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Kreditkart

Blue from American Express im Test: CHF 80 im Jahr, und das Punkteprogramm pointup kostet CHF 40 extra

Blue from American Express: Die Einstiegs-Amex mit dem teuren Kleingedruckten

Wenn du eine klassische American Express mit dem Amex-Logo im Portemonnaie haben willst und dafür eine überschaubare Jahresgebühr zahlst, ist die Blue der Einstieg: 80 Franken im Jahr, im ersten Jahr nur 40, dazu eine Companion-Visa, mit der du dort weiterzahlst, wo American Express nicht durchgeht. Der ehrliche Haken steht gleich am Anfang. Das Punkteprogramm pointup, mit dem die Karte wirbt, ist nicht inbegriffen. Es kostet 40 Franken pro Jahr zusätzlich, und selbst wer es bucht, sammelt Punkte, die tief bewertet und nur als Gutschein einlösbar sind. Am ehrlichsten ist die Blue darum als schlichte Zahlungskarte ohne pointup.

Herausgeberin ist die Swisscard AECS in Horgen, das Netz ist American Express. Gelesen habe ich für diesen Test die Gebühren- und Leistungsübersicht der pointup Cards (Dokument 25011/01.2026, das sich Blue und Credit Card Gold teilen), die Versicherungsbedingungen, den Voucher-Katalog auf pointup.ch und acht Nutzerstimmen aus den Schweizer Finanz-Subreddits. Die Note ist 3.3, im Mittelfeld der von uns bewerteten Karten. Als Zahlungskarte mit Marke und Reservenetz taugt die Blue; ihr Bonusprogramm zieht die Note nach unten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Jahresgebühr beträgt CHF 80, im ersten Jahr CHF 40; die Zusatzkarte kostet CHF 40, die Ersatzkarte CHF 25. Ein eigenes Cashback zahlt die Karte nicht, dafür kommt sie im Duo mit einer Companion-Visa für Geschäfte ohne American Express.
  • Das Bonusprogramm pointup ist nicht inbegriffen: Es kostet CHF 40 pro Jahr extra, und ohne diese Option sammelst du gar keine Punkte. Mit Option nennt das gemeinsame Blatt 1.25 Punkte pro Franken Umsatz.
  • Die Punkte sind tief bewertet: 5’800 Punkte ergeben einen Gutschein über CHF 20, also rund 0.35 Rappen pro Punkt, und einlösen lassen sie sich nur als Gutschein, Ware oder Spende, nie als Bargeld oder Kontogutschrift.
  • Nach der Referenzrechnung dieser Seite lohnt die pointup-Option erst ab mittlerem Umsatz: Bei CHF 2’000 Umsatz im Monat übersteigt der Gutschein-Gegenwert die CHF 40 Zusatzgebühr um netto rund CHF 63 im Jahr, bei CHF 500 im Monat bleibt unter dem Strich ein Minus. Wie sich die Karte neben einer anderen macht, siehst du im Rechner weiter unten.
  • Die Fremdwährungsgebühr liegt bei 2.5 Prozent, der Bargeldbezug kostet 4 Prozent (mindestens CHF 10), und die Teilzahlung 12 Prozent Zins, den gesetzlichen Höchstsatz. Die monatliche Ausgabenlimite ist CHF 25’000.
  • Enthalten ist eine schmale Verkehrsmittel-Unfalldeckung bis CHF 50’000 samt Such- und Rettungskosten bis CHF 10’000 (Allianz Assistance); Annullierung, Gepäck und Auslandmedizin fehlen, und die Unfalldeckung greift nur, wenn mindestens 50 Prozent des Verkehrsmittels mit der Karte bezahlt wurden.
Karte Blue from American Express

