poinz Visa im Test: die 0.25-Prozent-Reservekarte, die du zur poinz Amex dazubekommst
poinz Visa: Braucht es das zweite Kärtchen im poinz-Duo überhaupt?
Wählen kannst du es ohnehin nicht: Die poinz Visa kommt automatisch mit der poinz American Express, du beantragst immer beide zusammen über ein gemeinsames Konto. Die ehrlichere Frage ist deshalb nicht, ob du die Visa nimmst, sondern was sie taugt, wenn sie schon im Portemonnaie liegt. Die Antwort in einem Satz: wenig eigenes Gewicht, aber einen klaren Zweck. Die Visa trägt 0.25 Prozent Cashback, ein Viertel der 1 Prozent auf dem Amex-Teil, und ist dazu da, dort zu zahlen, wo American Express nicht durchgeht.
Formelle Herausgeberin beider Karten ist die Swisscard AECS in Horgen, dieselbe Gesellschaft wie hinter den Amex-Karten; Marke und Cashback-Programm gehören der poinz AG. Ein eigenes Gebührenblatt gibt poinz nicht heraus; die laufenden Kosten habe ich deshalb dem Vergleichsportal bonus.ch entnommen, das die poinz-Visa-Konditionen so führt, wie sie das Gebührenblatt der Swisscard-Cashback-Karten desselben Herausgebers vorgibt. Gelesen habe ich dazu die poinz-Kartenseite, die Versicherungsbedingungen, den Trustpilot-Auftritt und die Stimmen aus den Schweizer Finanzforen und von Reddit. Und da fiel das Eigentliche auf: Von rund 290 poinz-Kommentaren, die ich durchgesehen habe, erwähnen nur sechs überhaupt die Visa, und genau eine Stimme beschreibt, was das Visa-Bein für sich leistet. Die Note 4.0 gilt für das Duo; die Visa ergänzt die höhere Rückvergütung der American Express mit breiter Akzeptanz.
Du beantragst ein gemeinsames Paket aus American Express und Visa. Die Note 4.0 gilt für das gemeinsame Paket mit American Express als Hauptkarte und Visa als Reserve. Der Rechner auf dieser Seite zeigt ausschliesslich den Visa-Teil mit 0.25 Prozent Cashback; für das Paket zählt auch die American Express mit 1 Prozent. Wie viel du insgesamt zurückbekommst, hängt davon ab, mit welchem Teil du zahlst.
Das Wichtigste in Kürze
- Die poinz Visa kostet CHF 0 im Jahr, und zwar jedes Jahr; einzeln gibt es sie nicht, sie kommt nur im Duo mit der poinz American Express über ein gemeinsames Konto.
- Der Visa-Teil bringt 0.25 Prozent Cashback auf alle Käufe weltweit, ein Viertel des American-Express-Teils. Nach der Referenzrechnung dieser Seite sind das netto rund CHF 60 im Jahr, 0.25 Prozent auf CHF 24’000 Jahresumsatz; den auf dein Budget gerechneten Wert findest du im Rechner weiter unten.
- Gutgeschrieben wird das Cashback binnen 24 Stunden als Franken-Guthaben auf einem poinz-Konto, nicht auf der Kartenrechnung; aufs Bankkonto überweist du es erst ab CHF 100 («Cash out»), was bei 0.25 Prozent dauert.
- Ein eigenes Gebührenblatt fehlt bei poinz; laut bonus.ch kostet die Fremdwährung 2.5 Prozent, der Bargeldbezug 4 Prozent (mindestens CHF 10) und die Teilzahlung 12 Prozent Zins.
- Im Ausland ist die Fremdwährungsgebühr von 2.5 Prozent das Zehnfache der 0.25 Prozent Cashback; für Käufe in fremder Währung ist der Visa-Teil trotz breiter Akzeptanz die falsche Wahl.
