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Kreditkart

LIPO Mastercard im Test: Punkte auf alles, ihr Wert bleibt ungenannt

LIPO Mastercard: Lohnt sich die Gratiskarte, deren Punktewert niemand nennt?

Nur für einen sehr engen Fall, und selbst dort mit einem Vorbehalt: Wer sein Zuhause regelmässig bei LIPO einrichtet, den vierteljährlichen LIPO-Gutschein dort einlöst und jede Rechnung pünktlich bezahlt, hält eine Mastercard ohne Jahresgebühr, die auf jeden Einkauf einen LIPO-Punkt pro Franken sammelt. Der Vorbehalt wiegt schwer: Was dieser Punkt in Franken wert ist, sagt dir niemand. Nicht der Herausgeber, nicht eine Vergleichsseite, nicht ein einziges Forum. Du sammelst also breiter als bei den meisten Partnerkarten, kannst deinen Gegenwert aber nicht ausrechnen. Für alle, die ihr Zuhause anderswo einrichten, bleibt eine gebührenfreie Zahlungskarte, deren einziger Mehrwert ein Punkt ohne Preisschild ist.

Die Karte der Cembra Money Bank ist die Kundenkarte der Möbel- und Einrichtungskette LIPO und kostet 0 Franken im Jahr. Für diesen Test habe ich die Gebührenübersicht (V1/01_2026) und die AGB durchgearbeitet, die Produktseite auf lipo-mastercard.ch gelesen, die öffentlich sichtbaren Herausgeberbewertungen zusammengetragen und die Schweizer Finanzforen nach echten Stimmen zu genau dieser Karte abgesucht. Mein Fazit vorweg: Die LIPO Mastercard bekommt die Note 2.9, deutlich unter dem Durchschnitt der von uns bewerteten Karten. Der Grund steckt nicht in einer versteckten Gebühr, sondern in einer Leerstelle. Den Wert ihres eigenen Bonusprogramms nennt der Herausgeber nirgends, und anders als bei den Schwesterkarten springt diesmal auch keine Drittquelle ein. Damit ist es die erste Karte in diesem Vergleich, deren Bonuswert die Note nicht hebt, sondern unter den neutralen Ausgangswert drückt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Jahresgebühr beträgt CHF 0, für Haupt- wie Zusatzkarten; nur ein eigenes Kartendesign kostet CHF 30 pro Design.
  • Du sammelst 1 LIPO-Punkt pro Franken auf dem gesamten Kartenumsatz weltweit, breiter als bei den meisten Partnerkarten. Eingelöst wird jedes Quartal als LIPO-Gutschein, und zwar nur im LIPO-Einrichtungsmarkt (lipo-mastercard.ch, gelesen am 16. Juli 2026).
  • Einen Frankenwert pro Punkt nennt weder die Gebührenübersicht noch die AGB noch eine Drittquelle; die Schwesterkarten Confo’Card und SPAR belegen dagegen 500 Punkte = CHF 5. Ohne diesen Wert lässt sich der Gegenwert der Karte nicht beziffern.
  • Eine Versicherung fehlt vollständig: In der Leistungsübersicht steht keine einzige Versicherungszeile, anders als bei den Cembra-Partnerkarten Confo’Card, IKEA und SPAR.
  • Fremdwährungskäufe kosten 2 Prozent, ein halbes Prozent mehr als bei IKEA und SPAR; ein Bargeldbezug kostet 3.75 Prozent, mindestens CHF 10, im Ausland nach Fussnote 4 plus 2 Prozent. Die Zahlungsfrist läuft 20 Tage, danach greifen 12 Prozent Teilzahlungszins.
  • Bei der Referenzrechnung dieser Seite (CHF 2’000 Umsatz pro Monat, 15 Prozent davon im Ausland) kostet allein der Auslandsanteil rund CHF 72 im Jahr; der Punktewert steht im Rechner weiter unten nur als Klartextzeile, weil er sich nicht beziffern lässt.
Karte LIPO Mastercard

