Cornèrcard Classic im Test: 1.2 Prozent Fremdwährungsgebühr, gemessen rund 4.1 Prozent, und ein Cashback, das die Jahresgebühr nicht deckt
Cornèrcard Classic: Zwei Wahrheiten über das Bezahlen im Ausland
Im Inland eine solide, breit einsetzbare Einstiegskarte, im Ausland eine mit einem Haken, den die beworbene Zahl nicht zeigt. Die Cornèrcard Classic kostet 100 Franken im Jahr, im ersten Jahr nichts, und du entscheidest bei der Bestellung selbst, ob Visa oder Mastercard darauf steht. Sie zahlt ein kleines Cashback, bringt einen für die Preisklasse starken Einkaufs- und Rechtsschutz mit und hat in den Foren einen ungewöhnlich guten Service-Ruf. Der Haken steht im Ausland: Offiziell verlangt Cornèrcard mit 1.2 Prozent eine der tieferen Fremdwährungsgebühren im Vergleich, gemessen kostet der Auslandseinsatz aber deutlich mehr, weil der Wechselkurs die Differenz auffrisst. Genau dieser Abstand zwischen der Zahl auf dem Papier und der auf der Abrechnung ist die Geschichte dieser Karte.
Herausgeberin ist die Cornèr Bank AG in Lugano, das Netz Visa oder Mastercard nach deiner Wahl. Für diesen Test habe ich die Produktseite auf cornercard.ch (gelesen am 13. Juli 2026), die Leistungsübersicht «Preise, Zinsen und Gebühren» in der Ausgabe 04.2026, die Bedingungen des Cornèrcard Cashback-Programms, die Versicherungsbedingungen und sechs Nutzerstimmen aus den Schweizer Finanz-Subreddits und dem Finanzrudel-Forum durchgearbeitet. Die Note ist 3.6, etwas über dem Durchschnitt der von uns bewerteten Karten: solider Schutz und ein sehr guter App- und Service-Ruf gegen ein dünnes Cashback und hohe reale Auslandskosten.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Jahresgebühr beträgt CHF 100; im ersten Jahr gratis, eine befristete Aktion bis 31. Oktober 2026 (Stand Juli 2026), ab dem zweiten Jahr fällig.
- Du wählst bei der Bestellung zwischen Visa und Mastercard, was unter den Schweizer Karten selten ist; beide laufen auf demselben Konto zu denselben Konditionen.
- Das Cashback beträgt 0.3 Prozent auf Käufe in Franken und 0.6 Prozent in Fremdwährung, als Gutschrift ab CHF 25 frei verfügbar. Bei CHF 2’000 Umsatz im Monat sind das rund CHF 72 im Jahr, denen die CHF 100 Jahresgebühr gegenüberstehen: unter dem Strich rund CHF 28 im Minus. Rechne dein Niveau im Rechner weiter unten.
- Offiziell kostet der Auslandseinsatz 1.2 Prozent Fremdwährungsgebühr, doch eine Messung von moneyland.ch fand auf Herausgeberebene rund 4.1 Prozent, ein Classic-Inhaber selbst 2.5 Prozent: Der Wechselkurs kostet mehr als die ausgewiesene Gebühr.
- Der Bargeldbezug kostet 4 Prozent, mindestens CHF 10 am Automaten und CHF 15 am Schalter; bei Teilzahlung fallen 12 Prozent Jahreszins an, der gesetzliche Höchstsatz.
- Enthalten sind ein Einkaufsschutz bis CHF 2’000 pro Schadensfall, eine Bestpreis-Garantie bis CHF 1’000 und ein Rechtsschutz bis CHF 250’000; eine Reiseversicherung fehlt und kostet als Zusatzprodukt CHF 35 bis 49 pro Jahr extra.
Kartendaten
- Jahresgebühr
- CHF 100CHF 100/Jahr ordentlich. Aktion bis 31. Oktober 2026 (Stand Abruf Juli 2026): kostenlos im 1. Jahr.
- Cashback
- 0.3% auf Käufe in CHF, 0.6% auf Käufe in Fremdwährung (Cornèrcard Cashback-Programm, gilt nur für Karten in CHF)Keine Obergrenze auf ordentlicher Stufe angegeben; Aktion bis 31. Oktober 2026 verdoppelt auf 0.6%/1.2% mit angegebener Aktionsobergrenze von rund CHF 100 zusätzlichem Cashback
- Fremdwährungsgebühr
- 1.20%Offiziell. Unabhängig gemessener Kursaufschlag: rund 4.1%
- Zins
- 12.00%12% Jahreszins, angegebener Höchstbetrag gemäss schweizerischem Konsumkreditgesetz (vom EJPD festgelegte Obergrenze); kein separater «effektiver Zins» in der Quelle veröffentlicht. Zahlungsfrist Monatsauszug: 25 Tage (Zahlungsfrist ab Rechnungsdatum, nicht zinsfreie Tage ab Kauf; die Quelle gibt Letzteres nicht an).