Kartendaten

Jahresgebühr
CHF 80CHF 40 im ersten Jahr, danach CHF 80/Jahr. Zusatzkarte CHF 40/Jahr, Ersatzkarte CHF 25. Offizieller Produktname laut Produktseite: «BLUE credit card from American Express®»; laut Gebührendokument: «Blue from American Express».
Punkte
Das pointup-Bonusprogramm ist optional und kostet CHF 40/Jahr extra. Der genaue Punktesatz ist für die Blue Card im Gebührenblatt nicht eindeutig ausgewiesen.
Fremdwährungsgebühr
2.50%
Zins
12.00%Jahreszins ab Buchungsdatum 12% (gesetzlicher Höchstsatz seit 1. Januar 2026). Die Teilzahlung ist eine Option: Wer die Monatsrechnung nicht vollständig begleicht, zahlt ab Buchungsdatum diesen Zins. Wer alles fristgerecht bezahlt, zahlt keinen Zins.
Zinsfreie Tage
Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
Bargeldbezug
4%, mind. CHF 10Bargeldbezug am Automaten oder Bankschalter kostet 4%, mindestens CHF 10. Derselbe Satz gilt für Lotto-, Wett- und Casinotransaktionen (Gebührenübersicht pointup Cards, Dok. 25011/01.2026, Ausgabe Januar 2026).
Reiseversicherung
EnthaltenAllianz/AWP-Reiseschutz enthalten (begrenztes Paket); Aktivierung und Deckung siehe Versicherungsdetails der Karte
Zahlungsnetzwerk
American Express
Voraussetzungen
Vom Herausgeber nicht veröffentlicht

Was dir die Karte bei deinem Ausgabenniveau zurückgibt

Zieh am Regler und stell die Blue from American Express neben die TCS Travel Mastercard Gold. Dieselbe Rechnung wie auf der Startseite: Bonuswert minus Jahresgebühr, aus den Kartendaten. Die Rückvergütung ist nicht die Note: dort wiegen auch Schutz und Kosten mit.

CHF 2’000
TCS Travel Mastercard Gold1% zurück, Jahresgebühr CHF 100CHF 0netto pro JahrBringt am meisten
Blue from American ExpressDas pointup-Bonusprogramm ist optional und kostet CHF 40/Jahr extra.keine feste Zahl

Berechnet als Vorteil minus Jahresgebühr, bei monatlich vollständig beglichener Rechnung.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Im ersten Jahr kostet die Hauptkarte nur CHF 40, danach CHF 80 pro Jahr.
  • Die Karte kommt im Duo mit einer Companion-Visa, sodass du dort mit Visa zahlen kannst, wo American Express nicht akzeptiert wird.
  • Über Allianz Assistance sind eine Verkehrsmittel-Unfallversicherung bis CHF 50’000 sowie Such- und Rettungskosten bis CHF 10’000 weltweit gedeckt.
  • Ein Warenrückgabeschutz ersetzt bis CHF 500, wenn ein Händler einwandfreie Ware ab CHF 60 nicht innert 90 Tagen zurücknimmt.
  • Zusätzlich sind ein Reiseinformationsdienst und Vorschüsse bis CHF 15’000 je Fall inbegriffen, etwa für Arzt-, Spital- oder Anwaltskosten im Ausland.
  • Ein Karteninhaber mit einer Schweizer American Express nutzt sie nach eigener Aussage an den meisten Orten problemlos.
  • Die Teilzahlung ist optional: Wer die Monatsrechnung fristgerecht vollständig begleicht, zahlt keinen Zins.

Nachteile

  • Das Bonusprogramm pointup ist nicht inbegriffen, sondern kostet CHF 40 pro Jahr zusätzlich; ohne diese Option sammelst du gar keine Punkte.
  • Selbst mit der Option ist der Gegenwert tief: 5’800 Punkte ergeben einen Gutschein über CHF 20, also rund 0.35 Rappen pro Punkt, und einlösen lassen sich die Punkte nur als Gutschein oder Ware, nicht als Bargeld oder Kontogutschrift.
  • Die Fremdwährungsgebühr von 2.5 Prozent fällt laut einem Nutzer auch bei Zahlungen in Franken an, wenn der Firmensitz des Händlers im Ausland liegt.
  • American Express wird in kleineren Schweizer Geschäften immer wieder nicht akzeptiert, weil die Händlergebühr 4 bis 6 Prozent höher liegt als bei Visa und Mastercard.
  • Der Bargeldbezug kostet 4 Prozent, mindestens CHF 10, im In- und Ausland; dasselbe gilt für Lotto-, Wett- und Casinotransaktionen.
  • Die Teilzahlung kostet 12 Prozent Zins ab Buchungsdatum, den gesetzlichen Höchstsatz seit 1. Januar 2026.
  • Die Reisedeckung ist schmal: Annullierung, Gepäck und Auslandmedizin fehlen, und die Unfalldeckung greift nur, wenn mindestens 50 Prozent des öffentlichen Verkehrsmittels mit der Karte bezahlt wurden.
  • Die monatliche Ausgabenlimite liegt mit CHF 25’000 tiefer als bei der Schwesterkarte Credit Card Gold mit CHF 30’000.
  • Ein Antragsteller wartete nach eigener Aussage spürbar länger auf die Karte, als er es aus Frankreich kennt, wo es nur einen Tag dauert.

