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Kreditkart

Migros Gold Kreditkarte im Test: CHF 200 für einen Punktesatz, den Migros Bank nicht nennt

Migros Gold Kreditkarte: Nicht zu verwechseln mit der gratis Cumulus-Karte

Wer «Migros Kreditkarte» googelt, landet fast immer bei der gratis Cumulus Visa, nicht bei dieser Karte. Die Gold Kreditkarte ist ein eigenes, kostenpflichtiges Produkt derselben Bank: CHF 200 im Jahr für die Hauptkarte, wählbar als Visa oder Mastercard, mit einem höheren Cumulus-Punktesatz und einem deutlich breiteren Versicherungspaket als die Cumulus-Schwester. Der Haken sitzt an zwei Stellen: Migros Bank nennt den genauen Punktesatz an keiner offiziellen Stelle, und wer im Ausland zahlt, trägt zusätzlich zur expliziten 1.75-Prozent-Gebühr denselben verdeckten Kursaufschlag, den eine unabhängige Messung schon bei der Cumulus-Karte gefunden hat.

Für diesen Test habe ich die aktuelle Preisliste der Migros Bank (Ausgabe 1. Juni 2026), das Produktinfoblatt von 2022 als Vergleichsdokument, die Versicherungsbedingungen sowie die Produktseite goldkreditkarte.html gelesen und zusätzlich in den Schweizer Finanzforen und auf Reddit nach Stimmen zu genau dieser Karte gesucht. Mein Fazit vorweg: Das Versicherungspaket ist real und auf mehreren Positionen grosszügiger als bei der Cumulus-Karte, aber die Jahresgebühr kaufst du, ohne zu wissen, wie viele Cumulus-Punkte am Ende tatsächlich dabei herausspringen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Jahresgebühr beträgt CHF 200 für die Hauptkarte, CHF 50 für eine Zusatzkarte und CHF 230, wenn du Visa und Mastercard gleichzeitig als Kombikarte willst.
  • Der Cumulus-Punktesatz ist gegenüber der gratis Cumulus-Karte erhöht, aber Migros Bank veröffentlicht den genauen Multiplikator an keiner Stelle, weder auf der Produktseite noch im Produktinfoblatt noch in der Preisliste.
  • Fremdwährungskäufe kosten explizit 1.75 Prozent. Eine unabhängige Messung fand zusätzlich einen tatsächlichen Kursaufschlag von rund 3 Prozent auf Ebene der Migros Bank, dieselbe Zahl wie bei der Schwesterkarte Cumulus.
  • Das Versicherungspaket ist breiter als bei Cumulus: Reiseannullation bis CHF 20’000, Reiseunterbruch bis CHF 15’000, medizinische Reiseassistenz im Ausland bis CHF 250’000, dazu eine Transportmittelunfallversicherung mit Tod- und Invaliditätssumme je bis CHF 500’000.
  • Bei Teilzahlung oder Verzug fallen 10.4 Prozent Zins im Jahr an, dazu CHF 20 pro Verzugsfall; ein älteres Produktinfoblatt nannte noch 9.4 Prozent, der Zins ist also gestiegen.
  • Bei der Referenzrechnung dieser Seite (CHF 2’000 Umsatz im Monat, 15 Prozent davon im Ausland) kostet dich die Karte netto rund CHF 263 im Jahr: CHF 200 Jahresgebühr plus rund CHF 63 Fremdwährungsgebühr, ohne den unbezifferten Punktesatz gegenzurechnen. Details im Rechner weiter unten.
Karte Gold Kreditkarte

