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Kreditkart

swisscard Credit Card im Test: 0 Prozent Fremdwährungsgebühr, doch der Kurs verlangt rund 1.5 Prozent

swisscard Credit Card: Lohnt sich die Karte mit 0 Prozent Fremdwährungsgebühr?

Für einen klaren Fall ja, für den Alltag nein: Wer eine dauerhaft gebührenfreie Zweitkarte fürs Ausland sucht und die 2.5-Prozent-Bearbeitungsgebühr der Swisscard Cashback Cards loswerden will, bekommt hier ein brauchbares Backup ohne Jahresgebühr. Für den täglichen Einkauf in der Schweiz taugt sie wenig, denn Cashback oder Punkte gibt es keine. Und die grosse Werbezeile «0% Fremdwährungsgebühr» stimmt nur zur Hälfte: Die separate Gebühr fällt wirklich weg, doch im angewandten Swisscard-Wechselkurs bleibt eine Marge. Zwei Nutzer haben sie unabhängig voneinander gemessen und kamen auf rund 1.5 Prozent. Das ist günstiger als bei den meisten Schweizer Kreditkarten im Ausland, aber es ist nicht die beworbene Null.

Die Karte von Swisscard AECS ist seit Oktober 2025 erhältlich und läuft auf dem Visa-Netz. Für diesen Test habe ich die Produktseite und die FAQ auf getswisscard.ch (gelesen am 16. Juli 2026), die Kreditvereinbarung von Swisscard AECS, das Help-Center, die Versicherungsbedingungen und zehn Nutzerstimmen aus dem Finanzrudel-Forum und von Reddit durchgearbeitet. Ein Punkt vorweg, der für eine so junge Karte ungewöhnlich ist: Eine vollständige, öffentliche Gebührenübersicht gibt es nicht. Die ganze Leistungsübersicht erscheint erst im Antragsprozess in der Swisscard-App. Mein Fazit: Die swisscard Credit Card bekommt die Note 2.7, deutlich unter dem Durchschnitt der von uns bewerteten Karten. Nicht, weil sie schlecht wäre, sondern weil sie fast nichts bietet ausser der einen Sache, die sie gut macht, dem günstigen Bezahlen im Ausland.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Jahresgebühr beträgt CHF 0, dauerhaft und ohne zeitliche Befristung; die Karte ist gemäss den FAQ auf getswisscard.ch seit Oktober 2025 erhältlich und läuft auf dem weltweit akzeptierten Visa-Netz.
  • Anders als die Swisscard Cashback Cards mit 2.5 Prozent verzichtet die Karte auf die separate Fremdwährungsgebühr; im Ausland bleibt nur der Wechselkurs.
  • Doch «0% Fremdwährungsgebühr» heisst nicht gratis: Zwei unabhängige Nutzer-Stichproben (Transaktion vom 18. November 2025 und ein Test im Mai 2026) fanden rund 1.3 bis 1.75 Prozent Marge im Kurs. Offiziell kostet der Auslandseinsatz nichts, beim Referenzbudget dieser Seite (CHF 2’000 im Monat, 15 Prozent im Ausland) macht die Marge dennoch rund CHF 54 im Jahr aus.
  • Kein Cashback und kein Bonusprogramm: Für Einkäufe in der Schweiz sammelt die Karte nichts, und im Rechner weiter unten steht sie mit CHF 0 an laufenden Vorteilen.
  • Keine Reiseversicherung; enthalten ist einzig eine Return Protection über CHF 1’000 pro Kauf. Bei Teilzahlung fallen 12 Prozent Zins an, der gesetzliche Höchstsatz; die Mindestzahlung liegt bei 2.5 Prozent des Saldos, mindestens CHF 50.
  • Die vollständige Leistungsübersicht mit allen Gebühren ist nicht öffentlich; sie erscheint erst im Antragsprozess in der Swisscard-App.
Karte swisscard Credit Card