In einem Satz: Für alle, die vor allem eine günstige American-Express-Karte mit einer Companion-Visa als Reserve wollen und auf ein lohnendes Bonusprogramm verzichten können, eine solide Einstiegskarte mit einer schmalen Verkehrsmittel-Unfalldeckung; die ehrlichen Schwächen: Punkte gibt es nur gegen die pointup-Zusatzgebühr von CHF 40 im Jahr, und selbst dann sind sie mit rund 0.35 Rappen pro Punkt und nur als Gutschein tief bewertet, die Fremdwährungsgebühr liegt bei 2.5 Prozent, der Bargeldbezug kostet 4 Prozent (mindestens CHF 10), und Annullierung, Gepäck sowie Auslandmedizin sind nicht gedeckt.

Blue from American Express Erfahrungen: Antrag, Companion-Visa und die Akzeptanz

Die Blue selbst wird in den Foren kaum beim Namen genannt; der einzige Reddit-Thread, der ausdrücklich um sie geht, dreht sich um den Antrag. Ein Nutzer beschreibt den Ablauf und bestätigt dabei nebenbei, dass die Karte als Duo kommt:

"I applied on 12.03.25 and received my amex and visa yesterday"

@Ayzenh bei Reddit r/SwissPersonalFinance, 2. April 2025.

Auf Deutsch: Er hat am 12. März beantragt und tags zuvor, also rund drei Wochen später, seine American Express und die Visa erhalten. Zwei Dinge stehen damit fest: Die Zusage dauert bei Swisscard einige Wochen, und die Blue liefert die Companion-Visa gleich mit. Dem Thread-Starter kam die Wartezeit sogar länger vor, als er es aus dem Ausland kennt (nachzulesen im selben Thread).

Alles andere, was in den Foren zur Karte steht, gilt der grundsätzlichen Frage, wie gut sich eine American Express in der Schweiz überhaupt einsetzen lässt, und die entscheidet über den Wert der Blue. Messbar ist neben der Karte ihr Umfeld, und hier lohnt der genaue Blick auf die Quelle: americanexpress.ch führt kein eigenes Trustpilot-Profil. Die Teilnote «Stimmen im Netz» stützt sich deshalb allein auf die herausgeberweite Swisscard-App im App Store, die dort bei 4.57 steht; die Zahlen findest du unten im Abschnitt Die App des Herausgebers in Zahlen.

Wird die Blue überall akzeptiert? Die Händlergebühr und die Companion-Visa

Weil die Blue kein Cashback zahlt, hängt ihr Nutzen fast ganz an der Marke American Express, und die wird in der Schweiz nicht überall angenommen. Ein Karteninhaber mit einer Schweizer Amex beschreibt das Problem von der Kundenseite:

"I have a Swiss-issued AMEX and it is not an uncommon occurrence where it doesn't work even when advertised at the door and register. AMEX merchant rates are high so I believe some smaller stores falsely advertise. You are already at the checkout so most likely you will use a different form of payment when AMEX doesn't go thru."

@IcestormsEd bei Reddit r/askswitzerland, 13. Oktober 2024.

Auf Deutsch: Er hat eine in der Schweiz ausgegebene American Express und erlebt es nicht selten, dass sie nicht funktioniert, obwohl der Amex-Aufkleber an Tür und Kasse klebt; weil die Händlergebühr hoch ist, werben manche kleinere Läden nach seiner Vermutung fälschlich damit, und an der Kasse zückt man dann ein anderes Zahlungsmittel.

Warum das so ist, erklärt jemand, der auf der anderen Seite der Kasse gestanden hat:

"Amex takes a far higher percentage than Visa and MC. I worked in multiple stores, while we could in theory accept Amex (our reader was capable) we didn’t want to. We always asked the person to get the money from an ATM.

The current store I work at no longer can accept them, as the newer device doesn’t take dinners or amex.

(Just as Information: its a difference of 4-6% depending on your payment partner)"

@InquisitorPinky bei Reddit r/askswitzerland, 13. Oktober 2024.