- Zinsfreie Tage
- Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
- Bargeldbezug
- 4%, mind. CHF 10Bargeldbezug am Geldausgabeautomaten kostet 4%, mindestens CHF 10; am Bankschalter 4%, mindestens CHF 15. Lotto-, Wett- und Casinoumsätze gelten ebenfalls als Bargeldbezug. Quelle: Leistungsübersicht Preise, Zinsen und Gebühren (Ausgabe 04.2026).
- Reiseversicherung
- Nicht enthaltenNicht in der Basiskarte enthalten. Reiseversicherung (Annullation/Unterbruch) ist als optionale kostenpflichtige Zusatzleistung erhältlich.
- Zahlungsnetzwerk
- Visa/Mastercard
- Voraussetzungen
- Kein veröffentlichtes Mindesteinkommen. Die Ausgabelimite wird auf höchstens 15% des deklarierten Jahreseinkommens berechnet, normalerweise max. CHF 10’000 (gemeinsame AGB Cornèrcard/BonusCard 01.2025, Ziffer 2).
Was dir die Karte bei deinem Ausgabenniveau zurückgibt
Zieh am Regler und stell die Cornèrcard Classic neben die TCS Travel Mastercard Gold. Dieselbe Rechnung wie auf der Startseite: Bonuswert minus Jahresgebühr, aus den Kartendaten. Die Rückvergütung ist nicht die Note: dort wiegen auch Schutz und Kosten mit.
Berechnet als Vorteil minus Jahresgebühr, bei monatlich vollständig beglichener Rechnung.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Du bekommst 0.3% Cashback auf Käufe in Franken und 0.6% auf Käufe in Fremdwährung; die Rückvergütung wird deiner Kundennummer gutgeschrieben und ist ab CHF 25 als Gutschrift auf eine eigene Kreditkarte auszahlbar, nicht an einen einzelnen Händler gebunden.
- Ohne Aktion kostet die Karte CHF 100 pro Jahr; im ersten Jahr ist sie gratis (Aktion bis 31. Oktober 2026 zum Zeitpunkt des Abrufs).
- Kostenlos inbegriffen sind ein Einkaufsschutz bis CHF 2’000 pro Schadensfall und CHF 5’000 pro Jahr (Allianz Assistance), eine Bestpreis-Garantie bis CHF 1’000 und ein Rechtsschutz bis CHF 250’000 (CAP Rechtsschutz).
- Eine Reiseversicherung mit Annullierungskosten bis CHF 10’000 pro Ereignis ist als kostenpflichtiges Zusatzprodukt von Allianz Assistance erhältlich (CHF 35 pro Jahr Einzeldeckung, CHF 49 Familiendeckung).
- Ein langjähriger Kunde bekam über Cornèrcard mehrmals bezahlte, aber nie gelieferte Ware per Chargeback zurückerstattet.
- Bei gestohlenen und geklonten Karten wurden die Beträge laut einem Nutzer jeweils storniert und rückerstattet, nachdem er die Karte gesperrt und den Vorfall in der iCornèr App gesehen hatte.
- Die Teilzahlung ist optional: Wer die Monatsrechnung fristgerecht vollständig begleicht, zahlt keinen Zins.
Nachteile
- Das Cashback gilt nur für Karten in Franken (Bedingungen des Cornèrcard Cashback-Programms, Punkt 2.2), und die ordentliche Rate von 0.3% in Franken ist tief.
- Der gesammelte Cashback-Betrag lässt sich nicht in bar auszahlen, verfällt nach einem Jahr, wenn keine Auszahlung beantragt wird, und wird bei einer Kündigung der Karte ersatzlos gelöscht.
- Der Fremdwährungszuschlag liegt bei 1.2% und trifft laut einem Nutzer auch Franken-Zahlungen, wenn der Händler seinen Sitz im Ausland hat; er nennt die Wechselkurse «worst foreign exchange rates ever».
- Ein Classic-Inhaber verglich in Frankreich am selben Tag Cornèrcard und Neon und kam trotz Cashback auf ein tatsächliches Aufschlagstotal von 2.5%, weil der angewandte Tageskurs schlechter war.