Kartendaten

Jahresgebühr
CHF 200Hauptkarte CHF 200 (entfällt für Premiumkunden oder bei Verzicht auf das Cumulus-Programm). Zusatzkarte CHF 50. Kombikarte Mastercard+Visa Gold CHF 230.
Punkte
Automatische Cumulus-Teilnahme mit höherem Punktesatz als bei der Standardkarte; der genaue Multiplikator wird in den offiziellen Dokumenten nicht veröffentlicht.
Fremdwährungsgebühr
1.75%Offiziell. Unabhängig gemessener Kursaufschlag: rund 3% (moneyland.ch)
Zins
10.40%Kreditzins und Verzug 10.4%, CHF 20 pro Verzugsfall (Preisliste 2026-06-01). Ein älteres Produktinfoblatt (2022-10-01) nannte 9.4%: nicht mehr aktuell, ersetzt.
Zinsfreie Tage
Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
Bargeldbezug
4%, mind. CHF 10Bargeldbezug am Bancomat Migros Bank sowie an Fremdbank- und Auslandbancomaten kostet einheitlich 4%, mindestens CHF 10. Am Bankschalter der Migros Bank ist kein Bargeldbezug mit der Kreditkarte vorgesehen (Preisliste «Preise für Dienstleistungen», Ausgabe 2026-06-01).
Reiseversicherung
EnthaltenReiseannullation bis CHF 20’000, Reiseunterbruch bis CHF 15’000, medizinische Reiseassistenz im Ausland bis CHF 250’000.
Zahlungsnetzwerk
Visa oder Mastercard (Netzwerk wählbar)
Voraussetzungen
18 Jahre

Was dir die Karte bei deinem Ausgabenniveau zurückgibt

Zieh am Regler und stell die Gold Kreditkarte neben die TCS Travel Mastercard Gold. Dieselbe Rechnung wie auf der Startseite: Bonuswert minus Jahresgebühr, aus den Kartendaten. Die Rückvergütung ist nicht die Note: dort wiegen auch Schutz und Kosten mit.

CHF 2’000
TCS Travel Mastercard Gold1% zurück, Jahresgebühr CHF 100CHF 0netto pro JahrBringt am meisten
Gold KreditkarteAutomatische Cumulus-Teilnahme mit höherem Punktesatz als bei der Standardkarte; der genaue Multiplikator wird in den offiziellen Dokumenten nicht veröffentlicht.keine feste Zahl

Berechnet als Vorteil minus Jahresgebühr, bei monatlich vollständig beglichener Rechnung.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Volles Reiseversicherungspaket: Annullierung CHF 20’000, Reiseunterbruch CHF 15’000, medizinische Reise-Assistenz weltweit ausser Schweiz CHF 250’000.
  • Zusätzlich Einkaufs- und Transportversicherung CHF 1’000, Best Price Garantie CHF 2’000, Garantieverlängerung CHF 5’000 (+24 Monate), Mietwagen-Selbstbehaltversicherung CHF 10’000, Unfalltod/-invalidität je CHF 500’000.
  • Erhöhter Cumulus-Punktesatz gegenüber der gratis Cumulus-Kreditkarte; Punkte sind als Cumulus-Bon im gesamten Migros-Ökosystem einlösbar (Supermarkt, Tankstelle, Apotheke).
  • Visa oder Mastercard, die Kundschaft wählt das Netzwerk.
  • Trustpilot bewertet die Migros Bank mit 4.5 von 5 Sternen (2’076 Bewertungen), die App «one» mit 4.71 von 5 Sternen.

Nachteile

  • Jahresgebühr CHF 200 (Hauptkarte), CHF 50 (Zusatzkarte), CHF 230 für die Kombikarte Mastercard und Visa.
  • Zusätzlich zum Kursaufschlag des Kartennetzwerks erhebt Migros Bank einen expliziten Fremdwährungszuschlag von 1.75 Prozent, anders als bei der gratis Cumulus-Kreditkarte.
  • Eine unabhängige Messung (Moneyland Swiss Credit Card Cost Study 2025, Stichprobe im April und Mai 2025) fand einen tatsächlichen Gesamtaufschlag von rund 3 Prozent für Migros Bank.
  • Den genauen Cumulus-Punktemultiplikator für die Gold-Karte veröffentlicht Migros Bank an keiner Stelle.
  • Der Zins liegt bei 10.4 Prozent; ein älteres Produktinfoblatt nannte noch 9.4 Prozent, der Zins ist also gestiegen.

Das Urteil in einem Satz: Für Migros-Kundschaft mit hohem monatlichem Umsatz, die den erhöhten Cumulus-Punktesatz trotzdem will, eine Premium-Kreditkarte mit einem deutlich breiteren Versicherungspaket als die gratis Cumulus-Karte; die ehrlichen Schwächen: Migros Bank nennt den Punktesatz an keiner Stelle, die Jahresgebühr von CHF 200 gehört zum oberen Drittel in unserem Vergleich, und im Ausland kommt zum selben Kursaufschlag wie bei der gratis Cumulus-Karte noch eine explizite 1.75-Prozent-Gebühr obendrauf.