- Statt einer Reiseversicherung liegt nur ein Rückgabeschutz bis CHF 1’000 pro Kauf bei. poinz.ch hält auf Trustpilot 4.6 von 5 aus 269 Bewertungen. Note 4.0.
Kartendaten
- Jahresgebühr
- CHF 0
- Cashback
- 0.25% Cashback auf alle Käufe weltweit, wird innerhalb von 24 Stunden dem poinz-Konto in CHF gutgeschriebenkeine Obergrenze angegeben
- Fremdwährungsgebühr
- 2.50%
- Zins
- 12.00%Jahreszins ab Buchungsdatum 12% (gesetzlicher Höchstsatz seit 1. Januar 2026). Die Teilzahlung ist eine Option: Wer die Monatsrechnung nicht vollständig begleicht, zahlt ab Buchungsdatum diesen Zins. Wer alles fristgerecht bezahlt, zahlt keinen Zins.
- Zinsfreie Tage
- Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
- Bargeldbezug
- 4%, mind. CHF 10Bargeldbezug am Bancomat kostet im In- und Ausland 4%, mindestens CHF 10 pro Bezug. Auf Bargeldbezüge gibt es kein Cashback.
- Reiseversicherung
- Nicht enthaltenKeine Reiseversicherung. Über die poinz-Sammelversicherung (Allianz Assistance) ist nur ein Rückgabeschutz gedeckt (Return Protection, CHF 1’000 pro Kauf), keine Reise- oder Annullierungsdeckung.
- Zahlungsnetzwerk
- Visa
- Voraussetzungen
- 18 Jahre, jährliches Bruttoeinkommen von mindestens CHF 6’000 oder Vermögen bzw. Sicherheit von CHF 10’000, Schweizer Bankkonto
Was dir die Karte bei deinem Ausgabenniveau zurückgibt
Zieh am Regler und stell die poinz Visa neben die TCS Travel Mastercard Gold. Dieselbe Rechnung wie auf der Startseite: Bonuswert minus Jahresgebühr, aus den Kartendaten. Die Rückvergütung ist nicht die Note: dort wiegen auch Schutz und Kosten mit.
Berechnet als Vorteil minus Jahresgebühr, bei monatlich vollständig beglichener Rechnung.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Keine Jahresgebühr, dauerhaft; die poinz Visa kommt im Duo mit der poinz American Express über ein gemeinsames Konto.
- 0.25 Prozent Cashback auf alle Käufe weltweit mit dem Visa-Teil; der Betrag wird innert 24 Stunden in Franken dem poinz-Konto gutgeschrieben.
- Der Visa-Teil bietet weltweit breite Akzeptanz und deckt Zahlungen ab, bei denen American Express nicht akzeptiert wird.
- Das Cashback kommt als Franken-Guthaben und lässt sich aufs Bankkonto übertragen oder im poinz-Shop für Gutscheine einlösen.
- Ein zufriedener Duo-Nutzer sieht im gebührenfreien Paket viel Wert samt zusätzlicher Online-Cashback-Deals für diverse Shops.
Nachteile
- Nur 0.25 Prozent Cashback, ein Viertel des American-Express-Teils; ein Nutzer beschränkt die Visa-Karte deshalb auf Schweizer Händler, weil die Auslandgebühr die geringe Cashback auffrisst.
- Das Cashback landet auf einem separaten poinz-Konto statt direkt auf der Kartenabrechnung; auf dein Bankkonto auszahlen lässt es sich erst ab einem Guthaben von CHF 100 («Cash out»), und bei nur 0.25 Prozent wächst das Guthaben entsprechend langsam.
- Die Fremdwährungsgebühr von 2.5 Prozent übersteigt die 0.25 Prozent Cashback um ein Vielfaches; für Auslandeinkäufe lohnt sich die Karte trotz breiter Visa-Akzeptanz nicht. Da poinz kein eigenes Gebührenblatt veröffentlicht, ist der Satz über das Vergleichsportal bonus.ch (16. Juli 2026) belegt, deckungsgleich mit dem Swisscard-Cashback-Gebührenblatt desselben Herausgebers.