- Der Bargeldbezug kostet 4 Prozent, mindestens CHF 10 am Automaten und CHF 15 am Schalter; Lotto-, Wett- und Casinoumsätze gelten ebenfalls als Bargeldbezug und geben kein Cashback.
- Auf nicht fristgerecht beglichene Beträge fällt ein Jahreszins von 12 Prozent an, der gesetzliche Höchstsatz; ein Nutzer baute so CHF 6’000 Kreditkartenschulden auf und zahlte sie monatlich mit CHF 1’000 ab.
- Im Grundpreis ist keine Reiseversicherung enthalten; sie kostet als Zusatzprodukt CHF 35 bis 49 pro Jahr extra.
- Gratis im ersten Jahr ist eine befristete Aktion (bis 31. Oktober 2026 zum Zeitpunkt des Abrufs); ab dem zweiten Jahr kommen die ordentlichen CHF 100 zurück.
Das Urteil in einem Satz: Eine breit akzeptierte Visa oder Mastercard für den Schweizer Alltag mit gutem Einkaufs- und Rechtsschutz und starkem Service-Ruf; die ehrlichen Schwächen sind das tiefe Cashback, das die CHF 100 Jahresgebühr nicht deckt, die fehlende Reiseversicherung, die als Zusatzprodukt CHF 35 bis 49 kostet, und der Auslandseinsatz, der mit offiziell 1.2 Prozent beworben wird, gemessen aber deutlich teurer ausfällt.
Cornèrcard Erfahrungen: guter Service-Ruf, geteiltes Urteil zum Ausland
Zu Cornèrcard gibt es in den Foren zwei Muster: Lob für Service, App und Betrugsschutz, Kritik am Wechselkurs im Ausland. Beim Service steht die Karte auffallend gut da: Auf Trustpilot kommt cornercard.ch auf 4.3 von 5 aus 552 Bewertungen (Stand 9. Oktober 2026), ein für einen Schweizer Kartenherausgeber ungewöhnlich hoher Wert, wo die Cembra bei 2.5 und getswisscard.ch bei 1.7 liegen. Die App iCornèr steht im App Store bei 4.78 aus 19’048 Bewertungen. Zusammen ergibt das die Teilnote «Stimmen im Netz» von 4.5, den stärksten Teil der Bewertung; die Aufschlüsselung steht im Abschnitt Die App des Herausgebers in Zahlen.
Dass hinter dem Wert etwas Konkretes steht, zeigt ein langjähriger Kunde:
"Cornercard ,Visa , Mastercard in Lugano are good in this respect also. I've been with them for a while. I have had to do chargeback a couple of times for stuff that was paid for and never delivered.
Not all Swiss firms are angels, some will definately try and do scam you."
@Gordon-Blue bei Reddit r/Switzerland, 12. Mai 2023.
Auf Deutsch: Er sei seit einer Weile bei Cornèrcard aus Lugano und habe ein paarmal eine Rückbuchung (Chargeback) auslösen müssen für Ware, die bezahlt, aber nie geliefert wurde. Das ist der Wert einer Kreditkarte gegenüber einer Debitkarte: Bei bezahlter, nie gelieferter Ware holt die Rückbuchung dein Geld zurück. Ähnlich berichten Nutzer beim Betrugsschutz von stornierten und zurückerstatteten Beträgen bei gestohlenen oder geklonten Karten. Beim Service und beim Schutz gehört Cornèrcard damit zu den Karten, über die wenig geklagt wird; die andere Hälfte der Stimmen dreht sich ums Ausland.
Was kostet das Ausland wirklich? 1.2 Prozent stehen da, gemessen sind es mehr
Hier trennen sich die offizielle Zahl und die Rechnung. Auf dem Papier verlangt Cornèrcard eine Fremdwährungs-Bearbeitungsgebühr, also den Zuschlag auf Käufe in fremder Währung, von maximal 1.2 Prozent (Leistungsübersicht, Ausgabe 04.2026). Das ist im Vergleich tief: Die Cembra-Karten verlangen 1.5, die American-Express-Reihe 2.5 Prozent. Nur nennt diese Zahl nicht den ganzen Preis, denn der grössere Teil steckt im Wechselkurs, den Cornèrcard auf deine Fremdwährungskäufe anwendet.