Kartendaten

Jahresgebühr
CHF 0
Vorteile
Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
Fremdwährungsgebühr
0.00%Offiziell. Unabhängig gemessener Kursaufschlag: rund 1.5% (forum.finanzrudel.ch)
Zins
12.00%Bei aktivierter Teilzahlung fällt Zins auf den offenen Saldo an. Den genauen Zinssatz zeigt getswisscard.ch nur in der Leistungsübersicht, die erst im Antragsprozess in der App erscheint. Die Kreditvereinbarung von Swisscard AECS nennt für die Karten des Herausgebers einen Jahreszins von 12% (der gesetzliche Höchstsatz seit 1. Januar 2026); das Help-Center von Swisscard führt ihn nur als Rechenbeispiel. Die Mindestzahlung beträgt gemäss Swisscard Help-Center 2.5% des Saldos, mindestens CHF 50. Wer die Monatsrechnung vollständig und fristgerecht begleicht, zahlt keinen Zins.
Zinsfreie Tage
Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
Bargeldbezug
Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
Reiseversicherung
Nicht enthaltenKeine Reiseversicherung; nur Return Protection (CHF 1’000 pro Kauf), AVB gültig ab 01.06.2025
Zahlungsnetzwerk
Visa
Voraussetzungen
Vom Herausgeber nicht veröffentlicht

Was dir die Karte bei deinem Ausgabenniveau zurückgibt

Zieh am Regler und stell die swisscard Credit Card neben die TCS Travel Mastercard Gold. Dieselbe Rechnung wie auf der Startseite: Bonuswert minus Jahresgebühr, aus den Kartendaten. Die Rückvergütung ist nicht die Note: dort wiegen auch Schutz und Kosten mit.

CHF 2’000
swisscard Credit CardKeine laufenden Vorteile, keine JahresgebührCHF 0netto pro JahrBringt am meisten
TCS Travel Mastercard Gold1% zurück, Jahresgebühr CHF 100CHF 0netto pro JahrBringt am meisten

Berechnet als Vorteil minus Jahresgebühr, bei monatlich vollständig beglichener Rechnung.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Keine Jahresgebühr für die Hauptkarte, dauerhaft und ohne zeitliche Befristung; die Karte ist gemäss den FAQ auf getswisscard.ch seit Oktober 2025 erhältlich.
  • Anders als die Swisscard Cashback Cards mit 2.5 Prozent verzichtet die Karte auf die separate Fremdwährungs-Bearbeitungsgebühr; im Ausland bleibt nur der Wechselkurs, dessen reale Marge zwei Nutzer-Stichproben auf rund 1.3 bis 1.75 Prozent beziffern, tiefer als bei vielen Schweizer Kreditkarten.
  • Vollwertiges Visa-Netzwerk mit breiter weltweiter Akzeptanz; mehrere Nutzer bestellten die Karte gezielt als gebührenfreie Backup-Kreditkarte für den Fall, dass ein Geschäft keine Debitkarte akzeptiert.
  • Minimalistisches Kartendesign aus Sicherheitsgründen: Kartennummer, Ablaufdatum und Sicherheitscode stehen nicht auf der Karte, sondern nur in der Swisscard-App.
  • Eine Return Protection Insurance ist inbegriffen: CHF 1’000 pro Kauf für unbeschädigte, unbenutzte Ware ab CHF 60, wenn der Verkäufer die Rücknahme innert 90 Tagen ablehnt (weltweit).
  • Wer die Monatsrechnung vollständig und fristgerecht begleicht, zahlt keinen Zins.

Nachteile

  • Als 0 Prozent Fremdwährungsgebühr beworben, doch der Swisscard-Wechselkurs enthält eine Marge: zwei unabhängige Nutzermessungen (Stichprobe 18. November 2025 und Mai 2026) fanden rund 1.3 bis 1.75 Prozent effektiven Aufschlag gegenüber dem Devisenmittelkurs, nicht die beworbene Null.
  • Kein Cashback und kein Bonusprogramm: für Einkäufe im Inland sammelt die Karte keine Rückvergütung, was sie für alltägliche Zahlungen wenig attraktiv macht.
  • Die vollständige Leistungsübersicht mit allen Gebühren ist nicht öffentlich; sie erscheint erst im Antragsprozess in der App (geprüft gegen getswisscard.ch und swisscard.ch am 16. Juli 2026).
  • Manche im Ausland registrierten Online-Shops wie Zalando und Fressnapf werden auch bei Zahlung in Franken als Auslandtransaktion eingestuft; was das für die als gebührenfrei beworbene Karte kostet, ist offiziell nicht dokumentiert.
  • Bei aktivierter Teilzahlung fällt ein Jahreszins von 12 Prozent an, der gesetzliche Höchstsatz; er ist nur in der Kreditvereinbarung von Swisscard AECS herausgebergenerisch genannt, nicht produktspezifisch veröffentlicht, und die Mindestzahlung beträgt 2.5 Prozent des Saldos, mindestens CHF 50.
  • Die neue Karte bekommt eine eigene Kontonummer und braucht eine separate eBill-Anmeldung; ein bestehender Swisscard-Kunde übersah dadurch eine Rechnung und erhielt CHF 30 Mahngebühr plus Verzugszins, die erst nach Nachfrage annulliert wurden.
  • Keine Reiseversicherung: enthalten ist nur die Return Protection (Rückgabeversicherung), kein Reise-, Unfall- oder medizinischer Schutz.