- Der Bargeldbezug am Bancomat kostet im In- und Ausland 4 Prozent, mindestens CHF 10, und bringt kein Cashback; belegt über bonus.ch (16. Juli 2026), mehr als die 3.75 Prozent der Cembra-Kartenfamilie.
- Die Teilzahlung kostet 12 Prozent Zins ab Buchungsdatum (gesetzlicher Höchstsatz seit 1. Januar 2026); sie soll laut Vergleichsportalen bei Vertragsabschluss standardmässig aktiv sein und muss abgeschaltet werden, damit die ganze Rechnung zinsfrei bleibt.
- Keine Reiseversicherung; über die poinz-Sammelversicherung (Allianz Assistance) ist nur ein Rückgabeschutz gedeckt (Return Protection, CHF 1’000 pro Kauf ab CHF 60, wenn der Verkäufer die Rücknahme innert 90 Tagen ablehnt).
Das Urteil in einem Satz: Als eigenständige Karte lohnt sich die poinz Visa kaum, ihre 0.25 Prozent bringen netto nur rund CHF 60 im Jahr; ihren Wert hat sie allein als Reserve im Duo, die dort zahlt, wo American Express nicht durchgeht, wobei das Cashback wie beim Amex-Teil über ein poinz-Konto läuft, erst ab CHF 100 abrufbar ist, im Ausland die Fremdwährungsgebühr von 2.5 Prozent die 0.25 Prozent gleich mehrfach schluckt, Bargeld 4 Prozent kostet, die Teilzahlung 12 Prozent Zins trägt und ein Reiseschutz ganz fehlt.
poinz Visa Erfahrungen: die Karte, über die in den Foren fast niemand spricht
Genau darin liegt das ehrlichste Ergebnis dieses Tests. Wer die poinz-Karten in den Schweizer Finanzforen und auf Reddit sucht, findet viel über die Amex und ihre 1 Prozent, viel über den Weg des Geldes übers poinz-Konto, aber praktisch nichts über die Visa für sich. Genau eine Stimme trennt die zwei Beine sauber und sagt, wofür sie die Visa nutzt:
"I have Poinz credit card : I earn cashback 1% with Amex card and 0.25% with Visa card for all merchants. I only use for Swiss merchants as there is a fee for abroad spending."
@waveboreale bei Reddit r/SwissPersonalFinance, 2. Januar 2025.
Auf Deutsch: Auf der Amex holt er 1 Prozent, auf der Visa 0.25 Prozent, und die Visa setzt er nur bei Schweizer Händlern ein, weil im Ausland eine Gebühr anfällt. Das ist das Visa-Bein in zwei Sätzen: ein Viertel des Cashbacks, und selbst das nur im Inland sinnvoll. Fürs Ausland fällt der einzige Grund, es zu benutzen, sofort wieder weg.
Wo die Visa doch vorkommt, geht es meist ums Duo als Ganzes, und dann verschwimmt der genaue Satz. Ein Nutzer im Finanzrudel-Forum beschreibt die Struktur richtig, verlegt sich beim Visa-Satz aber auf sein Gedächtnis:
"Habe das Poinz System auch angeschaut. Leider sind für mich keine wirklich interessanten Geschäfte dabei, weder physisch noch online. Ich bleibe beim Online Einkauf lieber bei Monerio. Und mit der Kreditkarte von Poinz ist es genau wie mit der eigenen Cashback Karte von Swisscard. 1% für American Express / 0.2 für Visa und Mastercard und keine Grundgebühr. Gruss Marco"
@investblog.ch im Finanzrudel-Forum, 11. Juni 2022.