Auf Deutsch: American Express verlangt einen deutlich höheren Prozentsatz als Visa und Mastercard. In mehreren Läden, in denen er gearbeitet hat, konnte das Terminal Amex zwar verarbeiten, man wollte es aber nicht und bat die Kundschaft, am Bancomat Bargeld zu holen; das neuere Gerät im aktuellen Laden nimmt weder Diners noch Amex. Der Unterschied bei der Händlergebühr liege je nach Zahlungspartner bei 4 bis 6 Prozent. Diese 4 bis 6 Prozent sind der Kern des Ganzen: Sie erklären, warum vor allem kleine, inhabergeführte Läden die Karte ablehnen, während grosse Ketten sie führen. Denselben Zusammenhang bringt ein weiterer Nutzer knapp auf den Punkt, in einem Thread darüber, dass sogar eine Krankenkasse die Kartenzahlung strich (nachzulesen bei Reddit).

Man darf es aber nicht übertreiben. Es gibt auch die Gegenstimme:

"I have a Swiss AmEx card and can use it most places. Just sayin'."

@Glockenspieler1 bei Reddit r/askswitzerland, 6. Januar 2025.

Auf Deutsch: Er hat eine Schweizer American Express und kann sie an den meisten Orten einsetzen. So sieht der Alltag realistisch aus: Bei Grossverteilern und Ketten läuft die Amex durch, beim inhabergeführten Laden entscheidet dessen Gebührenrechnung oft dagegen. Genau hier verdient sich die Companion-Visa ihren Platz. Sie zahlt kein Cashback, und eine eigene Punktegutschrift für den Visa-Teil weist das gemeinsame Blatt nicht aus; sie ist schlicht die Reservekarte, mit der du weiterzahlst, wo die Amex an der Kasse liegen bleibt. Wer nur eine einzige Karte will, ist mit einem Massennetz besser bedient; wer die Marke American Express will, braucht diese zweite Karte daneben.

pointup bei der Blue: 40 Franken extra für tief bewertete Punkte

Jetzt zum teuren Kleingedruckten. Bei der Schwesterkarte Credit Card Gold ist das Bonusprogramm pointup inbegriffen, bei der Blue nicht. Auf dem gemeinsamen Gebührenblatt ist pointup für die Blue ausdrücklich als Option für 40 Franken pro Jahr ausgewiesen, nicht als inbegriffene Leistung. Ohne diese Option sammelst du mit der Blue keinen einzigen Punkt. Buchst du sie, gibt das Blatt 1.25 Punkte pro Franken Umsatz an, auf praktisch alle Einkäufe.

Der Wert dieser Punkte ist der eigentliche Knackpunkt. Auf pointup.ch lösen sich 5’800 Punkte in einen Gutschein über 20 Franken ein, rund 0.35 Rappen pro Punkt; ein Zehner-Gutschein bei Media Markt kostet 3’300 Punkte und liegt mit rund 0.3 Rappen noch etwas tiefer. Und einlösen kannst du sie nur als Gutschein, Ware oder Spende bei einer festen Partnerliste (Media Markt, IKEA, Zalando, Manor, Ochsner Sport, Müller, Sprüngli, Miles & More, LEGO und weitere), nie als Bargeld und nie als Gutschrift auf die Kartenrechnung. Unter dem Strich ergibt das eine effektive Rückvergütung von rund 0.43 Prozent des Umsatzes, weniger als die Hälfte dessen, was die gebührenfreien Cashback-Karten desselben Herausgebers mit 1 Prozent zurückgeben, und das Ganze in Gutscheinform statt in Franken.

Rechne ich die Option gegen die Gebühr, kippt sie für sparsame Nutzer sogar ins Minus. Bei 500 Franken Umsatz im Monat, also 6’000 im Jahr, kommen rund 26 Franken Gutschein zusammen, denen die 40 Franken pointup-Gebühr gegenüberstehen: netto ein Verlust. Erst das Normalprofil dieser Seite mit 2’000 Franken im Monat kommt auf rund 103 Franken Gutschein, womit nach Abzug der 40 Franken netto rund 63 Franken bleiben. Wer viel zahlt, etwa 72’000 Franken im Jahr, landet bei rund 270 Franken netto. Wichtig dabei: Das ist der Ertrag der Zusatzoption, die 80 Franken Grundgebühr der Karte laufen davon getrennt weiter. Selbst im Normalprofil zahlst du also 80 plus 40 Franken und holst dir rund 103 Franken in Gutscheinen zurück. Weil sich die Punkte ohne festen Frankenwert nicht wirklich beziffern lassen, zeigt der Rechner weiter unten für die Blue bewusst «keine feste Zahl»: Das ist die ehrlichste Aussage über diesen Bonus. Das Partnerprogramm American Express Selects mit seinen Aktionen ist unabhängig davon enthalten.