Kartendaten

Jahresgebühr
CHF 0
Punkte
1 LIPO-Punkt pro CHF 1 bei allen Käufen mit der Karte, weltweit. Punkte werden als LIPO-Gutscheine eingelöstkeine Obergrenze angegeben
Fremdwährungsgebühr
2.00%Offiziell. Unabhängig gemessener Kursaufschlag: rund 2.8% (moneyland.ch)
Zins
12.00%Teilzahlungs-/Verzugszins 12% (ab 1. Januar 2026; bis Ende 2025: 13%). Mindestzahlung bei Teilzahlung 2.5% des Saldos, mindestens CHF 50. Zahlungsfrist: 20 Tage netto ab Rechnungsdatum, bei fristgerechter Zahlung fällt kein Zins an (AGB Ziff. 5.1). Hinweis: die AGB nennen in Ziff. 5.1 noch 3% Mindestzahlung, die aktuellere Gebührenübersicht V1/01_2026 sagt 2.5%; für die Beträge verweisen die AGB selbst auf die Gebührenübersicht (Ziff. 5.4). Wir rechnen mit 2.5% und nennen beide.
Zinsfreie Tage
Vom Herausgeber nicht veröffentlicht
Bargeldbezug
3.75%, mind. CHF 10Gilt einheitlich für Bargeldbezug in CHF und EUR in der Schweiz/FL sowie im Ausland; kein Freibetrag oder Gratis-Kontingent im Gebührenblatt genannt (Gebührenübersicht V1/01_2026, gültig ab 1. Januar 2026).
Reiseversicherung
Nicht enthaltenKeine Versicherung in der Gebührenübersicht genannt. Der Leistungsübersicht fehlt komplett eine Versicherungszeile (im Unterschied zu Confo'Card/IKEA/SPAR).
Zahlungsnetzwerk
Mastercard
Voraussetzungen
18 Jahre, regelmässiges Einkommen (individuelle Bonitätsprüfung)

Was dir die Karte bei deinem Ausgabenniveau zurückgibt

Zieh am Regler und stell die LIPO Mastercard neben die TCS Travel Mastercard Gold. Dieselbe Rechnung wie auf der Startseite: Bonuswert minus Jahresgebühr, aus den Kartendaten. Die Rückvergütung ist nicht die Note: dort wiegen auch Schutz und Kosten mit.

CHF 2’000
TCS Travel Mastercard Gold1% zurück, Jahresgebühr CHF 100CHF 0netto pro JahrBringt am meisten
LIPO Mastercard1 LIPO-Punkt pro CHF 1 bei allen Käufen mit der Karte, weltweit.keine feste Zahl

Berechnet als Vorteil minus Jahresgebühr, bei monatlich vollständig beglichener Rechnung.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Keine Jahresgebühr für Haupt- und Zusatzkarten; ein eigenes Kartendesign kostet CHF 30.
  • 1 LIPO-Punkt pro Franken auf jeden Einkauf mit der Karte weltweit, also auf dem gesamten Kartenumsatz und nicht nur bei einem Partner.
  • Wer den gesamten Rechnungsbetrag innert 20 Tagen ab Rechnungsdatum bezahlt, zahlt keinen Zins (AGB Ziff. 5.1).
  • Als vollwertige Mastercard weltweit an rund 80 Mio. Akzeptanzstellen und im Internet einsetzbar, mit Integration in mobile Wallets; die Cembra App und der eService sind kostenlos.
  • Die Monatsrechnung lässt sich per Lastschriftverfahren (LSV/Debit Direct) automatisch begleichen, was verpasste Zahlungen und die damit verbundenen Verzugskosten vermeidet.

