der Herausgeber nirgends. Dazu verdient die Classic von den drei Miles-&-More-Stufen am wenigsten, Cashback gibt es keins, und die Reiseversicherung kostet auf dieser Stufe extra. Was sie gibt: Meilen auf jeden Umsatz, 5’000 zum Start und eine Jahresgebühr, die mit dem passenden Vielfliegerstatus auf null fällt.
Die Cornèr Bank AG in Lugano gibt die Karte heraus. Sie kommt als Kombi-Angebot, eine Visa plus eine Diners Club Zusatzkarte, «zwei Kreditkarten zum Preis von einer», beide auf ein gemeinsames Miles-&-More-Konto. Gelesen habe ich dafür die am 16. Juli 2026 archivierte Produktseite, die Preisliste «Preise, Zinsen und Gebühren» (Ausgabe 04.2026), das Cashback-Reglement mit seiner Ziffer 2.2, die Versicherungsbedingungen und acht Stimmen aus den Schweizer Finanz-Foren auf Reddit. Unterm Strich steht die Note 3.3, im Mittelfeld unserer Bewertungen. Am stärksten steht die Karte bei den Stimmen im Netz da (Teilnote 4.5, die Zahlen des Herausgebers), am schwächsten beim Bonuswert mit 2.1, und der ist die eigentliche Geschichte dieser Karte.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Karte kostet CHF 140 pro Jahr, ohne gratis erstes Jahr. Mit HON- oder SEN-Status übernimmt Cornèrcard die ganze Gebühr, sie kostet dann CHF 0; die kleinere FTL-Beteiligung von CHF 80 gilt laut Fussnote 2 der Preisliste nur für Gold und Platinum, nicht für die Classic.
- Du sammelst 0.8 Meilen pro CHF 2 in Franken und 1 Meile pro CHF 2 in Fremdwährung mit der Visa, mit der beiliegenden Diners Club Karte 2 Meilen pro CHF 2. Dazu 5’000 Willkommensmeilen (Stand Juli 2026) und ein Umsatzbonus ab CHF 20’000 Jahresumsatz.
- Es gibt kein Cashback: Die Miles-&-More-Karten sind vom Cornèrcard Cashback-Programm ausdrücklich ausgeschlossen (Bedingungen, Ziffer 2.2). Du sammelst Meilen oder Cashback, nie beides.
- Einen Frankenwert pro Meile nennt der Herausgeber nicht, und einlösbar sind die Meilen nur im Miles-&-More-Programm (Flüge, Upgrades, Shopping am Flughafen), nicht als Bargeld oder Gutschrift. Ein Franken-Netto lässt sich darum nicht angeben: Die CHF 140 sind hart, der Gegenwert der Meilen ist es nicht. Stell die Karte im Rechner weiter unten neben eine Karte mit festem Rückvergütungswert.
- Der Fremdwährungszuschlag liegt bei 1.2% (auch wenn du in Franken bei einem ausländischen Händler zahlst). Für Bargeld zahlst du 4 Prozent, am Bancomat wenigstens CHF 10, am Schalter CHF 15; die Teilzahlung verzinst sich mit 12 Prozent im Jahr, dem gesetzlichen Höchstsatz.
- Gratis sind drei Deckungen: Einkaufsschutz bis CHF 2’000, Rechtsschutz bis CHF 250’000 und eine Bestpreis-Garantie bis CHF 1’000. Die Reiseversicherung dagegen fehlt und kostet extra, CHF 35 (Einzel) oder CHF 49 (Familie). Lounge-Zutritt gibt es über Diners Club nur zum Vorzugspreis von CHF 30 pro Besuch.
Kartendaten
- Jahresgebühr
- CHF 140CHF 140/Jahr. Mit Miles & More-Status HON/SEN übernimmt Cornèrcard die gesamte Gebühr; der FTL-Beitrag von CHF 80 gilt laut Preisliste nur für Gold und Platinum.
- Vorteile
- Miles & More Meilen: 1 Meile pro CHF 2 Umsatz in Fremdwährung, 0.8 Meilen pro CHF 2 Umsatz in Schweizer Franken (Visa); mit der Diners Club Karte im Kombi-Angebot 2 Meilen pro CHF 2 Umsatz.5’000 Willkommensmeilen bei Neuantrag (Visa)
- Fremdwährungsgebühr
- 1.20%
- Zins
- 12.00%Gleiche Zinsobergrenze wie bei den übrigen Cornèrcard-Karten. Zahlungsfrist Monatsauszug: 25 Tage (Zahlungsfrist ab Rechnungsdatum, NICHT zinsfreie Tage ab Kauf, die Quelle gibt Letzteres nicht an).