Gold oder Cumulus? Zwei Migros Bank-Karten, ein Name, den man leicht verwechselt

Migros Bank gibt tatsächlich zwei unterschiedliche Kreditkarten heraus, und beide tragen Cumulus im Namen oder im Marketing. Die gratis Cumulus Kreditkarte kostet CHF 0 im Jahr, bringt 1 Cumulus-Punkt pro Franken bei Migros und 1 Punkt pro 3 Franken ausserhalb, macht rund 0.33 Prozent Rückvergütung ausserhalb von Migros. Diese Karte hier, die Gold, kostet CHF 200 im Jahr für die Hauptkarte (CHF 230 für die Kombikarte mit beiden Netzwerken) und wirbt mit einem «erhöhten» Punktesatz, ohne die Zahl dahinter zu nennen.

Beide Karten teilen sich denselben Versicherer, die Allianz (AWP P&C S.A., Zweigniederlassung Wallisellen), und dieselben Vertragsbedingungen: Die Gold nutzt darin schlicht die höhere Stufe «Gold CHF/EUR» mit grösseren Deckungssummen. Auch beim Zinssatz für offene Beträge gibt es keinen Unterschied: 10.4 Prozent, bei beiden Karten gleich hoch. Der Unterschied liegt bei der Jahresgebühr, beim Punktesatz und bei den Deckungssummen der Versicherung, nicht bei der Zinsstruktur.

Wichtig fürs Ausland: Die Cumulus-Karte hat keine explizite Fremdwährungsgebühr, dafür aber laut den eigenen Bedingungen einen Kursaufschlag, den eine unabhängige Messung mit rund 3 Prozent bezifferte. Die Gold erhebt zusätzlich zu genau demselben Kursmechanismus eine explizite Gebühr von 1.75 Prozent. Für reines Auslandzahlen ist die teurere Karte damit nicht automatisch die bessere Wahl, mehr dazu im Abschnitt zum Wechselkurs weiter unten.

Migros Gold Kreditkarte Erfahrungen: Warum das Netz zur Gold schweigt, aber bei Cumulus laut wird

Zu dieser Karte im Speziellen gibt es im Schweizer Netz keine einzige wörtliche Stimme, und der Grund dafür lässt sich sogar belegen: Jede Diskussion über eine Migros Bank-Kreditkarte, die sich in den durchsuchten Kanälen findet, dreht sich um die gratis Cumulus-Karte, nie um die Gold. Die Suche deckte Migipedia (Migros' eigene Kundencommunity), das Finanzrudel-Forum und die Schwiizerfranke-Community ab, dazu moneyland.ch über eine vollständige Durchsuchung sämtlicher Forenseiten via Wayback Machine sowie Reddit über die Archivwerkzeuge pullpush und arctic-shift, jeweils mit mehreren gezielten Suchbegriffen rund um «Migros Gold» und «Goldkarte». Das Ergebnis ist überall gleich: Migros-Kreditkarten kommen vor, aber praktisch ausschliesslich als Cumulus. Kein einziger Treffer nennt die Gold beim Namen oder stellt sie einer teureren Alternative gegenüber.

Das ist eine bestätigte Nullernte, keine offene Lücke in der Recherche. Die naheliegende Erklärung: Wer bei Migros einkauft, greift meist zur gratis Karte, und nur eine kleine, in Foren kaum sichtbare Kundengruppe zahlt bewusst CHF 200 für den höheren Punktesatz und das grössere Versicherungspaket. Zahlen gibt es dafür nur auf Ebene der Bank, nicht der einzelnen Karte: Migros Bank steht auf Trustpilot bei 4.5 von 5 Sternen (2’076 Bewertungen), die App «one» im App Store bei 4.71 von 5 (84’674 Bewertungen), dieselben Werte, die auch bei der Cumulus-Karte in die Teilnote «Stimmen im Netz» einfliessen.

Der unbezifferte Punktesatz: was CHF 200 im Jahr tatsächlich kaufen

Der eigentliche Knackpunkt dieser Karte liegt nicht im Kleingedruckten, sondern in einer fehlenden Zahl. Die Produktseite verspricht einen erhöhten Cumulus-Punktesatz gegenüber der Standardkarte, aber weder die aktuelle Webseite noch das Produktinfoblatt von 2022 noch die Preisliste vom 1. Juni 2026 nennen den Multiplikator. Eine gezielte Suche nach Drittquellen, die die Zahl beziffern, blieb ohne Ergebnis.