Er bestätigt das Gerüst: 1 Prozent auf American Express, keine Grundgebühr, im Kern gleich wie die eigenen Cashback-Karten von Swisscard. Den Visa-Satz nennt er «0.2», die Kartenseite weist 0.25 Prozent aus; dass die Zahl in der Erinnerung wackelt, sagt viel darüber, wie wenig das Visa-Bein im Alltag wiegt. Sein eigentlicher Einwand gilt dem poinz-Ökosystem: Für ihn sind keine lohnenden Shops dabei.
Und wo das zweite Bein zu schwach ist, hängen viele lieber eine dritte Karte daneben, statt sich auf die Visa zu verlassen:
"Use different cards from different companies.
Eg. the Poinz Bundle from Swisscard (VISA + American Express) and another free card like Mastercard from Cembra or Corner."
@waedenswiler bei Reddit r/Switzerland, 9. September 2022.
Auf Deutsch: Er kombiniert das poinz-Bündel aus Visa und Amex mit einer weiteren Gratiskarte, einem Mastercard von Cembra oder Corner. Das ist die logische Konsequenz aus den 0.25 Prozent: Wo Amex nicht durchgeht, springt bei ihm nicht die poinz Visa ein, sondern eine stärkere Zweitkarte, weil ein Viertel Cashback kaum den Unterschied macht. Die Visa liegt dann als reine Ausfallsicherung dabei.
0.25 Prozent Cashback: ein Viertel des Amex-Beins, netto rund 60 Franken im Jahr
Die Mechanik ist schnell erzählt. Der Visa-Teil bringt 0.25 Prozent auf alle Käufe, und zwar breit, nicht an feste Händler gebunden; auf der poinz-Kartenseite steht es wörtlich als «0.25% on every purchase you make, worldwide». Das ist genau ein Viertel der 1 Prozent, die der American-Express-Teil im selben Duo gibt. In Franken heisst das: Bei der Referenzrechnung dieser Seite, rund 2’000 Franken Umsatz im Monat, ergibt der Visa-Teil netto etwa 60 Franken Cashback im Jahr, gegenüber rund 240 Franken auf dem Amex-Teil. Was bei deinem Ausgabenniveau herauskommt, stellst du im Rechner weiter unten einer zweiten Karte gegenüber.
Der Weg des Geldes ist derselbe wie beim Amex-Teil und hat denselben Haken. Deine 0.25 Prozent landen binnen 24 Stunden als Franken-Betrag auf dem poinz-Konto, nicht auf der Kartenrechnung. Die Auszahlung aufs Bankkonto heisst bei poinz «Cash out» und setzt ein Guthaben von 100 Franken voraus. Nur dauert es beim Visa-Teil länger: Bei 0.25 Prozent Cashback wächst dein Guthaben rund viermal so langsam zur 100-Franken-Marke wie auf dem Amex-Teil. Warum es die Karten nur im Duo gibt und wie das gemeinsame poinz-Konto im Detail arbeitet, liest du ausführlich in unserem Test der poinz American Express; hier zählt allein, was die Visa im Alltag beiträgt.
Die Visa als Reserve: wo American Express nicht durchgeht
Ihren einzigen Vorteil spielt die poinz Visa dort aus, wo die Amex scheitert. American Express wird in der Schweiz seltener angenommen als Visa, vor allem in kleinen, inhabergeführten Läden, weil Amex den Händlern eine höhere Gebühr verrechnet. In solchen Momenten zahlst du mit der Visa weiter, die praktisch flächendeckend akzeptiert wird, und bekommst dafür 0.25 statt 1 Prozent. Die Visa sichert also ab, verdient wird mit der Amex: Wer breit bei grossen Ketten einkauft, wo Amex läuft, sieht das Visa-Bein selten; wer oft im Quartier zahlt, landet häufiger dort, als die Werbung mit ihrer 1 Prozent vermuten lässt, und verliert dann drei Viertel des Cashbacks.