Was kostet die Blue im Ausland und im Alltag? Fremdwährung, Bargeld und Zins

Solange du im Inland und fristgerecht zahlst, kostet dich die Blue neben der Jahresgebühr nichts. Im Ausland kommt die Fremdwährungsgebühr dazu, also der Zuschlag auf Käufe in fremder Währung: 2.5 Prozent. Das liegt über den 2 Prozent der Schwesterkarte Credit Card Gold. Und der Zuschlag trifft dich nicht nur bei fremder Währung, wie ein Swisscard-Kunde beschreibt:

"Swisscard is great but unfortunately you have to pay 2.5% foreign currencies fees even if you pay in CHF if the headquarters of the company is not in Switzerland…"

@KnownConsequence7100 bei Reddit r/SwissPersonalFinance, 20. Dezember 2024.

Auf Deutsch: Swisscard sei gut, aber man zahle die 2.5 Prozent Fremdwährungsgebühr selbst dann, wenn man in Franken bezahlt, sofern der Firmensitz des Händlers nicht in der Schweiz liegt. Diese versteckte Regel trifft im Alltag bei Onlineshops mit ausländischem Sitz zu, auch wenn keine Währung gewechselt wird. Für regelmässige Auslandseinsätze ist die Blue damit die falsche Karte; dort ist eine Multiwährungskarte einer Neobank die günstigere Wahl.

Zwei weitere Zahlen solltest du kennen. Der Bargeldbezug am Automaten oder Bankschalter kostet 4 Prozent, mindestens 10 Franken, im In- und Ausland und ohne Freikontingent; derselbe Satz gilt für Lotto-, Wett- und Casinotransaktionen. Und der Zins: Bei aktivierter Teilzahlung verrechnet Swisscard 12 Prozent ab Buchungsdatum, den gesetzlichen Höchstsatz für Kreditkarten seit dem 1. Januar 2026. Die Teilzahlung ist eine Option: Wer die Monatsrechnung per Lastschriftverfahren automatisch vollständig begleicht, zahlt nie Zins. Einen separat ausgewiesenen effektiven Jahreszins, das gesetzliche Vergleichsmass, das alle Kreditkosten auf ein Jahr umrechnet, weist das Blatt nicht aus. Dazu kommen Kleinposten wie 1.95 Franken für eine Papierrechnung und 30 Franken für eine Zahlungserinnerung. Die monatliche Ausgabenlimite liegt bei 25’000 Franken und damit tiefer als bei der Credit Card Gold mit 30’000, obwohl beide Karten dieselbe Teilzahlungsoption teilen. Die übrigen Werte stehen gebündelt in den Kartendaten weiter unten.

Die Versicherung der Blue: eine schmale Verkehrsmittel-Unfalldeckung

Hier unterscheidet sich die Blue von den gebührenfreien Amex-Karten des Herausgebers, die gar keine Reiseleistungen mitbringen: Ein kleines, echtes Paket ist da. Über Allianz Assistance (AWP P&C S.A. in Wallisellen) sind eine Verkehrsmittel-Unfallversicherung mit einem Invaliditäts- und Todesfallkapital bis 50’000 Franken bei Unfällen im öffentlichen Verkehr sowie Such-, Rettungs- und Bergungskosten bis 10’000 Franken weltweit gedeckt. Dazu kommen ein Reiseinformationsdienst und Vorschüsse bis 15’000 Franken je Fall, etwa für Arzt-, Spital- oder Anwaltskosten im Ausland.

Der Zuschnitt ist eng, und das gehört klar gesagt. Es fehlen die Bausteine, die eine vollwertige Reiseversicherung ausmachen: keine Annullierungs- oder Reiseabbruchkosten, keine Gepäckversicherung, keine Auslandmedizin und keine Mietwagendeckung. Die Unfalldeckung greift zudem nur, wenn mindestens 50 Prozent der Kosten des benutzten öffentlichen Verkehrsmittels vor Reiseantritt mit der Karte bezahlt wurden. Die vollständigen Bedingungen liegen nur auf Englisch vor. Getrennt davon liegt ein Warenrückgabeschutz bei, der bis 500 Franken ersetzt, wenn ein Händler einwandfreie, unbenutzte Ware ab 60 Franken nicht innert 90 Tagen zurücknimmt; das ist ein Rückgabeschutz für verweigerte Rücknahmen, kein Kaufschutz gegen Diebstahl oder Bruch. Die Schutznote 3.8 spiegelt, dass hier überhaupt etwas Belegtes da ist, nicht eine breite Reisedeckung. Was genau gilt, steht im Versicherungsblock weiter unten.