Die Einlösung selbst ist kein Problem: Cumulus-Punkte fliessen als Cumulus-Bon und lassen sich im ganzen Migros-Ökosystem einlösen, im Supermarkt, an der Tankstelle, in der Apotheke, nicht an einen einzigen Laden gebunden. Das Problem sitzt vor der Einlösung, bei der Sammelrate selbst: Ohne eine Zahl lässt sich hier nicht ausrechnen, ob sich die CHF 200 Jahresgebühr über die Punkte amortisiert. Die Vorsichtsregel dieser Seite gilt deshalb konsequent: Ein unbeziffertes Versprechen wird nie gutgeschrieben, egal wie plausibel ein höherer Satz klingt. Das drückt die Teilnote Bonuswert deutlich unter den Durchschnitt, unabhängig davon, wie grosszügig der tatsächliche Punktesatz am Ende ausfällt. Wer die Karte trotzdem will, sollte vor der Anmeldung direkt bei der Migros Bank nach der genauen Zahl fragen, denn aus den öffentlichen Dokumenten lässt sie sich nicht ablesen.

Im Ausland: 1.75 Prozent, und derselbe Kursmechanismus wie bei der gratis Karte

Für Zahlungen in Fremdwährung erhebt die Gold eine explizite Gebühr von 1.75 Prozent auf den in Franken umgerechneten Betrag, eine Position, die die gratis Cumulus-Karte gar nicht kennt. Was diese Zahl nicht zeigt, ist der Kurs selbst: Moneyland hat im Rahmen der Swiss Credit Card Cost Study 2025 (Stichprobe an 13 Tagen im April und Mai 2025) gemessen, wie stark der von der Migros Bank verwendete Wechselkurs vom Interbankenkurs abweicht, und kam auf rund 3 Prozent. Diese Zahl gilt für die Migros Bank als Institut, nicht gesondert für die Gold, und ist dieselbe Messung, die auch bei der Cumulus-Karte zur Anwendung kommt.

Damit ergibt sich ein Bild, das man bei einer teureren Karte nicht erwartet: Der zugrunde liegende Kursaufschlag ist bei Gold und Cumulus derselbe, aber die Gold packt ihre eigene 1.75-Prozent-Gebühr obendrauf. Wer regelmässig im Ausland zahlt, sollte diese Rechnung machen, bevor er wegen der Gold zur Bank geht: CHF 200 Jahresgebühr für eine Auslandsgebühr, die die kostenlose Schwesterkarte gar nicht in Rechnung stellt.

Auch beim Bargeld ist die Gold teuer: 4 Prozent pro Bezug, mindestens CHF 10, einheitlich am Bancomat der Migros Bank, bei Fremdbanken und im Ausland, ohne ein einziges gebührenfreies Kontingent im Jahr; am Bankschalter der Migros Bank ist ein Bargeldbezug mit dieser Karte gar nicht vorgesehen. Zum Vergleich: Die Cumulus-Karte erlaubt zwei kostenlose Auslandsbezüge im Jahr, bevor auch dort 2.5 Prozent fällig werden. Bietet ein Terminal oder Bancomat im Ausland an, die Zahlung direkt in Franken statt in der Landeswährung abzurechnen (Dynamic Currency Conversion), lehne ab: Ein Drittanbieter legt diesen Kurs fest, und er liegt so gut wie immer tiefer, als wenn du einfach in der jeweiligen Landeswährung bezahlst.

Zins, Verzugsgebühr und was die Preisliste nicht sagt

Bei vollständiger und fristgerechter Zahlung kostet dich die Karte ausser der Jahresgebühr nichts. Verzögert sich die Zahlung oder nutzt du die Teilzahlungsoption, wird es teurer: 10.4 Prozent im Jahr, ein Satz, der zwar unter der gesetzlichen Obergrenze von 12 Prozent bleibt (seit 1. Januar 2026 für Kreditkarten in der Schweiz in Kraft), aber, anders als bei manch anderer Karte, nicht mit diesem neuen Deckel gesunken ist. Ein älteres Produktinfoblatt von 2022 nannte noch 9.4 Prozent: Bei dieser Karte ist der Zins also gestiegen, nicht gesunken, obwohl der gesetzliche Rahmen in der Zwischenzeit enger wurde. Dazu kommt eine eigene Position, unabhängig vom Zins: CHF 20 pro Verzugsfall.