Wie viel das ausmacht, hat moneyland.ch gemessen. Die Swiss Credit Card Cost Study 2025 verglich über eine Stichprobe an 13 Tagen im April und Mai 2025 die verrechneten Kurse mit dem Interbankenkurs und kam für Cornèrcard auf einen realen Aufschlag von rund 4.1 Prozent, gemessen auf Herausgeberebene, also über die Cornèrcard-Karten insgesamt und nicht isoliert für die Classic. Diese Zahl setzt sich zusammen aus der ausgewiesenen Bearbeitungsgebühr von 1.2 Prozent und einer Kursmarge von rund 2.9 Prozent, die auf der Abrechnung nirgends als Gebühr auftaucht. Zur Einordnung: Die 4.1 Prozent stammen aus einer Auswertung von moneyland.ch, die öffentlich nur zusammengefasst vorliegt und den Herausgeber misst, nicht das einzelne Kartenprodukt.
Dass die reale Zahl über der beworbenen liegt, bestätigt der einzige Nutzer, der über die 100-Franken-Karte schreibt und selbst nachgemessen hat:
"I used to have a normal cornercard for 100chf per year. After paying in france the same day with neon and cornercard and compared the currency exchange rate I quit. Exchange conversion fee is high, plus what they clame called daily rate was not the same then Neon had. So in the end I paid 2.5%. Still more with cashback. Platinum might be better dont know."
@Secondstage2 bei Reddit r/SwissPersonalFinance, 12. Dezember 2023.
Auf Deutsch: Er bezahlte in Frankreich am selben Tag einmal mit Neon und einmal mit Cornèrcard und kündigte nach dem Kursvergleich; unter dem Strich zahlte er trotz Cashback 2.5 Prozent, weil der Tageskurs schlechter war als bei Neon. Das liegt unter den 4.1 Prozent der Studie, aber deutlich über den beworbenen 1.2: Nicht die Gebühr, sondern der Kurs macht den Unterschied.
Noch schärfer, und fürs ganze Cluster gültig, ein anderer Nutzer:
"Cornercard should be used in Switzerland only. Worst foreign exchange rates ever. On top of, they also add 1.2% for foreign transactions - means foreign CHF transactions will be charged too."
@liftingfrenchfries bei Reddit r/SwissPersonalFinance, 11. Januar 2025.
Auf Deutsch: Cornèrcard solle man nur in der Schweiz einsetzen, die Wechselkurse seien die schlechtesten überhaupt, und die 1.2 Prozent träfen auch Franken-Zahlungen bei ausländischen Händlern. Der letzte Punkt steht so auch in der Leistungsübersicht: Die Position «Transaktionen in CHF im Ausland» kostet ebenfalls 1.2 Prozent. Zahlst du in Franken bei einem Onlineshop mit Sitz im Ausland, greift der Zuschlag trotzdem, weil der Sitz des Händlers zählt, nicht die Währung.
Damit es fair bleibt, die Gegenstimme:
"Ask about credit cards, get answers about debit cards 🙈
When I HAVE to use credit cards abroad I find Cornercard the best - think the exchange rates are ‘OK’ and the markup for foreign tx is 1.5%"
@khidf986435 bei Reddit r/SwissPersonalFinance, 26. März 2025.
Auf Deutsch: Er finde Cornèrcard im Ausland am besten und beziffere den Aufschlag auf 1.5 Prozent. Das Urteil zum Kurs ist also geteilt, derselbe Herausgeber bekommt «worst foreign exchange rates ever» und «the best» im selben Forum. Festhalten lässt sich: Die 1.2 Prozent sind nur der kleinere Teil, der reale Aufschlag liegt je nach Tageskurs darüber.
In Franken heisst das: Beim Referenzbudget dieser Seite, 2’000 Franken im Monat mit 15 Prozent im Ausland, kostet die Gebühr von 1.2 Prozent rund 43 Franken im Jahr, bei den gemessenen 4.1 Prozent eher 148, über 100 Franken mehr, ohne dass ein Rappen davon auf der Abrechnung als Gebühr steht.
Das Cashback der Classic: 0.3 Prozent, frei verfügbar, unter dem Strich negativ
Das Cashback-Programm ist ehrlicher gebaut als bei manchem Konkurrenten, nur ist die Rate tief. Du bekommst 0.3 Prozent auf Käufe in Franken und 0.6 Prozent in Fremdwährung, gutgeschrieben auf deine Kundennummer. Der Betrag ist nicht an einen Händler gebunden: Ab 25 Franken lässt er sich als Gutschrift auf eine Kreditkarte auszahlen, über die du frei verfügst (Cashback-Programm, Ziffer 4.1 und 4.3). Das ist echtes Geld, kein Warengutschein, und darum wertet unsere Bewertung das Cashback als frei einlösbar.