Das Urteil in einem Satz: Für alle, die eine dauerhaft gebührenfreie Zweitkarte suchen und im Ausland ohne die 2.5-Prozent-Bearbeitungsgebühr der Cashback Cards bezahlen wollen, ein brauchbares Backup ohne Jahresgebühr; die ehrlichen Schwächen: die als 0 Prozent Fremdwährungsgebühr beworbene Karte enthält im Wechselkurs eine Marge von rund 1.5 Prozent (zwei unabhängige Nutzer-Stichproben), es gibt kein Cashback und kein Bonusprogramm, und die vollständige Leistungsübersicht erscheint erst im Antragsprozess in der App.

Neue Swisscard Erfahrungen: zwei Nutzer messen die versteckte Marge

Zu genau dieser Karte gibt es 2026 zwei Sorten von Stimmen: begeisterte, die endlich eine gebührenfreie Kreditkarte fürs Ausland sehen, und rechnende, die den Wechselkurs nachgemessen haben. Die Karte startete im Oktober 2025 mit dem Versprechen, keine Kartengebühr und keine Fremdwährungsgebühr zu verlangen, und mehrere Nutzer bestellten sie gezielt als gratis Backup. Der spannendere Teil sind die zwei Messungen, denn sie entscheiden, ob die «0» hält.

Zur Einordnung hatte ein Forumsmitglied kurz nach dem Start die letzten unabhängigen Zahlen zur Hand:

"Im letzten Handelszeitung-Test (Jun 2025) waren es folgende effektive Aufschläge (Marge plus Gebühr) im Vergleich zum Devisenmittelkurs:

Swisscard cashback 4.21% Certo 4.21% Cornercard 3.99% Migros Bank 2.88% Neon 0.55% Revolut 0.27% Radicant -0.05%"

@bph im Finanzrudel-Forum, 23. Oktober 2025.

In den 4.21 Prozent der alten Swisscard Cashback Cards steckt die 2.5-Prozent-Bearbeitungsgebühr, die genau diese neue Karte weglässt. Zieht man sie ab, bleibt rund die reine Kursmarge von etwa 1.7 Prozent, und das ist ziemlich genau das, was zwei Nutzer dann selbst gemessen haben. Die Zahlen der Handelszeitung sind forumrelayed, das Original liegt hinter einer Bezahlschranke, und sie gelten für die Herausgeberkarten von 2025, nicht für das neue Produkt.

Die erste Messung ist auf den Tag datiert:

"Ich habe nach Erhalt der neues Swisscard-Kreditkarte mal am 18.11.2025 eine kleine Auslandstransaktion durchgeführt. Für USD 9,72 werden jetzt auf der Transaktionsliste CHF 7,90 angezeigt und ein Umrechnungskurs von 0,813505.

Zum offiziellen Dollarkurs für diesen Tag finde ich für den betreffenden Tag Angaben zwischen 0,79885 und 0,802 CHF/USD. Das entspräche einem Aufschlag zwischen 1,3 und 1,75%."

@AndreasBL im Finanzrudel-Forum, 22. November 2025.

Er hat für einen echten Kauf den verrechneten Kurs mit dem offiziellen Tageskurs verglichen und kommt auf 1.3 bis 1.75 Prozent Aufschlag, obwohl keine Gebühr ausgewiesen war. Ein halbes Jahr später bestätigt ein zweiter Nutzer die Grössenordnung mit Euro:

"I also looked at this card and then ordered it. Basically yes there is no extra fee for payments abroad. But as usual with credit cards there is a exchange rate markup.