Drei Angaben fehlen in den von mir gelesenen Dokumenten vollständig: die Anzahl zinsfreier Tage, ein separat ausgewiesener effektiver Jahreszins, das gesetzliche Vergleichsmass für Kreditkosten, und ein konkretes Einkommenserfordernis für den Antrag. Migros Bank nennt für keinen dieser drei Punkte eine Zahl, weder auf der Produktseite noch in der Preisliste vom 1. Juni 2026.

Das Versicherungspaket: mehr als bei Cumulus, aber nicht auf jeder Position

Die Gold bringt gegenüber der Cumulus-Karte tatsächlich mehr Versicherungsschutz, aber nicht auf jeder einzelnen Position mehr. Neu hinzu kommen eine Reiseannullationsversicherung bis CHF 20’000, die die Cumulus-Karte gar nicht kennt, eine deutlich höhere Reiseunterbruchdeckung (CHF 15’000 statt CHF 4’000), eine medizinische Reiseassistenz im Ausland bis CHF 250’000, eine Garantieverlängerung für Elektronikartikel um 24 Monate bis CHF 5’000, eine Mietwagen-Selbstbehaltversicherung bis CHF 10’000, eine Gepäckversicherung bei Verlust oder Verspätung sowie eine Transportmittelunfallversicherung mit Tod- und Invaliditätssumme je bis CHF 500’000. Diese Positionen allein rechtfertigen für sich schon einen Teil der Jahresgebühr, wenn du sie tatsächlich brauchst.

Zwei Punkte sprechen dagegen für die gratis Schwesterkarte. Erstens deckt die Einkaufs- und Transportversicherung bei der Gold nur CHF 1’000 pro Ereignis, bei der Cumulus-Karte sind es CHF 2’000: Wer vor allem wegen dieses einen Schutzes zur teureren Karte greift, bekommt hier tatsächlich weniger fürs Geld. Zweitens fehlen der Gold zwei Deckungen, die bei Cumulus inbegriffen sind: der Online-Kontoschutz und der Online-Rechtsschutz, bei der gratis Karte mit je CHF 10’000 versichert. Bei der Bestpreis-Garantie sind beide Karten gleich, CHF 2’000 pro Ereignis, dazu bei der Gold eine eigene Einkaufsversicherung innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf.

Wie bei der Cumulus-Karte greift eine Kartenzahlungsquote als Bedingung: Reiseunterbruch, Bestpreis-Garantie und die Einkaufs- und Transportversicherung setzen voraus, dass du die Reisekosten oder den Kaufpreis zu wenigstens 60 Prozent mit dieser Karte beglichen hast, sonst zahlt die Versicherung nicht. Nur die Such- und Rettungskosten bis CHF 60’000 sowie die medizinische Reiseassistenz bis CHF 250’000 sind von dieser Schwelle unabhängig. Die vollständige Aufschlüsselung aller Deckungssummen steht im Versicherungsblock weiter unten.

Hol dir die Karte nicht, wenn du ...

  • ... eigentlich die Cumulus-Karte gesucht hast. Die gratis Cumulus Kreditkarte ist ein anderes Produkt derselben Bank; diese hier kostet CHF 200 im Jahr.
  • ... vor allem im Ausland zahlst. Zum selben Kursaufschlag wie bei Cumulus (rund 3 Prozent laut unabhängiger Messung) kommt eine explizite Gebühr von 1.75 Prozent dazu.
  • ... vorab wissen willst, wie viele Punkte du bekommst. Migros Bank veröffentlicht den Cumulus-Multiplikator für die Gold an keiner Stelle.
  • ... unterwegs oft am Bancomat stehst. 4 Prozent pro Bezug (mindestens CHF 10), egal ob in der Schweiz oder im Ausland, ganz ohne Freikontingent; die Cumulus-Karte erlaubt zwei kostenlose Bezüge im Jahr.
  • ... vor allem die Einkaufs- und Transportversicherung willst. Die gratis Cumulus-Karte deckt hier CHF 2’000 statt CHF 1’000.

Hol dir die Karte, wenn du ...