Drei Einschränkungen gehören dazu. Erstens gilt das Cashback nur für Karten in Franken (Ziffer 2.2); eine Euro- oder Dollar-Cornèrcard sammelt nichts. Zweitens verfällt der Betrag nach einem Jahr ohne Auszahlungsantrag (Ziffer 3.7) und lässt sich weder in bar auszahlen noch übertragen (Ziffer 3.8 und 4.3). Drittens, die härteste Klausel: Kündigst du die Karte, wird der noch nicht ausbezahlte Betrag ersatzlos gelöscht (Ziffer 2.5). Wer die Karte aufgibt, löst also vorher die Auszahlung aus.
Der eigentliche Haken ist die Rechnung. Bei 2’000 Franken Umsatz im Monat bringt das Cashback rund 72 Franken, dem stehen 100 Franken Jahresgebühr gegenüber: netto ein Minus von rund 28 Franken pro Jahr. Genau darum zeigt der Rechner weiter unten ein negatives laufendes Ergebnis, solange die Karte etwas kostet; nur im gratis ersten Jahr dreht die Rechnung ins Plus. Bis 31. Oktober 2026 verdoppelt eine Aktion die Sätze auf 0.6 und 1.2 Prozent (gedeckelt bei rund 100 Franken), doch auch das ist befristet. Für den reinen Rückvergütungswert ist eine gebührenfreie Cashback-Karte klar besser; der Sinn der Classic liegt im Schutz und in der breiten Akzeptanz.
Cornèrcard Gebühren: Zins, Teilzahlung und Bargeld
Solange du fristgerecht und vollständig zahlst, kostet dich die Classic neben der Jahresgebühr nichts. Die übrigen Zahlen stehen in den Kartendaten weiter unten; drei verdienen einen Satz.
Erstens der Zins. Nutzt du die Kreditoption, zahlst du die Rechnung also nur teilweise (Teilzahlung), verrechnet Cornèrcard 12 Prozent Jahreszins auf den offenen Saldo, den vom Bund über das Konsumkreditgesetz festgelegten Höchstsatz. Die monatliche Mindestrückzahlung beträgt 2.5 Prozent des Saldos, mindestens 50 Franken. Einen separat ausgewiesenen effektiven Jahreszins, das gesetzliche Vergleichsmass für alle Kreditkosten, nennt die Leistungsübersicht nicht. Die Zahlungsfrist beträgt 25 Tage; das ist die Frist bis zur zinsfreien Zahlung, nicht eine zinsfreie Zeit ab jedem Kauf.
Wie schnell aus einer Teilzahlung eine echte Last wird, zeigt eine Stimme aus dem Finanzrudel-Forum:
"Ich hatte sogar 2 x Schulden hatte in Jahre 2018 6’000chf schulden bei cornercard mit der kreditkarte. Dies hab ich dann monatlich mit 1000chf abbezahlt. Jetzt habe ich mich darauf trainiert keine Dumme entscheidungen mehr zu machen."
@Paradebeispiel im Finanzrudel-Forum, 7. März 2024.
Er baute 2018 rund 6’000 Franken Schulden auf seiner Cornèrcard auf und zahlte sie mit 1’000 Franken pro Monat ab. Das ist die Kehrseite jeder Teilzahlung: Wer den Saldo stehen lässt, zahlt 12 Prozent, ein Vielfaches dessen, was das Cashback je einbringt. Am sichersten stellst du die Rechnung auf ein Lastschriftverfahren (LSV), das den Saldo jeden Monat automatisch vollständig begleicht.
Zweitens das Bargeld. Ein Bargeldbezug kostet 4 Prozent, mindestens 10 Franken am Bancomat und 15 Franken am Schalter, im Inland wie im Ausland und ohne Freibetrag. Lotto-, Wett- und Casinoumsätze gelten als Bargeldbezug und geben kein Cashback; dasselbe gilt für Geldtransfers etwa über Western Union, Skrill oder Revolut, die mit 4 Prozent, mindestens 1 Franken, belastet werden. Dazu kommen Kleinposten wie 20 Franken Verzugsgebühr und 2 Franken für einen Papierauszug, der über icorner.ch gratis ist.
Die Versicherungen: starker Einkaufs- und Rechtsschutz, Reise nur gegen Aufpreis
Hier liegt die eigentliche Stärke der Karte, und sie ist ungewöhnlich für eine Einstiegskarte. Kostenlos enthalten sind drei Bausteine, die einzelnen Summen stehen im Versicherungsblock weiter unten:
- Einkaufsschutz (Kaufschutz) bis CHF 2’000 pro Schadensfall und CHF 5’000 pro Jahr gegen Diebstahl, Beschädigung oder Zerstörung neu gekaufter Ware (Allianz Assistance).