My test was with EUR in croatia, the markup with this swisscard visa was 1.4-1.6%. So it‘s really competitive, if not even the best i‘ve seen so far. Other cards are all around 2-4% on top of de processing fee. So in total about 5%."

@dwaec bei Reddit r/SwissPersonalFinance, 13. Mai 2026.

Auf Deutsch: Es gibt keine Extragebühr, aber wie bei Kreditkarten üblich einen Kursaufschlag, hier 1.4 bis 1.6 Prozent, und damit sei die Karte sehr konkurrenzfähig, während andere Karten bei 2 bis 4 Prozent plus Bearbeitungsgebühr landen, zusammen rund 5 Prozent. Zwei Messungen, dieselbe Aussage: Die Marge ist real, aber für ein Schweizer Kreditkartenprodukt niedrig.

Messbar ist ansonsten weniger die Karte als ihr Umfeld, und hier lohnt der genaue Blick auf die Quelle. Auf Trustpilot steht getswisscard.ch, die eigene Domain dieser Karte, bei 1.7 von 5 aus 229 Bewertungen (Stand 9. Oktober 2026). Die Bewertung beschreibt Erfahrungen mit dem Anbieter und seinem Service; aus ihr lässt sich kein reines Urteil über die Konditionen dieser Karte ableiten. Umgekehrt steht die Swisscard-App im App Store bei 4.57, und die ist herausgeberweit, sie bedient auch die Cashback Cards. Als Teilnote «Stimmen im Netz» heben die 4.57 der App den schwachen Domainwert auf 2.8; die Zahlen der App findest du unten im Abschnitt Die App des Herausgebers in Zahlen.

Was zählt als Ausland? Zalando, Fressnapf und Zahlungen in Franken

Ein zweiter Haken hat mit dem Kurs gar nichts zu tun. Nutzer berichten, dass die Karte gewisse im Ausland registrierte Onlineshops auch dann als Auslandtransaktion einstuft, wenn du in Franken bezahlst:

"It’s also inconsistent what counts as foreign. swisscard treats zalando, fressnapf etc as foreign even when paying in CHF. other cards without fees only rip off when there is an actual currency conversion (usually by using a bad rate)"

@etan1 bei Reddit r/SwissPersonalFinance, 13. Mai 2026.

Auf Deutsch: Was als «ausländisch» gilt, ist uneinheitlich; Swisscard behandle Zalando, Fressnapf und ähnliche Shops selbst bei Zahlung in Franken als Auslandtransaktion, während andere gebührenfreie Karten nur bei einer echten Währungsumrechnung zuschlagen. Das ist dieselbe Mechanik, die auch die Cembra-Karten zeigen: Ein Franken-Kauf bei einem Händler mit ausländischem Sitz gilt als Auslandzahlung. Was das die als gebührenfrei beworbene Karte konkret kostet, ist offiziell nicht dokumentiert, denn die Positionen stehen nur in der app-internen Leistungsübersicht. Wer regelmässig bei solchen Shops einkauft, sollte das im Blick behalten.

swisscard Kreditkarte gratis? Bei der Jahresgebühr ja, im Ausland fast

Bei der Jahresgebühr ist die Karte tatsächlich gratis: 0 Franken für die Hauptkarte, dauerhaft und ohne Aktionsfrist. Das bestätigen die FAQ auf getswisscard.ch mit dem klaren Satz, die Karte habe keine Jahresgebühr. Genau darauf zielt ihr Publikum: Mehrere Nutzer bestellten sie als reines Backup neben ihrer Debitkarte, für den Fall, dass ein Geschäft keine Debit akzeptiert, ganz nach dem Motto, sie koste ja nichts.

Gratis bleibt sie aber nur unter zwei Bedingungen. Erstens musst du fristgerecht und vollständig zahlen, sonst greifen 12 Prozent Teilzahlungszins und eine Mahngebühr. Zweitens gilt das «gratis» nur inländisch: Im Ausland kostet dich die Kursmarge von rund 1.5 Prozent echtes Geld, auch wenn keine Gebühr ausgewiesen wird. Und weil die Karte keinerlei Rückvergütung zahlt, bekommst du für diese Gratis-Karte im Inland nichts zurück; deshalb zeigt der Rechner weiter unten für sie 0 Franken an laufenden Vorteilen, während die Cashback-Karten dort ihre Franken ausweisen. Für eine reine Zahlungskarte fürs Ausland ist das in Ordnung. Als Alltagskarte ist eine Karte mit Cashback oder Punkten der bessere Griff.

swisscard Gebühren: Zins, Mindestzahlung und die versteckte Leistungsübersicht

Solange du fristgerecht zahlst, ist die Karte günstig. Der Haken liegt woanders, nämlich in der Transparenz. Die zentralen Zahlen stehen gebündelt in den Kartendaten weiter unten, soweit sie öffentlich sind; drei Punkte verdienen einen Satz.