  • ... die Reiseannullationsversicherung willst. Bis CHF 20’000, eine Deckung, die die Cumulus-Karte gar nicht kennt.
  • ... viel bei Migros einkaufst und den höheren, wenn auch unbezifferten Punktesatz mitnehmen willst.
  • ... eine hohe medizinische Reiseassistenz im Ausland suchst. CHF 250’000, dazu eine Transportmittelunfallversicherung mit Tod- und Invaliditätssumme je bis CHF 500’000.
  • ... deine Rechnung immer fristgerecht bezahlst. Dann bleibt es bei den CHF 200 im Jahr, ohne die 10.4 Prozent Zins bei Teilzahlung.

Migros Gold Kreditkarte beantragen: Ablauf und Voraussetzungen

Der Antrag läuft online über die Migros Bank. Verlangt werden volle 18 Jahre und ein Wohnsitz in der Schweiz, in Liechtenstein, Deutschland, Österreich oder Frankreich, bestätigt sowohl im Produktinfoblatt von 2022 als auch auf der aktuellen Produktseite (Stand 17. Juli 2026). Ein konkretes Einkommenserfordernis nennt keine der gelesenen Quellen; entschieden wird über die gesetzlich vorgeschriebene Bonitätsprüfung, deren Ergebnis bei der Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK) hinterlegt wird.

Du wählst bei der Anmeldung zwischen Visa und Mastercard. Wer beide Netzwerke gleichzeitig auf einer Kombikarte will, zahlt CHF 230 statt CHF 200 im Jahr. Eine Zusatzkarte für eine weitere Person im Haushalt kostet CHF 50.

Roberts Urteil

Mein Urteil: Die Migros Gold Kreditkarte ist zunächst einmal keine bessere Cumulus-Karte, sondern ein eigenständiges, deutlich teureres Produkt derselben Bank mit einem breiteren Versicherungspaket. Die Reiseannullation bis CHF 20’000, die höhere Reiseunterbruchdeckung und die Unfallsummen sind ein echter Zugewinn gegenüber der gratis Schwesterkarte. Zwei Dinge halten die Note bei 3.6. Erstens: Migros Bank nennt den beworbenen erhöhten Punktesatz an keiner Stelle als Zahl, und ohne Zahl lässt er sich hier nicht in eine Rechnung einbauen, egal wie plausibel er klingt. Zweitens: Im Ausland zahlst du auf denselben Kursaufschlag, den die kostenlose Cumulus-Karte schon trägt, zusätzlich eine explizite Gebühr von 1.75 Prozent, ein schlechteres Angebot fürs Ausland als bei der eigenen gratis Schwesterkarte. Nimm die Gold, wenn dir die zusätzlichen Versicherungen, allen voran die Reiseannullation, den Aufpreis wert sind und du hauptsächlich in Franken zahlst. Willst du vor allem Cumulus-Punkte oder eine Karte fürs Ausland, bleib bei der gratis Cumulus-Karte und leg bei Bedarf eine zweite Karte mit echtem Interbankkurs daneben.

Häufige Fragen

Ist die Migros Gold Kreditkarte dasselbe wie die Cumulus Kreditkarte? Nein. Beide stammen von der Migros Bank, sind aber getrennte Produkte: die Cumulus Kreditkarte kostet CHF 0 im Jahr, die Gold CHF 200. Die Gold hat einen höheren, aber unbezifferten Punktesatz und ein breiteres Versicherungspaket.

Was kostet die Migros Gold Kreditkarte? CHF 200 im Jahr für die Hauptkarte, CHF 50 für eine Zusatzkarte, CHF 230 für die Kombikarte mit Visa und Mastercard gleichzeitig.

Wie viele Cumulus-Punkte gibt es mit der Gold-Karte? Mehr als mit der Standardkarte, aber Migros Bank nennt den genauen Multiplikator in keinem der geprüften Dokumente. Eine gezielte Suche nach einer Drittquelle mit der genauen Zahl blieb ohne Ergebnis.

Was kostet die Karte im Ausland? Explizit 1.75 Prozent auf Fremdwährungskäufe, dazu laut unabhängiger Messung (Stichprobe an 13 Tagen im April und Mai 2025) ein Kursaufschlag von rund 3 Prozent auf Ebene der Migros Bank, derselbe Wert wie bei der gratis Cumulus-Karte. Bargeld ist unabhängig vom Ort einheitlich mit 4 Prozent bepreist (mindestens CHF 10), ganz ohne Freikontingent.