So gelesen sind die 0.25 Prozent kein Rechenfehler, sondern der Preis der Absicherung: Die zweite Karte kostet nichts, du bezahlst nur mit weniger Cashback dort, wo sonst gar keine Karte des Duos funktionieren würde. Ein Grund, das Duo zu wählen, ist das nicht, wohl aber einer, die Visa mitzunehmen, wenn du dich für die Amex entscheidest.
poinz Visa Gebühren: 0.25 Prozent gegen 2.5 Prozent im Ausland
Ungewöhnlich an den laufenden Kosten ist nicht ihre Höhe, sondern woher man sie kennt. Anders als eine Bank legt poinz kein eigenes Gebührenblatt vor. Nachschlagen lassen sich die Sätze beim Vergleichsportal bonus.ch, das die poinz-Visa-Konditionen deckungsgleich mit dem Blatt der Swisscard-Cashback-Karten führt, und mit dieser Quelle nenne ich sie hier. Drei Zahlen zählen. Auf Käufe in fremder Währung kommt ein Zuschlag von 2.5 Prozent, die Fremdwährungsgebühr. Wer am Bancomat Bargeld bezieht, zahlt im In- wie im Ausland 4 Prozent pro Bezug, mindestens 10 Franken, cashbackfrei, über den 3.75 Prozent der Cembra-Karten. Und teilzahlst du deine Rechnung, verrechnet poinz 12 Prozent Zins ab Buchungsdatum, den gesetzlichen Höchstsatz, der seit dem 1. Januar 2026 gilt.
Den effektiven Jahreszins, also das gesetzliche Mass, das sämtliche Kreditkosten auf ein Jahr hochrechnet, führt poinz nirgends separat auf, so wie schon die Swisscard-Cashback-Karten. Die Teilzahlung soll bei Vertragsabschluss laut Vergleichsportalen voreingestellt sein und aktiv abgeschaltet werden müssen, damit die ganze Rechnung zinsfrei bleibt; ein Primärdokument von poinz habe ich dafür nicht gefunden. Wer ein Lastschriftverfahren einrichtet, das die Monatsrechnung von selbst voll begleicht, kommt mit dem 12-Prozent-Satz nie in Berührung.
Die eine Zahl, die für das Visa-Bein besonders schmerzt, ist die Fremdwährungsgebühr. 2.5 Prozent gegen 0.25 Prozent Cashback: Der Zuschlag ist das Zehnfache des Rückflusses. Ein poinz-Nutzer bringt seine Meinung zur Auslandsnutzung so auf den Punkt:
"Diese Karte nutzt man aber auch einfach nicht für Online Auslandzahlungen und sonstige Zahlungen im Ausland. Lustig fand ich mal die Mail wo sie geworben haben das man mit Poinz doch im Ausland zahlen soll um was zu gewinnen. Fast schon ne frechheit diese Abzocke."
@Soulwind im Finanzrudel-Forum, 23. November 2025.
Auf Deutsch: Er nutzt die Karte schlicht nicht für Zahlungen im Ausland und findet es dreist, dass poinz per Werbemail gerade dazu auffordert. Die Wortwahl ist scharf, der Punkt richtig: Bei 0.25 Prozent Cashback kostet dich jeder Auslandseinsatz unter dem Strich mehr, als er zurückgibt. Schlägt dir im Ausland ein Terminal vor, die Abrechnung in Franken statt in der Landeswährung zu machen (Dynamic Currency Conversion), sag Nein: Der Kurs, den dir der Anbieter dann stellt, ist so gut wie immer der schlechtere. Und der Zuschlag trifft dich nicht allein bei fremder Währung, er fällt auch an, wenn du in Franken bei einem Anbieter mit Sitz im Ausland zahlst. Für alles jenseits der Grenze ist eine Multiwährungskarte einer Neobank das bessere Werkzeug, die poinz Visa bleibt dann besser stecken.