- Zinsfreie Tage
- Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
- Bargeldbezug
- 4%, mind. CHF 10Bargeldbezug am Geldausgabeautomaten kostet 4%, mindestens CHF 10; am Bankschalter 4%, mindestens CHF 15. Lotto-, Wett- und Casinoumsätze gelten ebenfalls als Bargeldbezug. Quelle: Leistungsübersicht Preise, Zinsen und Gebühren (Ausgabe 04.2026).
- Reiseversicherung
- Nicht enthaltenNach der Kartenstufe Classic ist keine Reiseversicherung inbegriffen; der Versicherungsumfang der Miles & More Karten richtet sich nach der Stufe Classic, Gold oder Platinum (Allgemeine Versicherungsbedingungen).
- Zahlungsnetzwerk
- Visa (im Kombi-Angebot optional mit Diners Club Zusatzkarte)
- Voraussetzungen
- Kein veröffentlichtes Mindesteinkommen. Die Ausgabelimite beträgt höchstens 15% des angegebenen Jahreseinkommens, in der Regel maximal CHF 10’000 (Allgemeine Geschäftsbedingungen Cornèrcard, Classic-Stufe).
Was dir die Karte bei deinem Ausgabenniveau zurückgibt
Zieh am Regler und stell die Cornèrcard Miles & More Classic neben die TCS Travel Mastercard Gold. Dieselbe Rechnung wie auf der Startseite: Bonuswert minus Jahresgebühr, aus den Kartendaten. Die Rückvergütung ist nicht die Note: dort wiegen auch Schutz und Kosten mit.
Berechnet als Vorteil minus Jahresgebühr, bei monatlich vollständig beglichener Rechnung.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Du sammelst Miles & More Meilen auf jeden Umsatz: 0.8 Meilen pro CHF 2 in Franken und 1 Meile pro CHF 2 in Fremdwährung mit der Visa, mit der beigelegten Diners Club Karte immer 2 Meilen pro CHF 2.
- Neu kommen 5’000 Willkommensmeilen mit der Visa dazu, plus Umsatzbonus wie 1’500 Meilen ab CHF 20’000 Jahresumsatz.
- Die Meilen sind unbegrenzt gültig, solange du die Karte mindestens einmal im Monat für einen meilenfähigen Einkauf einsetzt und sie seit mindestens drei Monaten besitzt.
- Mit HON- oder SEN-Status von Miles & More übernimmt Cornèrcard die ganze Jahresgebühr, die Karte kostet dann CHF 0.
- Ein Nutzer bevorzugt Cornèrcard bei den Miles-&-More-Karten «for their service and generous limits».
- Ein Karteninhaber konnte über die gesammelten Meilen der Reisekarten regelmässig Business und sogar First fliegen.
- Du brauchst keine Bankbeziehung zu Cornèr: Ein Nutzer zahlt einfach den Saldo jeden Monat und nutzt die Karte per Apple Pay bequem im Ausland.
Nachteile
- Es gibt kein Cashback, der laufende Vorteil sind ausschliesslich Meilen; Miles-&-More-Karten sind vom Cornèrcard Cashback-Programm ausdrücklich ausgeschlossen (Bedingungen Punkt 2.2).
- Einen Frankenwert pro Meile veröffentlicht der Herausgeber nicht; die Meilen lassen sich nur über das Miles-&-More-Programm einlösen (Flüge, Upgrades, Shopping am Flughafen), nicht als Bargeld oder Kontogutschrift.
- Auf Classic-Stufe ist keine Reiseversicherung inbegriffen; sie ist nur als kostenpflichtiges Zusatzprodukt für CHF 35 bis 49 pro Jahr erhältlich.
- Wer die Willkommensmeilen maximieren will, muss die Karten jährlich wechseln, zahlt aber laut einem Nutzer eine Mindestgebühr über zwei Jahre und muss danach rund 1.5 Jahre warten, bis er wieder churnen kann.
- Laut den Bedingungen können bereits gutgeschriebene Meilen zurückgefordert werden; ein Nutzer bestätigt die Klausel, sieht sie aber bei echter Nutzung nicht angewendet.