Nachteile

  • Einen Frankenwert pro LIPO-Punkt nennt weder die Gebührenübersicht noch die AGB; anders als bei den Schwesterkarten Confo’Card und SPAR (belegt 500 Punkte = CHF 5) lässt sich der Gegenwert nicht beziffern, und auch keine externe Quelle nennt einen Wert.
  • Die LIPO-Punkte werden ausschliesslich als LIPO-Gutschein eingelöst (Fussnote 9), einlösbar nur bei der vergleichsweise kleinen Möbel- und Einrichtungskette LIPO; eine Bar- oder Kontoauszahlung ist nicht vorgesehen.
  • Auf viele Umsätze gibt es gar keine Punkte: Versicherungsprämien der Karte, Bargeldbezüge und -transaktionen, bargeldähnliche Transaktionen (Effektenhändler und Devisen), Gebühren, Zinsen und Glücksspiel sind von der Punktesammlung ausgenommen (Fussnote 9).
  • Eine Versicherung fehlt vollständig: der Leistungsübersicht fehlt jede Versicherungszeile, anders als bei den Cembra-Partnerkarten Confo’Card, IKEA und SPAR mit integrierter Reise- und Kaufschutzversicherung.
  • Der Fremdwährungszuschlag von 2 Prozent liegt höher als die 1.5 Prozent der Cembra-Partnerkarten IKEA und SPAR; zusätzlich trifft eine Gebühr von 2 Prozent Transaktionen in CHF im Ausland und laut Fussnote 4 ausdrücklich auch Bargeldbezüge, sodass sich ein Bargeldbezug im Ausland auf 3.75 plus 2 Prozent summiert. Bei einem gewöhnlichen Auslandeinkauf in Fremdwährung fällt aber nur die eine Bearbeitungsgebühr von 2 Prozent an, nicht beide Positionen zusammen.
  • Der Teilzahlungs- und Verzugszins liegt bei 12 Prozent nominal, dem gesetzlichen KKG-Höchstsatz; die Mindestzahlung nennt die Gebührenübersicht (Fussnote 1) mit 2.5 Prozent des Saldos, die AGB in Ziff. 5.1 mit 3 Prozent, je mindestens CHF 50.
  • Ein effektiver Jahreszins, der alle Kreditkosten einschliesst, wird nicht ausgewiesen, nur der nominale Jahreszins.
  • Eine unabhängige Messung (Moneyland Swiss Credit Card Cost Study 2025, Stichprobe April/Mai 2025) fand einen tatsächlichen Währungsaufschlag von 2.8 Prozent für die Cembra Money Bank; die Zahl gilt auf Herausgeberebene, nicht kartenspezifisch.
  • Die öffentlich sichtbaren Kundenbewertungen der Cembra Money Bank auf Trustpilot liegen bei 2.5 von 5 (965 Bewertungen, Herausgeberebene, nicht kartenspezifisch).

Das Urteil in einem Satz: Für alle, die regelmässig bei LIPO einrichten und ihre Punkte als LIPO-Gutschein einlösen, eine gebührenfreie Karte, die 1 LIPO-Punkt pro Franken auf den gesamten Umsatz gibt; die ehrlichen Schwächen: einen Frankenwert pro Punkt nennt weder der Herausgeber noch eine Drittquelle, die Punkte lassen sich nur als LIPO-Gutschein bei der vergleichsweise kleinen Möbelkette einlösen, eine Versicherung fehlt vollständig, und der Fremdwährungszuschlag liegt mit 2 Prozent höher als bei den Cembra-Partnerkarten IKEA und SPAR.

LIPO Mastercard Erfahrungen: kein Wort im Netz, und der Verdacht liegt beim Punktewert

Zu genau dieser Karte sagt das Schweizer Netz nichts. Ich habe drei Jahre Reddit-Historie und die aktiven Finanzforen (Schwiizerfranke, Finanzrudel, das Moneyland-Forum und das Mustachian-Forum) nach einer wörtlichen Stimme zur LIPO Mastercard durchsucht und keine einzige gefunden. Wer nach «LIPO» sucht, landet fast immer woanders: bei den günstigen Möbeln der Ladenkette, bei Modellbauern, die über ihre Lipo-Akkus reden, oder gar bei Schönheitschirurgie. Das Kreditkartenprodukt selbst taucht in keinem zugänglichen Forum unter eigenem Namen auf.

Beweisen lässt sich der Grund nicht, aber eine Beobachtung drängt sich auf. In denselben Foren rechnen Nutzer der Certo-Karten ihren Cashback bis auf den Franken vor, streiten über Raten und posten ihre Jahresbeträge. Bei der LIPO Mastercard fehlt genau diese Währung des Gesprächs: Wo niemand sagt, was ein Punkt wert ist, gibt es auch keine Zahl, die man loben, vergleichen oder beklagen könnte. Ein Bonus ohne bezifferbaren Gegenwert erzeugt keine Erfahrungsberichte. Aus diesem Schweigen darfst du deshalb keinen Freibrief lesen: Es sagt nichts über die Qualität der Karte, nur über die Unmöglichkeit, ihren Nutzen zu beziffern.

Messbar ist ohnehin nur der Herausgeber, nicht diese Karte. Auf Trustpilot steht die Cembra Money Bank bei 2.5 von 5, gestützt auf 965 Bewertungen (Stand 9. Oktober 2026); ihre App im App Store dagegen bei 4.58 aus rund 47’000 Bewertungen. Dieses Gefälle zwischen streng benoteter Bank und gelobter App begleitet jede Cembra-Karte und spiegelt eher das Konsumkredit-, Leasing- und Inkassogeschäft des Hauses als die LIPO Mastercard. Als Teilnote «Stimmen im Netz» fliesst der Herausgeberwert in die Gesamtnote ein; die Zahlen der App findest du unten im Abschnitt Die App des Herausgebers in Zahlen.