Der Schutz der poinz Visa: ein Rückgabeschutz, mehr nicht
Der Versicherungsteil ist rasch umrissen, denn er ist fast leer. Eine Reiseversicherung bringt die Karte nicht mit: weder eine Deckung für Arztkosten unterwegs noch für annullierte Reisen, weder eine SOS-Hotline noch eine Leistung bei Unfall. Übrig bleibt ein einziger Baustein, ein Rückgabeschutz aus der poinz-Sammelversicherung bei der AWP P&C S.A. (Allianz Assistance in Wallisellen). Er greift, wenn ein Verkäufer eine unbeschädigte, funktionstüchtige Ware ab 60 Franken innert 90 Tagen nicht zurücknimmt, weltweit und bis 1’000 Franken pro Kauf, vorausgesetzt du hast mindestens die Hälfte des Preises mit der Karte gezahlt.
Auf das Wort kommt es an: Geschützt bist du nur gegen die verweigerte Rücknahme im Laden, nicht gegen Diebstahl oder Bruch deines Einkaufs, eine Einkaufsversicherung ist das keine. Der Rückgabeschutz zählt zur Schutznote 1.4; ein breites Reisepaket fehlt weiterhin. Der Versicherungsblock weiter unten zeigt den enthaltenen Rückgabeschutz und das fehlende Reisepaket. Wer unterwegs wirklich abgesichert sein will, sucht sich eine Karte mit eingebauten Reiseleistungen, kein gebührenfreies Cashback-Duo.
Hol dir die Karte nicht, wenn du ...
- ... in ihr eine eigenständige Cashback-Karte suchst. Mit 0.25 Prozent bringt sie netto nur rund 60 Franken im Jahr; als Hauptkarte ist sie zu schwach.
- ... im Ausland oder in Fremdwährung zahlst. Die Fremdwährungsgebühr von 2.5 Prozent ist das Zehnfache der 0.25 Prozent Cashback; jeder Einsatz kostet dich drauf.
- ... dein Cashback direkt auf der Abrechnung sehen willst. Es sammelt sich auf einem separaten poinz-Konto und ist erst ab CHF 100 abrufbar, was bei 0.25 Prozent dauert.
- ... am Bancomat im Ausland Bargeld ziehst. Das kostet 4 Prozent pro Bezug, mindestens CHF 10, und bringt keinen Cashback.
- ... auf einen Reiseschutz zählst. Dabei ist einzig ein Rückgabeschutz bis CHF 1’000 pro Kauf, mehr nicht.
Hol dir die Karte, wenn du ...
- ... ohnehin die poinz American Express nimmst. Die Visa kommt gratis dazu und deckt die Stellen ab, an denen Amex nicht angenommen wird, mit 0.25 Prozent statt gar nichts.
- ... im Inland eine breit akzeptierte Reservekarte im Duo willst. Wo die Amex scheitert, zahlst du mit der Visa weiter, ohne eine zweite Jahresgebühr.
- ... dein Cashback lieber selbst abrufst als einmal im Jahr gutgeschrieben zu bekommen. Sobald 100 Franken zusammen sind, überweist du sie aufs Bankkonto, während die Swisscard-Karten nur jährlich auszahlen; bei 0.25 Prozent dauert es allerdings länger.
poinz Visa beantragen: nur im Duo, mit Voraussetzungen und Willkommensangebot
Eine poinz Visa für sich gibt es nicht. Der Antrag läuft online über poinz.ch und gilt immer dem ganzen Duo; beide Karten, American Express und Visa, laufen danach über ein gemeinsames Konto, und poinz gibt fürs Ausfüllen rund vier Minuten an. Verlangt werden mindestens 18 Jahre, ein Schweizer Bankkonto und entweder ein Bruttolohn ab 6’000 Franken im Jahr oder alternativ ein Vermögen oder eine Sicherheit von 10’000 Franken. Ob du die Karten bekommst, hängt an der gesetzlich verlangten Prüfung deiner Kreditfähigkeit, der Bonitätsprüfung.