- Der Fremdwährungszuschlag liegt bei 1.2%; ein Nutzer akzeptiert die Gebühr bewusst nur wegen der Meilen.
- Der Bargeldbezug kostet 4 Prozent, mindestens CHF 10 am Automaten und CHF 15 am Schalter, und auf nicht fristgerecht beglichene Beträge fällt ein Teilzahlungszins von 12 Prozent an.
Das Urteil in einem Satz: Eine Einstiegs-Vielfliegerkarte für alle, die schon Miles & More sammeln und regelmässig SWISS oder Star Alliance fliegen; sie verdient von den drei Miles-&-More-Stufen am wenigsten, und weil der Herausgeber keinen Frankenwert pro Meile nennt, geht die Rechnung nur auf, wenn du die Meilen ohnehin für Flüge einlöst und den Status hast, der die CHF 140 auf CHF 0 senkt. Note 3.3.
Swisscard oder Cornèrcard: die zwei Miles-&-More-Karten, die ständig verwechselt werden
Bevor du zur Cornèrcard greifst, musst du eine Verwechslung auflösen, an der die Foren regelmässig scheitern. Miles & More ist das Vielfliegerprogramm von SWISS und der Lufthansa Group, die passende Schweizer Kreditkarte gibt es aber von zwei Herausgebern: Swisscard auf American Express sowie Visa oder Mastercard, Cornèrcard auf Visa und Diners Club. Dieselbe Meile, zwei Karten, zwei Banken. Am klarsten trennt sie ein Nutzer, der beide kennt:
Bear in mind there are 2 miles and more cards: 1 issued by Swisscard and 1 by Cornercard. Cornercard has Mastercard/Visa and Diners Club. Swisscard has Mastercard/Visa and Amex.
Cornercard you get 1 miles for every 2chf with Mastercard/Visa, Swisscard only 0.8.
Amex you get 1:1, and same with Diners Club.
I prefer Cornercard for their service and generous limits. But Swisscard has the better deal due to Amex, which is available in most places I need. Diners Club is way behind
@khidf986435 bei Reddit r/SwissPersonalFinance, 28. Juli 2024.
Auf Deutsch: Es gebe zwei Miles-&-More-Karten, eine von Swisscard, eine von Cornèrcard; Cornèrcard laufe auf Mastercard/Visa und Diners Club, Swisscard auf Mastercard/Visa und Amex. Mit Amex und mit Diners Club sammle man 1:1. Er bevorzuge Cornèrcard wegen des Service und der grosszügigen Limiten, halte Swisscard wegen der breiter akzeptierten Amex aber für das bessere Angebot, Diners Club sei weit abgeschlagen. Seine Zahlen treffen die Richtung, im Detail ist die Classic knapper: Laut Produktseite gibt sie mit der Visa 0.8 Meilen pro 2 Franken im Inland und 1 Meile in Fremdwährung, mit der Diners Club Karte 2 Meilen. Seine 1 Meile pro 2 Franken gilt bei der Classic also fürs Ausland, im Inland sind es 0.8.
Für dich zählt vor allem die Akzeptanz: Beide Karten schreiben auf dasselbe Miles-&-More-Konto, aber die Amex von Swisscard wird breiter angenommen als Visa und Diners Club. Bewertet ist hier nur die Cornèrcard-Variante.
Was ist eine Meile wert? Die Zahl, die im Kleingedruckten fehlt
Hier liegt der Grund, warum sich diese Karte nicht wie eine Cashback-Karte durchrechnen lässt. Der Herausgeber sagt dir, wie viele Meilen du pro Franken sammelst, aber nie, was eine Meile beim Einlösen in Franken wert ist, und ohne diese zweite Zahl gibt es kein ehrliches Franken-Netto. Wir schreiben deshalb keinen Meilenwert hin, auch wenn die Foren einen im Kopf haben: Dort kursiert die Faustregel, eine Meile lohne sich erst über rund einem Rappen. Das ist ein Anhaltspunkt für die Grössenordnung, kein garantierter Kurs, und darum steht er hier nicht als Fakt.