Hol dir die Karte nicht, wenn du ...

  • ... vor allem Cashback oder ein starkes Punkteprogramm willst. pointup kostet 40 Franken extra, und selbst dann sind die Punkte mit rund 0.35 Rappen pro Punkt tief bewertet und nur als Gutschein einlösbar.
  • ... eher wenig mit der Karte zahlst. Bei rund CHF 500 Umsatz im Monat kostet dich die pointup-Option mehr, als sie an Gutschein zurückgibt.
  • ... oft bei kleinen Läden ohne American Express einkaufst. Dann zahlst du ständig mit der Companion-Visa, ohne Cashback und ohne ausgewiesene Punktegutschrift.
  • ... viel im Ausland oder in fremder Währung zahlst. Die Fremdwährungsgebühr liegt bei 2.5 Prozent und greift auch bei Franken-Käufen bei Händlern mit Sitz im Ausland.
  • ... im Ausland Bargeld beziehst. Jeder Bezug kostet 4 Prozent, mindestens CHF 10, ohne Freikontingent.
  • ... eine vollwertige Reiseversicherung erwartest. Gedeckt ist nur die Verkehrsmittel-Unfalldeckung samt Such- und Rettungskosten; Annullierung, Gepäck und Auslandmedizin fehlen.

Hol dir die Karte, wenn du ...

  • ... die Marke American Express mit einer Reservekarte willst und die Jahresgebühr bewusst zahlst. Für CHF 80 (im ersten Jahr CHF 40) bekommst du die Amex plus eine Companion-Visa für die Läden ohne Amex.
  • ... genug Umsatz für die pointup-Option machst und mit Gutscheinen leben kannst. Ab rund CHF 2’000 im Monat übersteigt der Gutschein-Gegenwert die Zusatzgebühr, netto rund CHF 63 im Jahr.
  • ... deine Rechnung immer per Lastschriftverfahren begleichst. Dann bleibt es bei der Jahresgebühr, und der 12-Prozent-Zins spielt nie eine Rolle.
  • ... Wert auf die kleine Verkehrsmittel-Unfalldeckung legst. Sie ist schmal, aber mehr als die gebührenfreien Amex-Karten des Herausgebers bieten.

Blue from American Express beantragen: Ablauf, Companion-Visa und Voraussetzungen

Beantragen kannst du die Blue online über americanexpress.ch; du bekommst die American Express und die Companion-Visa auf ein gemeinsames Konto. Nach der Erfahrung oben dauert es von der Bewerbung bis zur Karte im Briefkasten rund drei Wochen, also spürbar länger als in manchen Nachbarländern. Ein Mindestalter und ein geregeltes Einkommen setzt Swisscard voraus, ohne im Gebührenblatt konkrete Zahlen zu nennen; über die Zusage entscheidet die gesetzlich vorgeschriebene Bonitätsprüfung, also die Prüfung deiner Kreditfähigkeit.

Ein klassisches Willkommens-Cashback wie bei den Cashback-Karten dokumentiert das Blatt für die Blue nicht; der einzige Einstiegsvorteil ist die halbierte Jahresgebühr im ersten Jahr. Das Punkteprogramm pointup buchst du separat als Option für 40 Franken pro Jahr dazu. Ob sich die Karte langfristig lohnt, hängt weniger am Start als an zwei Fragen: ob American Express dort läuft, wo du wirklich einkaufst, und ob du genug Umsatz machst, damit sich die pointup-Option überhaupt trägt.

Roberts Urteil

Ich finde die Blue ehrlicher, wenn man sie nicht als Bonuskarte liest, sondern als das, was sie ist: der günstige Einstieg in eine echte American Express, mit einer Companion-Visa für die vielen Kassen, an denen Amex nicht durchgeht. Für 80 Franken im Jahr, im ersten Jahr 40, ist das ein fairer Preis für die Marke plus Reservenetz, und dass eine kleine Verkehrsmittel-Unfalldeckung mitkommt, hebt sie über die gebührenfreien Amex-Karten desselben Herausgebers, die nur einen Rückgabeschutz bieten. Daraus wird die Note 3.3.