Erstens der Zins: Bei aktivierter Teilzahlung verrechnet Swisscard 12 Prozent auf den offenen Saldo, den gesetzlichen Höchstsatz für Kreditkarten seit dem 1. Januar 2026. Diesen Satz nennt allerdings weder die Produktseite noch ein Gebührenblatt für diese Karte direkt; er steht in der allgemeinen Kreditvereinbarung von Swisscard AECS für die Karten des Herausgebers, und das Help-Center führt ihn nur als Rechenbeispiel. Einen separat ausgewiesenen effektiven Jahreszins, das gesetzliche Vergleichsmass, das alle Kreditkosten auf ein Jahr umrechnet, gibt es öffentlich nicht. Zweitens die Mindestzahlung: 2.5 Prozent des Saldos, mindestens 50 Franken, laut Help-Center von Swisscard. Drittens, und das ist der eigentliche Kritikpunkt: Die vollständige Leistungsübersicht mit allen Gebühren, etwa dem Bargeldbezug, ist nicht öffentlich abrufbar. Sie erscheint erst, wenn du im Antragsprozess in der App angekommen bist. Für eine Karte, die mit Einfachheit und Nulltarif wirbt, ist das ungewöhnlich: Die grossen Zeilen (0 Jahresgebühr, keine Fremdwährungsgebühr, 12 Prozent Zins) lassen sich aus FAQ, Kreditvereinbarung und Help-Center zusammentragen, aber das Kleingedruckte siehst du erst, wenn du schon halb im Antrag steckst.

Wie schnell die «gratis» Karte dann doch Geld kostet, zeigt ein bestehender Swisscard-Kunde, der die neue Karte zusätzlich nahm:

"Ich habe da angerufen und konnte das Missverständnis schlussendlich klären. Es ist tatsächlich so, dass man für die neue Swisscard eine eigene Kontonummer kriegt und man dann nochmals eine Anmeldung für eRechnung machen muss.So richtig kundenfreundlich ist das zwar nicht, aber ist halt scheinbar so. Jedenfalls wurden die CHF 30.- Mahngebühr sowie der Verzugszins schlussendlich annulliert. Ende gut alles gut.

Swisscard AECS kann also weiterhin empfohlen werden, weil gerade das Angebot “Cashback Cards” ist für die Verwendung im Inland eigentlich nicht grundschlecht."

@MagicMax im Finanzrudel-Forum, 15. Februar 2026.

Auf Deutsch: Die neue Karte bekommt eine eigene Kontonummer und braucht eine separate eBill-Anmeldung; deshalb übersah er eine Rechnung und kassierte 30 Franken Mahngebühr plus Verzugszins, die erst nach seinem Anruf annulliert wurden. Die Lehre daraus ist praktisch: Wer die Karte nimmt, richtet die eBill für das neue Kartenkonto sofort ein, sonst reisst die Zahlungsfrist, und aus der Gratis-Karte wird eine mit 12 Prozent Zins.

Keine Reiseversicherung: enthalten ist nur die Return Protection

Hier ist die Karte schnell erklärt, weil fast nichts da ist. Eine Reiseversicherung enthält sie nicht: kein medizinischer Schutz, keine Annullierungskosten, keine SOS-Assistance, keine Unfalldeckung. Der einzige Baustein ist eine Return Protection über die Allianz Assistance: bis 1’000 Franken pro Kauf für unbeschädigte, unbenutzte Ware ab 60 Franken, wenn der Verkäufer die Rücknahme innert 90 Tagen ablehnt (weltweit; mindestens die Hälfte des Kaufpreises muss mit der Karte bezahlt sein). Das ist ein Rückgabeschutz, keine Einkaufsversicherung gegen Diebstahl oder Bruch, und trägt zur Schutznote 1.4 bei. Der Versicherungsblock weiter unten zeigt den enthaltenen Rückgabeschutz und das fehlende Reisepaket. Der Schutz bleibt auf diese Rücknahmeleistung beschränkt. Wer Wert auf Reiseschutz legt, findet ihn bei anderen gratis Karten, etwa bei den Cembra-Partnerkarten.

swisscard Credit Card vs. Cashback Cards, Certo und Cumulus: Welche fürs Ausland?