In Zahlen sammelst du langsam. Bei 0.8 Meilen pro 2 Franken im Inland und 1 Meile in Fremdwährung landest du bei einem normalen Ausgabenmix bei etwa 0.4 Meilen pro ausgegebenem Franken, der schwächsten Rate der drei Miles-&-More-Stufen: Die Gold gibt mit der Visa bis zu 1.2 Meilen pro 2 Franken, die Diners Club Karte bei Classic und Gold 2 Meilen, bei der Platinum 2.4. Immerhin verfallen deine Meilen nicht, solange du die Karte mindestens einmal im Monat meilenfähig einsetzt und sie seit mindestens drei Monaten besitzt (Produktseite).
Wer die Meilen richtig einsetzt, für den geht die Rechnung trotzdem auf, nur nicht in Franken auf der Abrechnung, sondern in Flugklassen:
Swisscard Miles & More, American Express, Cornercard if you travel. I‘ve been able to fly business (and even first) regularly over the last years through the accumulated miles.
@OziAviator bei Reddit r/SwissPersonalFinance, 31. Juli 2024.
Auf Deutsch: Swisscard Miles & More, American Express, Cornèrcard, wenn man reise; über die angesammelten Meilen habe er in den letzten Jahren regelmässig Business und sogar First fliegen können. Das ist der eigentliche Gegenwert: kein Rappenbetrag, sondern ein Sitz weiter vorne im Flugzeug, den du sonst voll bezahlen müsstest, und er entsteht nur, wenn du die Meilen für hochwertige Prämienflüge einlöst, nicht für Sofortprämien wie das Shopping am Flughafen.
Meilen oder Cashback: warum die Karte dich zwingt zu wählen
Ein Punkt geht in den Vergleichen oft unter: Cornèrcard führt neben der Meilenreihe eine gleichnamige Classic, Gold und Platinum, die statt Meilen Cashback in Franken zahlen. Beides zusammen geht nicht. Die Bedingungen des Cashback-Programms nehmen die Miles-&-More-Karten ausdrücklich aus (Ziffer 2.2): Auf dieser Karte sammelst du Meilen, kein Cashback. Wer die Rückvergütung lieber frei verfügbar in Franken hätte, ist bei den Cashback-Cornèrcards richtig, die unten unter den Alternativen stehen; wer die Meilen will, nimmt in Kauf, dass sie die einzige laufende Gegenleistung dieser Karte sind.
Für wen die Karte gebaut ist: HON, SEN und der Vielflieger
Wer zahlt 140 Franken im Jahr für eine Karte, deren Meilenwert niemand beziffert? Die Antwort steht in der Gebührenfussnote. Mit HON- oder SEN-Status, den beiden höchsten Stufen im Miles-&-More-Programm (HON Circle und Senator), übernimmt Cornèrcard die ganze Jahresgebühr, die Classic kostet dann nichts. Sie ist also für den gebaut, der ohnehin so viel SWISS und Lufthansa fliegt, dass er Status hat, und für den die Gebühr verschwindet. Genau diese Zielgruppe umreisst ein Vielflieger. Er empfiehlt die Karte nur unter einer Bedingung: Wer viel SWISS oder Star Alliance fliege, solle eine Miles-&-More-Karte von Swisscard oder Cornèrcard nehmen; praktisch sei, dass die Meilen nicht verfielen, solange man die Karte besitze, was ihm helfe, weil er sie oft nicht innert 18 Monaten aufbrauche.
Zur Karte gehört über die Diners Club ein Lounge-Zugang, aber ein bescheidener: Zutritt zu über 1’700 Flughafenlounges gibt es nur zum Vorzugspreis von 30 Franken pro Besuch, und erst ab 7’500 Franken Jahresumsatz fünf Gratiseintritte pro Jahr (Produktseite), also kein unbegrenzter Gratiszugang wie bei einer Premiumkarte.
Willkommensmeilen und die Zwei-Jahres-Falle
Der sichtbarste Anreiz sind die Willkommensmeilen. Aktuell wirbt die Classic mit 5’000 Meilen bei Neuantrag (Stand Juli 2026), dazu kommt ein Umsatzbonus ab 20’000 Franken Jahresumsatz. In den Foren kursieren grössere Zahlen, 25’000 bis 60’000 Meilen, doch die stammen aus befristeten Aktionen, die alle paar Monate wechseln: Rechne mit den 5’000, alles darüber ist ein Bonus, kein Versprechen.