Ein Startbonus auf der Visa selbst existiert nicht; das Willkommensangebot des Duos gilt allein der Amex. In den ersten 3 Monaten hebt poinz dort den Satz auf 3 Prozent, gedeckelt bei 100 Franken und nur einmal für neue Karteninhaber. Die Visa steht von der ersten Zahlung an bei ihren 0.25 Prozent. Über den langfristigen Wert entscheidet also nicht der Start, sondern wie oft American Express an deinen Einkaufsorten läuft und wie oft du auf die Visa zurückfallen musst.
Roberts Urteil
Mein Urteil: Die poinz Visa ist keine Karte, die man für sich bewertet, und genau das ist ihr ehrliches Ergebnis. Als eigenständige Cashback-Karte wäre sie zu schwach, ihre 0.25 Prozent bringen netto nur rund 60 Franken im Jahr, ein Viertel des Amex-Teils. Ihren Wert hat sie ausschliesslich als Reserve im Duo: Sie kostet keine eigene Jahresgebühr und zahlt dort weiter, wo American Express nicht angenommen wird, mit einem kleinen Cashback statt gar keinem. Wer die poinz American Express nimmt, nimmt die Visa richtigerweise mit; niemand sollte sich für das Duo entscheiden, weil ihn die Visa überzeugt hat. Für das gemeinsame Paket mit der American Express als Hauptkarte vergeben wir die Note 4.0. Die Visa erhält keine separate Note für ihre geringere Rückvergütung.
Die Einwände sind dieselben wie bei der Schwesterkarte. Ein eigenes Gebührenblatt fehlt, die Sätze holt man sich von bonus.ch, und jenseits der Grenze taugt die Karte mit 2.5 Prozent Fremdwährungsgebühr und 4 Prozent auf Bargeld schlicht nicht, weil ihre 0.25 Prozent Cashback den Zuschlag um das Zehnfache verfehlen; eine Reiseversicherung gibt es obendrein nicht. Für das Duo lohnt sich darum ein Lastschriftverfahren, das den 12-Prozent-Zins ausschaltet, die Visa für die Inland-Läden ohne Amex im Portemonnaie, und fürs Ausland eine Karte mit dem besseren Kurs. Wer vom Visa-Bein mehr erwartet als eine reine Ausfallsicherung, greift besser zu einer anderen Karte.
Häufige Fragen
Warum bekomme ich mit der poinz Visa nur 0.25 Prozent Cashback? Die vollen 1 Prozent sind dem American-Express-Bein vorbehalten; die Visa trägt davon ein Viertel. Immerhin gilt dieses 0.25 Prozent breit auf allen Käufen weltweit und bindet nicht an bestimmte Händler.
Wofür brauche ich die poinz Visa überhaupt? Als Reservekarte. American Express wird nicht überall angenommen, vor allem kleine Läden lehnen sie wegen der höheren Händlergebühr ab; wo die Amex fehlt, zahlst du mit der Visa weiter und bekommst dort wenigstens 0.25 Prozent statt gar nichts.
Muss ich die poinz Visa einzeln beantragen? Nein, einzeln gibt es sie nicht. poinz gibt die Visa nur im Duo mit der poinz American Express aus, beide über ein gemeinsames Konto. Du beantragst also immer beide Karten zusammen.
Wann und wie wird das Cashback der poinz Visa ausbezahlt? Innert 24 Stunden schreibt poinz es dir als Franken-Betrag auf dem poinz-Konto gut, nicht auf der Kartenrechnung. Von dort überweist du es auf dein Bankkonto oder löst es im poinz-Shop ein. Nutzer berichten von einer Auszahlungsschwelle von 100 Franken; bei 0.25 Prozent Cashback braucht es seine Zeit, bis so viel zusammenkommt.