- Bestpreis-Garantie bis CHF 1’000 pro Jahr, wenn dieselbe Ware anderswo günstiger angeboten wird (Helvetia).
- Rechtsschutz bis CHF 250’000 bei Streitigkeiten um mit der Karte bezahlte Waren und Dienstleistungen, inklusive Mietwagen und Online-Käufe (CAP Rechtsschutz).
Das ist mehr, als viele Einstiegskarten bieten, und der hohe Rechtsschutz sticht heraus; der Chargeback-Bericht von Gordon-Blue weiter oben ist genau der Fall dafür.
Was fehlt, ist die Reiseversicherung. Im Grundpreis ist keine enthalten, kein Annullierungsschutz, keine Auslandmedizin. Cornèrcard bietet sie als kostenpflichtiges Zusatzprodukt über Allianz Assistance an: 35 Franken pro Jahr (Einzeldeckung) oder 49 Franken (Familiendeckung), mit Annullierungskosten bis 10’000 Franken pro Ereignis, bei der Familiendeckung bis 40’000. Wer Reiseschutz über die Karte will, zahlt also extra, während gebührenfreie Karten wie die Cumulus Kreditkarte ihn eingebaut haben. Die Schutznote 3.2 spiegelt beides: das belegte Kauf- und Rechtsschutzpaket und die Reisedeckung, die nur gegen Aufpreis da ist.
Cornèrcard Classic, ihre Geschwister und die Cashback-Karten
Cornèrcard führt die Classic als Einstieg einer ganzen Reihe: Darüber liegen die Gold und die Platinum mit höherem Cashback (0.6 Prozent in Franken bei der Gold, 0.9 bei der Platinum) und eingebauter Reiseversicherung, aber auch höherer Jahresgebühr. Wichtig für den Auslandsteil oben: Alle Cornèrcard-Kreditkarten teilen dieselbe Leistungsübersicht, dieselbe Fremdwährungsgebühr von 1.2 Prozent und denselben Wechselkurs. Die gemessenen 4.1 Prozent gelten deshalb auf Herausgeberebene für das ganze Cluster, eine isolierte Messung nur für die Classic oder die Gold gibt es nicht. Wer aufsteigt, bekommt mehr Cashback und Versicherung, aber denselben Auslands-Mechanismus.
Suchst du dagegen vor allem Rückvergütung, sind die gebührenfreien Cashback-Karten unten unter den Alternativen die bessere Adresse; auch sie zahlen im Ausland über den Kurs drauf, aber sie geben mehr zurück und kosten keine Jahresgebühr.
Hol dir die Karte nicht, wenn du ...
- ... vor allem Cashback willst. 0.3 Prozent in Franken sind tief; bei CHF 100 Jahresgebühr bleibt beim Referenzbudget ein Minus, eine gebührenfreie Cashback-Karte ist besser.
- ... oft im Ausland oder in fremder Währung zahlst. Offiziell 1.2 Prozent, real laut Messung rund 4.1 Prozent über den Kurs; auch Franken-Zahlungen bei Händlern mit Sitz im Ausland kosten 1.2 Prozent.
- ... eine eingebaute Reiseversicherung erwartest. Die kostet als Zusatzprodukt CHF 35 bis 49 pro Jahr extra; im Grundpreis ist keine enthalten.
- ... im Ausland regelmässig Bargeld beziehst. Jeder Bezug kostet 4 Prozent, mindestens CHF 10 am Automaten und CHF 15 am Schalter, ohne Freibetrag.
- ... die Rechnung auch mal in die Teilzahlung rutschen lässt. 12 Prozent Jahreszins fressen jedes Cashback um ein Vielfaches auf.
Hol dir die Karte, wenn du ...
- ... eine breit akzeptierte Visa oder Mastercard für den Schweizer Alltag willst und die Wahl des Netzes bewusst nutzt, etwa als Zweitkarte auf dem anderen Netz.
- ... Wert auf Einkaufs- und Rechtsschutz legst. Einkaufsschutz bis CHF 2’000 und Rechtsschutz bis CHF 250’000 sind für eine Einstiegskarte stark, und die Foren belegen, dass der Käuferschutz greift.