Genau an den grossen Zahlen hängt die Falle. Wer die Willkommensmeilen maximieren will, muss die Karte jedes Jahr neu beantragen und die alte kündigen, und das kostet. Ein Nutzer, der es genau so gemacht hat, warnt:
[...] Just be aware of the 2 year minimum fee (and after card cancellation you have to wait 1.5 year untill you can churn the cards again)
@Live-Lime-1007 bei Reddit r/SwissPersonalFinance, 25. September 2024.
Auf Deutsch: Man solle die zweijährige Mindestgebühr im Blick haben, und nach einer Kündigung müsse man 1.5 Jahre warten, bis man die Karten wieder für den Bonus neu beantragen könne. Heisst konkret: Das erste Jahr ist keine Gratis-Probe. Du bist mindestens zwei Jahre an die Gebühr gebunden, bevor sich das Spiel wiederholen lässt. Dazu nennt ein anderer Nutzer eine Klausel: Laut den Bedingungen könnten bereits gutgeschriebene Meilen zurückgefordert werden, was bei echter Nutzung der Karte aber nicht passiere.
Ausland, Bargeld und Teilzahlung: was sonst noch anfällt
Solange die Rechnung pünktlich und ganz beglichen wird, kostet die Karte neben der Gebühr nichts. Drei Positionen solltest du trotzdem kennen. Die erste ist das Ausland, und bei einer Meilenkarte hat sie zwei Seiten: Auslandszahlungen bringen mehr Meilen (1 statt 0.8 pro 2 Franken), kosten aber 1.2 Prozent Fremdwährungszuschlag (Leistungsübersicht 04.2026), der auch dann anfällt, wenn du in Franken bei einem im Ausland ansässigen Händler zahlst. Ein Nutzer nimmt die Gebühr bewusst in Kauf, eben wegen der Meilen:
Cornercard offers the option, it takes a fee (1.20%) I’m the process but it might be worthwhile if you’re trying to get miles.
@HolidayOptimal bei Reddit r/SwissPersonalFinance, 21. November 2024.
Auf Deutsch: Cornèrcard biete diese Möglichkeit an, sie koste eine Gebühr von 1.20 Prozent; er sei gerade dabei, aber es könne sich lohnen, wenn man Meilen sammeln wolle. Die ausgewiesenen 1.2 Prozent sind aber nur der sichtbare Teil. Denselben Wechselkurs legt Cornèrcard allen Karten zugrunde, und moneyland.ch hat ihn vermessen: rund 4.1 Prozent realer Aufschlag, ermittelt in einer Stichprobe an 13 Tagen im April und Mai 2025 und gerechnet für den Herausgeber Cornèrcard, nicht für dieses eine Produkt. Wie sich die Zahl zusammensetzt, rechnen wir im Test der Cornèrcard Classic durch. Fürs blosse Bezahlen im Ausland ist eine Neobank-Karte zum echten Interbankkurs günstiger, nur sammelst du dort keine Meilen: der Zielkonflikt dieser Karte.
Zweitens das Bargeld: 4 Prozent zieht Cornèrcard bei jedem Bezug ab, am Automaten sind das mindestens 10 Franken, am Schalter 15, daheim wie unterwegs; auch Lotto, Wetten und Casino laufen als Bargeldbezug. Drittens der Zins: Begleichst du den Monatssaldo nur teilweise, sind es 12 Prozent im Jahr, so hoch wie das Gesetz es für Kreditkarten erlaubt, und deine Mindestrate beträgt 2.5 Prozent des Saldos, wenigstens 50 Franken. Die 25 Tage Zahlungsfrist ab Rechnungsdatum sind die Spanne, innert der du zinsfrei bezahlst, und nicht eine, die bei jedem Kauf von vorn beginnt. Wer den Saldo per Lastschriftverfahren monatlich voll ausgleicht, sieht nie einen Zins; die übrigen Positionen findest du in den Kartendaten weiter unten.
Die Versicherungen: Reise nur gegen Aufpreis, Einkaufs- und Rechtsschutz inklusive
Der Versicherungsschutz staffelt sich bei Cornèrcard nach Kartenstufe, und die Classic bildet den Boden. Drei Bausteine sind gratis mit an Bord (die Summen listet der Versicherungsblock weiter unten): ein Einkaufsschutz gegen Diebstahl und Beschädigung frisch gekaufter Ware bis 2’000 Franken je Fall und 5’000 im Jahr (Allianz Assistance), eine Bestpreis-Garantie bis 1’000 Franken (Helvetia) und ein Rechtsschutz bis 250’000 Franken bei Streit um mit der Karte bezahlte Käufe (CAP Rechtsschutz). Es ist dasselbe Paket wie bei der Cashback-Cornèrcard der Classic-Stufe, weil bei Cornèrcard die Produktbezeichnung «Classic» den Umfang bestimmt.