Was mich stört, ist die Werbung mit den Punkten. pointup ist bei der Blue nicht dabei, sondern kostet 40 Franken extra, und wer wenig zahlt, verliert mit der Option Geld; wer normal zahlt, macht damit netto rund 63 Franken gut, aber nur als Gutschein bei einer festen Partnerliste, nie als Bargeld, und nur obendrauf auf die 80 Franken Grundgebühr, die ohnehin fällig sind. Wer es auf die Rückvergütung abgesehen hat, ist mit einer gebührenfreien Cashback-Karte klar besser dran. Nimm die Blue, wenn du die Marke American Express willst und die Gebühr bewusst zahlst, richte ein Lastschriftverfahren ein, lass pointup weg, solange dein Umsatz tief ist, und leg fürs Ausland eine Karte mit besserem Kurs daneben.

Häufige Fragen

Was kostet die Blue from American Express? Die Hauptkarte kostet 80 Franken pro Jahr, im ersten Jahr 40 Franken. Die Zusatzkarte kostet 40 Franken, eine Ersatzkarte 25 Franken. Ein Cashback zahlt die Karte nicht, und das Punkteprogramm pointup ist nicht inbegriffen.

Ist pointup bei der Blue inbegriffen? Nein. Anders als bei der Credit Card Gold ist pointup bei der Blue eine Option für 40 Franken pro Jahr. Ohne diese Option sammelst du keine Punkte, und selbst mit ihr sind die Punkte mit rund 0.35 Rappen pro Punkt tief bewertet und nur als Gutschein oder Ware einlösbar. Bei tiefem Umsatz kostet die Option mehr, als sie einbringt.

Was ist die Companion-Visa bei der Blue? Eine zweite Karte auf dem Visa-Netz, die du zusammen mit der American Express bekommst. Sie zahlt kein Cashback, und eine eigene Punktegutschrift weist das gemeinsame Blatt für sie nicht aus; sie dient als Reserve, damit du dort weiterzahlen kannst, wo American Express nicht akzeptiert wird.

Wird American Express in der Schweiz überall akzeptiert? In grossen Ketten meistens, in kleinen, inhabergeführten Läden oft nicht, weil die Händlergebühr 4 bis 6 Prozent höher liegt als bei Visa und Mastercard. Genau dafür ist die Companion-Visa da.

Taugt die Blue als erste Kreditkarte oder für Studierende? Als Einstiegskarte ist sie handlich, aber teurer als nötig, wenn es dir nur ums Bezahlen im Alltag geht: Eine gebührenfreie Amex-Cashback-Karte kostet nichts und gibt sogar 1 Prozent zurück. Für die Marke American Express plus die kleine Unfalldeckung zahlst du bei der Blue bewusst die Jahresgebühr.

Hat die Blue eine Reiseversicherung? Nur eine schmale: eine Verkehrsmittel-Unfalldeckung bis 50’000 Franken samt Such- und Rettungskosten bis 10’000 Franken und Vorschüssen bis 15’000 Franken. Annullierung, Gepäck, Auslandmedizin und Mietwagen sind nicht dabei.

Wie hoch ist der Zins bei der Blue? Bei aktivierter Teilzahlung fallen 12 Prozent ab Buchungsdatum an, der gesetzliche Höchstsatz. Wer fristgerecht und vollständig zahlt, am einfachsten per Lastschriftverfahren, zahlt keinen Zins.

Alternativen zur Blue

Wenn dir die Marke American Express weniger wichtig ist als der Gegenwert, bekommst du bei demselben Herausgeber mehr fürs Geld. Die Cashback Cards American Express und World Mastercard und die Variante mit Visa als Zweitkarte kosten keine Jahresgebühr und zahlen 1 Prozent Cashback auf dem American-Express-Teil, in Franken statt in Gutscheinen. Auf genau diese Gratisalternativen wird in den Foren als Erstes verwiesen, wenn jemand fragt, ob sich eine bezahlte Amex lohnt (nachzulesen bei Reddit).

Willst du dasselbe 1 Prozent, aber mit einem Franken-Guthaben, das ab 100 Franken auszahlbar ist, statt einer jährlichen Gutschrift, ist die poinz American Express einen Blick wert, ebenfalls gebührenfrei und im Duo mit einer poinz Visa. Allen drei fehlt die kleine Unfalldeckung der Blue, dafür kosten sie nichts und geben echtes Cashback. Der Unterschied ist also klar: Bei der Blue zahlst du für die Marke American Express und ein schmales Sicherheitsnetz, bei den Gratis-Karten bekommst du die Rückvergütung und verzichtest auf beides.