Die Karte hat genau eine Stärke, und die vergleicht sich am besten direkt. Gegen die eigenen Geschwister, die Swisscard Cashback Cards (Amex und Visa), ist die Rechnung klar: Diese verlangen im Ausland 2.5 Prozent Bearbeitungsgebühr, im Handelszeitung-Test 2025 zusammen mit der Kursmarge 4.21 Prozent effektiv. Die neue swisscard Credit Card streicht genau diese Gebühr und liegt mit rund 1.5 Prozent klar darunter. Umgekehrt geben die Cashback Cards 1 Prozent zurück, die neue Karte gar nichts. Die logische Aufteilung ist deshalb, für Einkäufe in der Schweiz eine Cashback- oder Punktekarte zu behalten und die neue Karte fürs Ausland danebenzulegen.

Gegen die Cembra-Karten, die Certo! One und die Grund-Certo, gilt dasselbe Muster: Deren Fremdwährungseinsatz kostet unabhängig gemessen rund 2.8 Prozent auf Herausgeberebene, deutlich mehr als die 1.5 Prozent hier, dafür zahlen sie Cashback in Franken direkt auf die Rechnung. Interessant ist die Cumulus Kreditkarte der Migros Bank: Sie bewirbt ebenfalls 0 Prozent Fremdwährungsgebühr, doch eine unabhängige Messung fand auf Herausgeberebene rund 3 Prozent realen Kursaufschlag, also mehr als bei der swisscard Credit Card. Die swisscard Credit Card ist damit nicht die einzige Karte mit einer Null in der Werbung, aber unter diesen dreien diejenige, deren gemessene Marge am tiefsten liegt.

Eine ehrliche Grenze bleibt: Multiwährungskarten von Neobanken schlagen die swisscard Credit Card im Ausland weiterhin. Im selben Handelszeitung-Test lagen Neon bei 0.55 Prozent, Revolut bei 0.27 Prozent und Radicant sogar leicht im Minus. Für die tiefsten Auslandskosten führt weiterhin kein Weg an einer Wise- oder Revolut-Karte vorbei; die swisscard Credit Card ist die günstigste unter den gebührenfreien Schweizer Kreditkarten, die ich hier vergleiche, nicht das günstigste Zahlungsmittel überhaupt.

Hol dir die Karte nicht, wenn du ...

  • ... im Inland Cashback oder Punkte sammeln willst. Die Karte zahlt keinerlei Rückvergütung; für den Alltag ist eine Cashback- oder Punktekarte klar besser.
  • ... die absolut tiefsten Auslandskosten suchst. Rund 1.5 Prozent Kursmarge sind gut für eine Schweizer Kreditkarte, aber Neon, Revolut oder Wise liegen deutlich darunter.
  • ... eine Karte mit Reiseversicherung brauchst. Enthalten ist nur eine Return Protection über 1’000 Franken pro Kauf, sonst nichts.
  • ... vor dem Antrag jede Gebühr schwarz auf weiss sehen willst. Die vollständige Leistungsübersicht erscheint erst im Antragsprozess in der App.
  • ... oft bei Shops wie Zalando oder Fressnapf in Franken zahlst. Nutzer berichten, dass die Karte solche Käufe als Auslandtransaktion einstuft.

Hol dir die Karte, wenn du ...