Was der Classic-Stufe fehlt, ist der Reiseschutz. Der steckt nicht im Grundpreis, sondern in einem kostenpflichtigen Zusatzpaket von Allianz Assistance: 35 Franken im Jahr einzeln, 49 für die Familie, mit Annullierungsdeckung bis 10’000 Franken je Ereignis (Familie bis 40’000) und dem Selbstbehalt-Ausschluss beim Mietwagen. Bei einer Karte, die Vielflieger anspricht, ist das ein Wermutstropfen: Wer Reiseschutz will, zahlt drauf, während die höheren Miles-&-More-Stufen ihn schon dabei haben. Die Schutznote 3.2 fasst beides, den soliden Einkaufs- und Rechtsschutz und die Reisedeckung, die nur gegen Aufpreis mitkommt.
Hol dir die Karte nicht, wenn du ...
- ... die Rückvergütung in Franken willst. Kein Cashback, nur Meilen, und die Miles-&-More-Karten sind vom Cashback-Programm ausgeschlossen; für Franken zurück nimmst du eine Cashback-Karte.
- ... nicht regelmässig SWISS oder Star Alliance fliegst. Ohne Prämienflüge bleibt der Meilenwert unbestimmt, und CHF 140 im Jahr für Meilen, die du nicht einlöst, sind verloren.
- ... eine eingebaute Reiseversicherung erwartest. Auf der Classic gibt es sie nur gegen Aufpreis, CHF 35 bis 49 im Jahr.
- ... vor allem im Ausland bezahlen willst. 1.2 Prozent plus Kursmarge, und sind dir die Meilen egal, ist eine Neobank-Karte fürs Bezahlen deutlich günstiger.
- ... die Willkommensmeilen als Gratis-Probe siehst. Laut einem Karteninhaber im Forum bist du mindestens zwei Jahre an die Gebühr gebunden, bevor sich der Bonus wiederholen lässt; ein offizielles Dokument nennt die Bindung nicht.
Hol dir die Karte, wenn du ...
- ... schon ein Miles-&-More-Konto führst und regelmässig SWISS oder Lufthansa fliegst. Dann sammelst du auf jeden Umsatz Meilen fürs nächste Upgrade oder den Prämienflug.
- ... HON- oder SEN-Status hast. Dann übernimmt Cornèrcard die ganze Jahresgebühr, die Karte kostet CHF 0.
- ... die beiliegende Diners Club Karte einsetzen kannst. Sie gibt 2 Meilen pro CHF 2, mehr als das Doppelte der Visa im Inland, dort wo sie akzeptiert wird.
- ... die Meilen für hochwertige Prämienflüge einlöst. In Business oder First liegt der grösste Gegenwert, wie Vielflieger in den Foren bestätigen.
Cornèrcard Miles & More Classic beantragen: Kombi-Angebot, Voraussetzungen und Limite
Den Antrag stellst du online auf cornercard.ch; sie kommt als Kombi-Angebot, eine Visa und eine Diners Club Karte zusammen. Ein eigenes Konto bei Cornèr brauchst du dafür nicht, und ein langjähriger Nutzer beschreibt, wie unkompliziert das läuft: Er nutze Apple Pay mit der Cornèrcard seit Jahren, habe für die Registrierung rund fünf Minuten gebraucht und begleiche nur den Saldo jeden Monat.
Vorausgesetzt sind ein Mindestalter und geregelte Einkünfte; welche Einkommensschwelle genau gilt, schreibt Cornèrcard in den gelesenen Unterlagen nicht. Ob du die Karte erhältst, klärt die gesetzlich verlangte Kreditfähigkeitsprüfung, und mit ihr kommt ein ZEK-Eintrag (Zentralstelle für Kreditinformation). Als Kreditrahmen rechnet Cornèrcard höchstens 15 Prozent deines ausgewiesenen Jahreslohns, meist bis 10’000 Franken (AGB, Classic-Stufe). Und weil die Willkommensmeilen als Aktionen wechseln: Prüfe vor dem Antrag, welche gerade gilt.