Die App des Herausgebers in Zahlen

25’963 Bewertungen auf App Store, gelesen am 9. Oktober 2026.

4.57 von 5
15

Was die Versicherung wirklich deckt

In der Karte enthalten · Allianz Assistance (AWP P&C S.A., Saint-Ouen (Paris), Wallisellen Branch (Schweiz), Richtiplatz 1, 8304 Wallisellen) (Bedingungen liegen nur auf Englisch vor)

  • Zahlungsbedingung, damit der Schutz giltFür die Transportunfallversicherung besteht Versicherungsschutz nur, wenn mindestens 50% der Kosten des benutzten öffentlichen Verkehrsmittels vor Reiseantritt mit der Karte bezahlt wurden. Mit * markierte Leistungen (u.a. Reiseabbruch-/Annullierungs-, Gepäck-, Mietwagen-, Rückgabe-, Kauf-, Garantieverlängerungs- und Ticketversicherung) sind zudem an die Bezahlung mit der Karte geknüpft.Bedingungen, Seite 11
  • Annullierung der Reise (Storno)Nicht enthalten
  • Heilungskosten und RücktransportNicht enthalten
  • Dauer der ReiseEine Reise ist ein länger als eintägiger Aufenthalt an einem Ort, der mindestens 30 km vom gewöhnlichen Wohnort entfernt liegt, ausgenommen Arbeitswege. Für gewisse Leistungen ist der Versicherungsschutz bei Auslandreisen zeitlich begrenzt.Bedingungen, Seite 3
  • Selbstbehalt beim MietwagenNicht enthalten
  • Unfall: InvaliditätInvaliditätskapital bis CHF 50’000 (anteilig nach Invaliditätsgrad gemäss Gliedertaxe, S. 11), bei Unfällen im öffentlichen Verkehr.Bedingungen, Seite 5
  • Wenn du schon eine andere Versicherung hast«Gleichartige Ansprüche»: Ausser bei der Todesfall- und Invaliditätsleistung der Transportunfallversicherung (bzw. anderen Kapitalleistungen) gilt: Besteht Anspruch aus einem anderen Versicherungsvertrag (freiwillig oder obligatorisch, privat oder sozial), ist die Deckung auf den Teil begrenzt, der die Leistungen des anderen Vertrags übersteigt. Insgesamt werden Kosten nur einmal erstattet.Bedingungen, Seite 8

Der Einkaufsschutz

  • EinkaufsschutzNicht enthalten
  • Bestpreis-GarantieNicht enthalten
  • Verlängerte GarantieNicht enthalten
  • Weitere SchutzleistungenRückgabeschutz: CHF 500 für unbenutzte, unbeschädigte Ware ab CHF 60, die der Verkäufer nicht innert 90 Tagen zurücknimmt. Weltweit.Bedingungen, Seite 7

Alle Beträge, Auflagen und Ausnahmen für jede Karte

Beschwerden und Aufsicht

Swisscard AECS (inkl. poinz)

Fälle beim Bankenombudsman

Ein einzelner Fall bedeutet nicht, dass der betroffene Kartenherausgeber sich etwas hat zuschulden kommen lassen. Der Schweizerische Bankenombudsman veröffentlicht ausschliesslich Zahlen für die ganze Branche, nie für einzelne Anbieter.

  • 2024136 Fälle in der Branche
  • 2025120 Fälle in der Branche

Zahlen gelten für die ganze Branche, nicht für Swisscard AECS (inkl. poinz) allein. Quellen: Jahresbericht 2024 und Jahresbericht 2025 des Bankenombudsman

Bei der Aufsicht

In den eigenen Vertragsdokumenten wird keine Ombudsstelle genannt (geprüft am 13. Juli 2026). Beleg, gelesen 13. Juli 2026

Das ganze Bild mit Methode und Quellen

Bedingungshistorie

Noch keine dokumentierten Bedingungsänderungen. Die Dokumente der Karte werden monatlich geprüft.

Alle Bedingungsänderungen für Blue from American Express

Bedingungen geprüft am 13. Juli 2026Nächste Prüfung: November 2026

Das Datum wird gesetzt, wenn die Bedingungen zuletzt direkt beim Herausgeber gelesen wurden.

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Ratgeber und Artikel zu dieser Karte