Was kostet die poinz Visa im Ausland? Für Käufe in fremder Währung fallen 2.5 Prozent an, laut bonus.ch. Weil das zehnmal so viel ist wie die 0.25 Prozent Cashback, rechnet sich die Karte dort nie. Der Zuschlag greift ausserdem bei Franken-Zahlungen, sobald der Anbieter seinen Sitz im Ausland hat.
Was kostet die poinz Visa an Gebühren? poinz stellt kein eigenes Gebührenblatt bereit; die Zahlen führt bonus.ch, gleichlautend mit dem Blatt der Swisscard-Cashback-Karten. Die Jahresgebühr ist 0 Franken, die Fremdwährungsgebühr 2.5 Prozent, der Bargeldbezug 4 Prozent (mindestens 10 Franken) und der Teilzahlungszins 12 Prozent. Zahlst du per Lastschrift fristgerecht, kostet dich die Karte im Inland nichts.
Alternativen zur poinz Visa
Die Visa ist das schwächere Bein des Duos, das stärkere steht direkt daneben. Wer wissen will, was das poinz-Duo wirklich einbringt, liest den Test der poinz American Express: Dort sitzt die 1 Prozent und der eigentliche Grund, die Karten zu nehmen, die Visa bekommst du ohnehin dazu.
Stört dich am poinz-Modell vor allem der Umweg übers poinz-Konto, bietet die Cashback Cards American Express und Visa von Swisscard dieselbe Aufteilung, 1 Prozent über die Amex und 0.25 Prozent über die Visa, schreibt das Cashback aber ohne App-Umweg direkt aufs Kartenkonto, dafür nur einmal im Jahr. Und wer statt eines 0.25-Prozent-Reservebeins lieber eine einzelne Gratiskarte mit echtem Nutzen sucht, findet in der Cumulus Kreditkarte der Migros Bank eine Karte mit eingebauten Versicherungen und Cumulus-Punkten, vor allem für Migros-Haushalte. Fürs Ausland ist keine dieser Karten gemacht; dort fährst du mit einer Multiwährungskarte einer Neobank günstiger.
Was die Versicherung wirklich deckt
Keine Reiseversicherung enthalten
Der Einkaufsschutz
- EinkaufsschutzNicht enthalten
- Bestpreis-GarantieNicht enthalten
- Verlängerte GarantieNicht enthalten
- Weitere SchutzleistungenReturn Protection Insurance: CHF 1’000 pro Kauf, für unbeschädigte, funktionstüchtige Waren ab CHF 60 Kaufwert, wenn der Verkäufer die Rücknahme innerhalb von 90 Tagen ablehnt; weltweit; Kartenanteil mind. 50% des Kaufpreises.Bedingungen, Seite 5
Beschwerden und Aufsicht
Swisscard AECS (inkl. poinz)
Fälle beim Bankenombudsman
Ein einzelner Fall bedeutet nicht, dass der betroffene Kartenherausgeber sich etwas hat zuschulden kommen lassen. Der Schweizerische Bankenombudsman veröffentlicht ausschliesslich Zahlen für die ganze Branche, nie für einzelne Anbieter.
- 2024136 Fälle in der Branche
- 2025120 Fälle in der Branche
Zahlen gelten für die ganze Branche, nicht für Swisscard AECS (inkl. poinz) allein. Quellen: Jahresbericht 2024 und Jahresbericht 2025 des Bankenombudsman
Bei der Aufsicht
In den eigenen Vertragsdokumenten wird keine Ombudsstelle genannt (geprüft am 13. Juli 2026). Beleg, gelesen 13. Juli 2026
Bedingungshistorie
Noch keine dokumentierten Bedingungsänderungen. Die Dokumente der Karte werden monatlich geprüft.
Das Datum wird gesetzt, wenn die Bedingungen zuletzt direkt beim Herausgeber gelesen wurden.