Roberts Urteil
Mein Urteil: Die Cornèrcard Miles & More Classic ist eine ehrliche Nischenkarte mit einem klaren Vorbehalt. Sie lohnt sich für den, der schon Miles & More sammelt, regelmässig SWISS oder Star Alliance fliegt und die Meilen für Prämienflüge einlöst. Für 140 Franken im Jahr, nichts davon mit HON- oder SEN-Status, sammelst du auf jeden Umsatz Meilen, dazu 5’000 zum Start. Daraus wird die Note 3.3, im Mittelfeld. Zwei Dinge halte ich fest. Erstens verrät der Herausgeber nirgends, was eine Meile in Franken wert ist, und ohne diese Zahl kann ich dir kein Netto ausrechnen. Zweitens ist die Meilenausbeute mit 0.8 Meilen pro 2 Franken im Inland die schwächste der drei Miles-&-More-Stufen, und Cashback gibt es nicht, die Meilenkarten sind davon ausgeschlossen. Nimm die Karte, wenn du den Status und das Flugprofil hast, für das sie gebaut ist, und stell die Rechnung auf ein Lastschriftverfahren, dann kommt der 12-Prozent-Zins gar nicht erst zum Zug. Willst du Rückvergütung in Franken, nimm eine Cashback-Karte; brauchst du sie vor allem fürs Ausland, halte eine Neobank-Karte bereit, die zum echten Interbankkurs abrechnet.
Häufige Fragen
Lohnt sich die Cornèrcard Miles & More Classic? Für einen bestimmten Menschen: den Vielflieger, der schon ein Miles-&-More-Konto hat, regelmässig SWISS oder Star Alliance fliegt und die Meilen für Prämienflüge einlöst. Wer Rückvergütung in Franken sucht, ist falsch: Es gibt kein Cashback, und einen Frankenwert pro Meile nennt der Herausgeber nicht.
Was ist eine Meile wert? Das sagt der Herausgeber nicht. Er nennt die Sammelrate (0.8 bis 1 Meile pro 2 Franken), aber keinen Einlösekurs in Franken, und ohne den lässt sich kein fester Wert angeben. In den Foren gilt als Faustregel, eine Meile lohne sich erst über rund einem Rappen; das ist eine Orientierung, kein garantierter Kurs.
Miles & More oder Cashback bei Cornèrcard? Du musst dich entscheiden. Die Miles-&-More-Karten sind vom Cornèrcard Cashback-Programm ausdrücklich ausgeschlossen (Ziffer 2.2). Auf dieser Karte sammelst du Meilen; willst du Franken zurück, führt der Weg zu den gleichnamigen Cashback-Cornèrcards.
Swisscard oder Cornèrcard Miles & More? Zwei Karten von zwei Herausgebern fürs selbe Programm: Cornèrcard auf Visa und Diners Club, Swisscard auf American Express sowie Visa oder Mastercard. Die Amex wird breiter akzeptiert, Cornèrcard bekommt in den Foren Lob für Service und Limiten. Beide schreiben auf dasselbe Miles-&-More-Konto. Diese Rezension bewertet nur die Cornèrcard.
Wie viele Willkommensmeilen gibt es? Aktuell 5’000 bei Neuantrag (Stand Juli 2026), dazu ein Umsatzbonus ab 20’000 Franken Jahresumsatz. In den Foren tauchen 25’000 bis 60’000 Meilen auf, das sind aber befristete Aktionen, keine stehenden Konditionen. Ein Karteninhaber berichtet zudem von einer zweijährigen Gebührenbindung, bevor ein neuer Bonus möglich wird; offiziell dokumentiert ist sie nicht.
Was kostet die Karte im Ausland? Offiziell 1.2 Prozent Fremdwährungszuschlag, fällig auch dann, wenn du in Franken bei einem ausländischen Händler zahlst. Hinzu kommt die Kursmarge: moneyland.ch beziffert sie für den Herausgeber Cornèrcard mit etwa 4.1 Prozent, also nicht kartengenau. Fürs Bezahlen ist eine Neobank-Karte günstiger, nur sammelst du dort keine Meilen.