- ... einen zuverlässigen Service und eine gute App schätzt. Trustpilot 4.3 und App Store 4.78 sind für einen Kartenherausgeber ungewöhnlich hoch, und Betrugsfälle wurden laut Nutzern sauber storniert.
- ... die Karte vor allem in der Schweiz und in Franken einsetzt und die Monatsrechnung immer fristgerecht per Lastschriftverfahren begleichst. Wer so zahlt, sieht vom Auslands-Nachteil praktisch nichts und trägt nur die Jahresgebühr.
Cornèrcard Classic beantragen: Ablauf, Kreditlimite und die Gratis-Aktion
Beantragen kannst du die Karte online über cornercard.ch. Ein Mindestalter und ein geregeltes Einkommen setzt Cornèrcard voraus, eine konkrete Einkommensgrenze nennt der Herausgeber in den gelesenen Unterlagen nicht. Über die Zusage entscheidet die gesetzlich vorgeschriebene Bonitätsprüfung, also die Prüfung deiner Kreditfähigkeit, mit Eintrag bei der Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK). Die Ausgabelimite liegt bei höchstens 15 Prozent deines deklarierten Jahreseinkommens, in der Regel maximal 10’000 Franken (gemeinsame AGB Cornèrcard und BonusCard, Ausgabe 01.2025, Ziffer 2).
Zur Gratis-Aktion: Das erste Jahr ohne Jahresgebühr gilt laut Produktseite bis 31. Oktober 2026 (gelesen am 13. Juli 2026), eine befristete Aktion; ab dem zweiten Jahr kommen die 100 Franken zurück. Eine Karte, die sich beim Cashback nicht selbst trägt, würde ich nicht wegen eines geschenkten ersten Jahres beantragen, sondern nur, wenn Schutz, Service und breite Akzeptanz für dich zählen.
Roberts Urteil
Mein Urteil: Die Cornèrcard Classic ist eine gute Schweizer Alltagskarte mit einem klaren Auslands-Vorbehalt. Für 100 Franken im Jahr, im ersten Jahr gratis, bekommst du eine breit akzeptierte Visa oder Mastercard nach Wahl, einen starken Einkaufs- und Rechtsschutz und einen ungewöhnlich guten Service-Ruf. Daraus wird die Note 3.6. Zwei Dinge halte ich dagegen. Erstens trägt sich das Cashback nicht: 0.3 Prozent bringen beim normalen Budget rund 72 Franken, die 100 Franken Gebühr holt das nicht herein. Zweitens, der wichtigere Punkt: Der Auslandseinsatz kostet mehr, als die 1.2 Prozent vermuten lassen, weil der Wechselkurs eine Marge enthält, moneyland.ch mass auf Herausgeberebene rund 4.1 Prozent. Nimm die Classic, wenn du sie vor allem in der Schweiz und in Franken einsetzt, den Schutz und den Service willst und per Lastschriftverfahren zahlst. Für Rückvergütung nimm eine gebührenfreie Cashback-Karte, fürs Ausland leg eine Karte mit echtem Interbankkurs daneben.
Häufige Fragen
Was kostet die Cornèrcard Classic? Die Jahresgebühr beträgt 100 Franken. Im ersten Jahr ist die Karte gratis, eine befristete Aktion bis 31. Oktober 2026 (Stand Juli 2026); ab dem zweiten Jahr kommen die 100 Franken zurück.
Visa oder Mastercard, was ist besser? Du wählst bei der Bestellung selbst; beide laufen auf demselben Konto zu denselben Konditionen und werden gleich gut akzeptiert. Die Wahl lohnt vor allem, wenn du zwei Karten bewusst auf zwei Netze verteilst.
Lohnt sich das Cashback der Classic? Als alleiniger Grund nein. 0.3 Prozent in Franken bringen bei 2’000 Franken Umsatz im Monat rund 72 Franken im Jahr, denen 100 Franken Jahresgebühr gegenüberstehen: netto ein Minus von rund 28 Franken. Immerhin ist die Gutschrift ab 25 Franken frei verfügbar.
Was kostet die Cornèrcard Classic im Ausland wirklich? Offiziell 1.2 Prozent Fremdwährungsgebühr, doch eine Auswertung von moneyland.ch fand auf Herausgeberebene rund 4.1 Prozent, weil der Wechselkurs eine Marge enthält; ein Nutzer mass für sich 2.5 Prozent. Auch Franken-Zahlungen bei Händlern mit Sitz im Ausland kosten 1.2 Prozent.