  • ... eine dauerhaft gebührenfreie Zweitkarte fürs Ausland willst. Ohne Jahresgebühr, auf dem weltweit akzeptierten Visa-Netz, mit einer Kursmarge tiefer als bei den meisten Schweizer Kreditkarten.
  • ... von den Swisscard Cashback Cards weg willst. Deren 2.5 Prozent Bearbeitungsgebühr im Ausland streicht diese Karte, ohne dass du eine Jahresgebühr eintauschst.
  • ... ein reines Backup neben deiner Debitkarte suchst. Genau dafür bestellen die Foren sie: für den Fall, dass ein Geschäft keine Debit akzeptiert, und weil sie nichts kostet.
  • ... deine Rechnung immer fristgerecht und per eBill bezahlst. Dann kostet dich die Karte im Inland 0 Franken, und der 12-Prozent-Zins wird nie zum Thema.

swisscard Credit Card beantragen: Ablauf, App und minimalistisches Design

Beantragen kannst du die Karte online über getswisscard.ch. Ein Mindestalter und ein regelmässiges Einkommen setzt Swisscard voraus; eine konkrete Zahl nennt der Herausgeber nicht, entschieden wird per gesetzlich vorgeschriebener Bonitätsprüfung, also der Prüfung deiner Kreditfähigkeit. Im Antragsprozess selbst siehst du dann erstmals die vollständige Leistungsübersicht mit allen Gebühren; wer die Konditionen komplett kennen will, muss also bis in die App gehen.

Zwei Eigenheiten fallen danach auf. Erstens bekommt die neue Karte, auch für bestehende Swisscard-Kunden, eine eigene Kontonummer und eine eigene Rechnung; die eBill musst du dafür separat anmelden. Zweitens ist die Karte bewusst minimalistisch gestaltet:

"Diese neue Swisscard-Kreditkarte ist in sehr minimalistischem Design gehalten.

Vor allem stehen ausser dem Namen des Inhabers keine weiteren Angaben auf der Karte, aus Sicherheitsgründen. Also Kartennummern, Ablaufdatum und Sicherheitscode gibt es nur per Swisscard-App."

@AndreasBL im Finanzrudel-Forum, 22. November 2025.

Auf der Karte steht nur dein Name; Kartennummer, Ablaufdatum und Sicherheitscode liest du ausschliesslich in der Swisscard-App. Das ist ein Sicherheitsgewinn, bindet dich aber an die App, dieselbe, deren gute App-Store-Note die schwache Trustpilot-Bewertung der Kartendomain in der Kreditkart-Note ausgleicht.

Roberts Urteil

Mein Urteil: Die swisscard Credit Card ist eine ehrliche halbe Sache. Sie macht genau eine Sache richtig, und die macht sie gut: Ohne Jahresgebühr und ohne die 2.5-Prozent-Bearbeitungsgebühr der Swisscard Cashback Cards ist sie ein günstiges, gebührenfreies Backup fürs Ausland, mit einer Kursmarge von rund 1.5 Prozent, die zwei unabhängige Nutzer gemessen haben und die tiefer liegt als bei den Cembra-Karten oder der Cumulus. Daraus wird die Note 2.7, deutlich unter dem Durchschnitt der von uns bewerteten Karten, und das aus einem einfachen Grund: Ausser dem Ausland bietet die Karte nichts. Drei Dinge halte ich fest. Erstens ist die grosse Werbezeile «0% Fremdwährungsgebühr» nur als Gebühr wahr; im Kurs zahlst du weiter, und wer das nicht weiss, hält die Karte für gratis, die sie im Ausland nicht ist. Zweitens gibt es kein Cashback und keine Reiseversicherung, was sie für den Alltag und für Reisen mit Anspruch ausscheiden lässt. Drittens siehst du die vollständige Gebührenliste erst im Antragsprozess in der App, was ich bei einer Karte, die mit Einfachheit wirbt, für einen echten Schwachpunkt halte. Nimm die swisscard Credit Card, wenn du sie als reine Auslandskarte neben einer Cashback-Karte fürs Inland führst, richte die eBill sofort ein, und wisse: Für die absolut tiefsten Auslandskosten ist eine Revolut oder Wise noch besser.

Häufige Fragen

Ist die swisscard Credit Card wirklich gratis? Bei der Jahresgebühr ja: Die Hauptkarte kostet 0 Franken, dauerhaft und ohne Aktionsfrist, bestätigt in den FAQ auf getswisscard.ch. Kostenlos bleibt sie aber nur, wenn du fristgerecht bezahlst und den Auslandseinsatz mitrechnest, denn dort steckt eine Kursmarge im Preis.

Hat die Karte wirklich keine Fremdwährungsgebühr? Als separate Gebühr nein, das stimmt. Aber der angewandte Swisscard-Wechselkurs enthält eine Marge: Zwei unabhängige Nutzermessungen (November 2025 und Mai 2026) fanden rund 1.3 bis 1.75 Prozent Aufschlag gegenüber dem offiziellen Kurs. Günstiger als die 2.5 Prozent Bearbeitungsgebühr der Cashback Cards, aber nicht die beworbene Null.