Alternativen zur Cornèrcard Miles & More Classic
Bleibst du beim Meilensammeln, willst aber schneller vorankommen, liegen die höheren Stufen derselben Reihe nahe: Die Cornèrcard Miles & More Gold und Platinum geben mehr Meilen und bringen ab der Gold eine eingebaute Reiseversicherung mit, kosten aber mehr; eigene Tests dazu haben wir noch nicht veröffentlicht. Die zweite Miles-&-More-Adresse ist Swisscard auf American Express, breiter akzeptiert, aber ein anderer Herausgeber.
Geht es dir dagegen um eine Rückvergütung, die sich in Franken beziffern lässt, führt der Weg zu den Cashback-Cornèrcards: die Cornèrcard Classic, 100 Franken im Jahr und das erste gratis, die Cornèrcard Gold mit eingebauter Reiseversicherung und die Cornèrcard Platinum mit Lounge-Zugang. Willst du eine Reisekarte, deren Bonus sich in Franken messen lässt, gibt es 1 Prozent Umsatzbonus als Rechnungsgutschrift bei der TCS Travel Mastercard Gold, die dafür aber eine separate TCS-Mitgliedschaft voraussetzt. Für alle gilt: Zum Bezahlen in fremder Währung gehört eine Karte, die zum echten Interbankkurs abrechnet, daneben.
Die App des Herausgebers in Zahlen
19’048 Bewertungen auf App Store, gelesen am 9. Oktober 2026.
Was die Versicherung wirklich deckt
Nur gegen Aufpreis · Allianz Assistance (AWP P&C S.A., Zweigniederlassung Wallisellen)
- Zahlungsbedingung, damit der Schutz giltZusatzprodukt gegen Prämie (CHF 35/Jahr Einzeldeckung, CHF 49/Jahr Familiendeckung); kein Mindestkarteneinsatz für Reisekosten genannt, Deckung gilt ab Abschluss der Zusatzversicherung.
- Annullierung der Reise (Storno)Bis CHF 10’000 pro Ereignis bei Einzeldeckung; bis CHF 10’000 pro Person und CHF 40’000 pro Ereignis bei Familiendeckung (Annullierungskosten).
- Heilungskosten und RücktransportNicht enthalten
- Dauer der ReiseGeht aus den Bedingungen nicht hervor
- Selbstbehalt beim MietwagenSelbstbehalt-Ausschluss für gemietete Fahrzeuge (CDW) inbegriffen, kein separater Betrag angegeben.
- Unfall: InvaliditätNicht enthalten
- Wenn du schon eine andere Versicherung hastGeht aus den Bedingungen nicht hervor
Der Einkaufsschutz
- EinkaufsschutzBis CHF 2’000 pro Schadensfall und CHF 5’000 pro Jahr (Cornèrcard Classic)Bedingungen
- Bestpreis-GarantieBis CHF 1’000 pro Schadensfall und Jahr (Cornèrcard Classic, Bestpreis-Garantie; Warenwert ab CHF 50, Preisdifferenz ab CHF 30)Bedingungen
- Verlängerte GarantieNicht enthalten
Beschwerden und Aufsicht
Cornèr Banca (inkl. BonusCard und PKZ Insider Card)
Fälle beim Bankenombudsman
Ein einzelner Fall bedeutet nicht, dass der betroffene Kartenherausgeber sich etwas hat zuschulden kommen lassen. Der Schweizerische Bankenombudsman veröffentlicht ausschliesslich Zahlen für die ganze Branche, nie für einzelne Anbieter.
- 2024136 Fälle in der Branche
- 2025120 Fälle in der Branche
Zahlen gelten für die ganze Branche, nicht für Cornèr Banca (inkl. BonusCard und PKZ Insider Card) allein. Quellen: Jahresbericht 2024 und Jahresbericht 2025 des Bankenombudsman
Bei der Aufsicht
Steht auf der Mitgliederliste der Schweizerischen Bankiervereinigung und ist damit vom Mandat des Schweizerischen Bankenombudsman erfasst. Die eigenen Kreditkarten AGB nennen die Ombudsstelle nicht direkt. Beleg, gelesen 13. Juli 2026
Bedingungshistorie
Noch keine dokumentierten Bedingungsänderungen. Die Dokumente der Karte werden monatlich geprüft.
Alle Bedingungsänderungen für Cornèrcard Miles & More Classic
Das Datum wird gesetzt, wenn die Bedingungen zuletzt direkt beim Herausgeber gelesen wurden.