Welche Versicherungen sind inbegriffen? Unter anderem Reiseannullation bis CHF 20’000, Reiseunterbruch bis CHF 15’000, medizinische Reiseassistenz im Ausland bis CHF 250’000, eine Transportmittelunfallversicherung mit Tod- und Invaliditätssumme je bis CHF 500’000 und eine Einkaufs- und Transportversicherung bis CHF 1’000. Die vollständige Liste steht im Versicherungsblock weiter unten auf dieser Seite.

Gibt es Erfahrungsberichte zur Migros Gold Kreditkarte? Nein, jedenfalls nicht zu diesem konkreten Kartenprodukt: Weder Migipedia noch Finanzrudel, Schwiizerfranke, moneyland.ch oder Reddit lieferten auch nur eine Stimme, die die Gold beim Namen nennt. Wer über eine Migros Bank-Kreditkarte schreibt, meint in praktisch jedem gefundenen Beitrag die gratis Cumulus-Karte.

Die App des Herausgebers in Zahlen

84’674 Bewertungen auf App Store, gelesen am 9. Oktober 2026.

4.71 von 5
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Was die Versicherung wirklich deckt

In der Karte enthalten · Allianz (AWP P&C S.A., Zweigniederlassung Wallisellen)

  • Zahlungsbedingung, damit der Schutz giltDie Reisekosten bzw. der Kaufpreis müssen mindestens zu 60 Prozent mit der Karte bezahlt worden sein (gilt je nach Versicherungsdeckung; für Such- und Rettungskosten, die Medizinische Reise-Assistance und die 24h-Assistance ist keine Kartenzahlungsquote vorausgesetzt).
  • Annullierung der Reise (Storno)CHF 20’000 pro Ereignis
  • Heilungskosten und RücktransportRückreise/Rückführung CHF 250’000, Heilungskosten CHF 250’000 (weltweit ausser Schweiz)
  • Dauer der Reisemax. 90 Tage pro Reise (Reiseunterbruch, Reiseannullation, Gepäck- und Medizinische Reise-Assistance-Deckungen); unlimitiert bei Such- und Rettungskosten sowie Mietwagen-Selbstbehaltversicherung
  • Selbstbehalt beim MietwagenCHF 10’000 pro Ereignis
  • Unfall: InvaliditätCHF 500’000 pro Ereignis und Person
  • Wenn du schon eine andere Versicherung hastBei Mehrfachversicherung erbringt der Versicherer seine Leistungen subsidiär; hat der Versicherer trotzdem Leistungen erbracht, gelten diese als Vorschuss und die versicherte Person tritt ihre Ansprüche gegenüber Dritten an den Versicherer ab.

Der Einkaufsschutz

  • EinkaufsschutzCHF 1’000 pro EreignisBedingungen
  • Bestpreis-GarantieCHF 2’000 pro EreignisBedingungen
  • Verlängerte GarantieCHF 5’000 pro Ereignis, Garantieverlängerung um 24 MonateBedingungen

Alle Beträge, Auflagen und Ausnahmen für jede Karte

Beschwerden und Aufsicht

Migros Bank

Fälle beim Bankenombudsman

Ein einzelner Fall bedeutet nicht, dass der betroffene Kartenherausgeber sich etwas hat zuschulden kommen lassen. Der Schweizerische Bankenombudsman veröffentlicht ausschliesslich Zahlen für die ganze Branche, nie für einzelne Anbieter.

  • 2024136 Fälle in der Branche
  • 2025120 Fälle in der Branche

Zahlen gelten für die ganze Branche, nicht für Migros Bank allein. Quellen: Jahresbericht 2024 und Jahresbericht 2025 des Bankenombudsman

Bei der Aufsicht

Ist gemäss eigenen Angaben (FIDLEG Informationen) dem Schweizerischen Bankenombudsman angeschlossen. Beleg, gelesen 13. Juli 2026

Das ganze Bild mit Methode und Quellen

Bedingungshistorie

Noch keine dokumentierten Bedingungsänderungen. Die Dokumente der Karte werden monatlich geprüft.

Alle Bedingungsänderungen für Gold Kreditkarte

Bedingungen geprüft am 17. Juli 2026Nächste Prüfung: November 2026

Das Datum wird gesetzt, wenn die Bedingungen zuletzt direkt beim Herausgeber gelesen wurden.

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