Gibt es bei der swisscard Credit Card Cashback? Nein. Die Karte hat kein Cashback und kein Punkteprogramm. Für Rückvergütung im Inland brauchst du eine Cashback- oder Punktekarte; die swisscard Credit Card lohnt sich vor allem als gebührenfreie Auslandskarte daneben.

Hat die swisscard Credit Card eine Reiseversicherung? Nein. Enthalten ist nur eine Return Protection über 1’000 Franken pro Kauf, wenn ein Verkäufer die Rücknahme innert 90 Tagen ablehnt. Ein Reise-, Unfall- oder medizinischer Schutz gehört nicht dazu.

Wie hoch ist der Zins, und wo finde ich alle Gebühren? Bei Teilzahlung fallen 12 Prozent an, der gesetzliche Höchstsatz; die Mindestzahlung beträgt 2.5 Prozent des Saldos, mindestens 50 Franken. Die vollständige Leistungsübersicht mit allen Gebühren ist nicht öffentlich, sie erscheint erst im Antragsprozess in der Swisscard-App.

swisscard Credit Card oder die Swisscard Cashback Cards? Für Einkäufe in der Schweiz die Cashback Cards, denn sie geben bis zu 1 Prozent zurück (1 Prozent mit dem Amex-Teil, 0.25 Prozent mit dem zweiten Netzwerk). Fürs Ausland die neue Karte, denn sie streicht die 2.5 Prozent Bearbeitungsgebühr. Am besten führst du beide nebeneinander.

Warum stehen keine Kartennummern auf der Karte? Aus Sicherheitsgründen: Auf der Karte steht nur dein Name. Kartennummer, Ablaufdatum und Sicherheitscode siehst du ausschliesslich in der Swisscard-App, was einen sicheren Vorteil bringt, dich aber an die App bindet.

Die App des Herausgebers in Zahlen

25’963 Bewertungen auf App Store, gelesen am 9. Oktober 2026.

4.57 von 5
15

Was die Versicherung wirklich deckt

Keine Reiseversicherung enthalten

Der Einkaufsschutz

  • EinkaufsschutzNicht enthalten
  • Bestpreis-GarantieNicht enthalten
  • Verlängerte GarantieNicht enthalten
  • Weitere SchutzleistungenReturn Protection Insurance: CHF 1’000 pro Kauf, für unbeschädigte, unbenutzte und voll funktionsfähige Ware ab CHF 60, wenn der Verkäufer die Rücknahme innert 90 Tagen ablehnt (weltweit; mindestens 50% mit der Karte bezahlt)Bedingungen, Seite 4

Alle Beträge, Auflagen und Ausnahmen für jede Karte

Beschwerden und Aufsicht

Swisscard AECS (inkl. poinz)

Fälle beim Bankenombudsman

Ein einzelner Fall bedeutet nicht, dass der betroffene Kartenherausgeber sich etwas hat zuschulden kommen lassen. Der Schweizerische Bankenombudsman veröffentlicht ausschliesslich Zahlen für die ganze Branche, nie für einzelne Anbieter.

  • 2024136 Fälle in der Branche
  • 2025120 Fälle in der Branche

Zahlen gelten für die ganze Branche, nicht für Swisscard AECS (inkl. poinz) allein. Quellen: Jahresbericht 2024 und Jahresbericht 2025 des Bankenombudsman

Bei der Aufsicht

In den eigenen Vertragsdokumenten wird keine Ombudsstelle genannt (geprüft am 13. Juli 2026). Beleg, gelesen 13. Juli 2026

Das ganze Bild mit Methode und Quellen

Bedingungshistorie

Noch keine dokumentierten Bedingungsänderungen. Die Dokumente der Karte werden monatlich geprüft.

Alle Bedingungsänderungen für swisscard Credit Card

Bedingungen geprüft am 16. Juli 2026Nächste Prüfung: November 2026

Das Datum wird gesetzt, wenn die Bedingungen zuletzt direkt beim Herausgeber gelesen wurden.

Stimmt bei dieser Karte etwas nicht? Melde es uns.

Ratgeber und Artikel zu dieser Karte