Hat die Cornèrcard Classic eine Reiseversicherung? Nicht im Grundpreis. Sie ist ein kostenpflichtiges Zusatzprodukt über Allianz Assistance, für 35 Franken pro Jahr (Einzeldeckung) oder 49 Franken (Familiendeckung), mit Annullierungskosten bis 10’000 Franken pro Ereignis.
Wie hoch ist der Zins? Bei Teilzahlung 12 Prozent Jahreszins, der gesetzliche Höchstsatz; Mindestrückzahlung 2.5 Prozent des Saldos, mindestens 50 Franken. Solange die Rechnung innert der Zahlungsfrist von 25 Tagen vollständig beglichen wird, etwa per Lastschriftverfahren, kommt der Zins nie zum Zug.
Alternativen zur Cornèrcard Classic
Geht es dir vor allem um Rückvergütung statt um Schutz, bekommst du ohne Jahresgebühr mehr fürs Geld. Die Certo! One Mastercard gibt 1 Prozent Cashback bei drei frei wählbaren Händlern und kostet nichts, verlangt aber Aufmerksamkeit bei der Zahlungsfrist. Die Cumulus Kreditkarte der Migros Bank ist ebenfalls gratis und bringt sechs Versicherungsleistungen plus 24h-Assistance mit. Und wer die Rückvergütung in Franken statt Punkten will, findet sie bei den gebührenfreien Swisscard Cashback Cards mit 1 Prozent auf dem American-Express-Teil. Allen dreien gemeinsam: Fürs Ausland gehört eine Karte mit echtem Interbankkurs daneben.
Die App des Herausgebers in Zahlen
19’048 Bewertungen auf App Store, gelesen am 9. Oktober 2026.
Was die Versicherung wirklich deckt
Nur gegen Aufpreis · Allianz Assistance (AWP P&C S.A., Zweigniederlassung Wallisellen)
- Zahlungsbedingung, damit der Schutz giltZusatzprodukt gegen Prämie (CHF 35/Jahr Einzeldeckung, CHF 49/Jahr Familiendeckung); kein Mindestkarteneinsatz für Reisekosten genannt, Deckung gilt ab Abschluss der Zusatzversicherung.
- Annullierung der Reise (Storno)Bis CHF 10’000 pro Ereignis bei Einzeldeckung; bis CHF 10’000 pro Person und CHF 40’000 pro Ereignis bei Familiendeckung (Annullierungskosten).
- Heilungskosten und RücktransportNicht enthalten
- Dauer der ReiseGeht aus den Bedingungen nicht hervor
- Selbstbehalt beim MietwagenSelbstbehalt-Ausschluss für gemietete Fahrzeuge (CDW) inbegriffen, kein separater Betrag angegeben.
- Unfall: InvaliditätNicht enthalten
- Wenn du schon eine andere Versicherung hastGeht aus den Bedingungen nicht hervor
Der Einkaufsschutz
- EinkaufsschutzBis CHF 2’000 pro Schadensfall und CHF 5’000 pro Jahr (Cornèrcard Classic)Bedingungen
- Bestpreis-GarantieBis CHF 1’000 pro Schadensfall und Jahr (Cornèrcard Classic, Bestpreis-Garantie; Warenwert ab CHF 50, Preisdifferenz ab CHF 30)Bedingungen
- Verlängerte GarantieNicht enthalten
Beschwerden und Aufsicht
Cornèr Banca (inkl. BonusCard und PKZ Insider Card)
Fälle beim Bankenombudsman
Ein einzelner Fall bedeutet nicht, dass der betroffene Kartenherausgeber sich etwas hat zuschulden kommen lassen. Der Schweizerische Bankenombudsman veröffentlicht ausschliesslich Zahlen für die ganze Branche, nie für einzelne Anbieter.
- 2024136 Fälle in der Branche
- 2025120 Fälle in der Branche
Zahlen gelten für die ganze Branche, nicht für Cornèr Banca (inkl. BonusCard und PKZ Insider Card) allein. Quellen: Jahresbericht 2024 und Jahresbericht 2025 des Bankenombudsman
Bei der Aufsicht
Steht auf der Mitgliederliste der Schweizerischen Bankiervereinigung und ist damit vom Mandat des Schweizerischen Bankenombudsman erfasst. Die eigenen Kreditkarten AGB nennen die Ombudsstelle nicht direkt. Beleg, gelesen 13. Juli 2026
Bedingungshistorie
Noch keine dokumentierten Bedingungsänderungen. Die Dokumente der Karte werden monatlich geprüft.
Das Datum wird gesetzt, wenn die Bedingungen zuletzt direkt beim Herausgeber gelesen wurden.