Was ist ein LIPO-Punkt wert? Die Frage, die niemand beantwortet

Hier liegt der Kern dieser Karte, und er bleibt offen. Für jeden mit der Karte ausgegebenen Franken bekommst du einen LIPO-Punkt, weltweit und auf dem gesamten Umsatz, nicht bloss bei einem Partner. Damit sammelt die Karte breiter als Fnac (Punkte allein bei Fnac) und SPAR (ausserhalb der Kette nur der halbe Satz), gleich breit wie Confo’Card und IKEA, die ebenfalls auf dem ganzen Umsatz sammeln. So weit die gute Nachricht.

Die schlechte steht direkt daneben: Was ein Punkt in Franken wert ist, sagt keine der Quellen, die es sagen müssten. Die Gebührenübersicht V1/01_2026 nennt die Punkte zwar, in Fussnote 9, hält aber nur fest, dass sie «in Form von LIPO Gutscheinen eingelöst» werden, ohne einen Frankenwert. Die AGB schweigen dazu, die Produktseite auf lipo-mastercard.ch nennt keine Kurse, und keine Vergleichsseite und kein Forum liefert eine Zahl. Das unterscheidet die Karte von ihren Geschwistern: Die Confo’Card und die SPAR Mastercard belegen in ihrem eigenen Blatt 500 Punkte für 5 Franken, ein Punkt also 1 Rappen. Selbst die Fnac-Karte, deren Herausgeber den Wert ebenfalls verschweigt, lässt sich über moneyland.ch beziffern. Bei der LIPO Mastercard springt niemand ein.

Für dich heisst das: Du kannst deinen Gegenwert nicht ausrechnen, bevor du die Karte nutzt. Genau darum ist dies das einzige Bonusprogramm im Vergleich, dessen Bonuswert nicht über, sondern unter dem neutralen Ausgangswert liegt, bei 2.2. Ein Vorteil, den weder der Herausgeber noch eine unabhängige Quelle beziffert, wird in der Note nicht als Vorteil gutgeschrieben. Das ist keine Vermutung gegen die Karte, sondern dieselbe Regel, die der Confo’Card ihren belegten Punktewert gutschreibt: Belegt zählt, unbelegt nicht.

Zwei weitere Haken gehören zur ehrlichen Rechnung. Erstens ist die Einlösung doppelt gebunden. Der Gutschein kommt jedes Quartal (lipo-mastercard.ch, gelesen am 16. Juli 2026) und lässt sich ausschliesslich im LIPO-Einrichtungsmarkt einlösen; eine Bar- oder Kontogutschrift ist nicht vorgesehen. Selbst wenn der Punkt grosszügig verzinst wäre, bliebe der Gegenwert an eine vergleichsweise kleine Kette gebunden, in der die meisten Menschen selten und dann grössere Möbelkäufe tätigen. Zweitens sammelt nicht jeder Umsatz Punkte: Nach Fussnote 9 bleiben Bargeldbezüge, Devisen- und Effektengeschäfte, die Versicherungsprämien der Karte, Gebühren, Zinsen und Glücksspiel aussen vor. «Auf alles» stimmt im Alltag, aber nicht wörtlich.

Weil der Gegenwert damit komplett offen ist, erscheint die Karte im Rechner weiter unten nur als Klartextzeile statt als ausgerechneter Balken.

LIPO Kreditkarte gratis? Bei der Gebühr ja, beim Gegenwert offen

Bei der Jahresgebühr ist die Karte tatsächlich gratis: 0 Franken für Haupt- und Zusatzkarten, ein eigenes Kartendesign kostet einmalig 30 Franken. Anders als bei der Fnac-Karte, für die eine Vergleichsseite eine kostenpflichtige Mitgliedschaft nennt, fand ich für die LIPO Mastercard keine solche Bedingung: Weder Gebührenblatt noch AGB noch Produktseite verlangen eine bezahlte LIPO-Mitgliedschaft. In diesem Punkt ist die LIPO-Karte sauberer als manche Schwesterkarte.

Gratis bleibt sie allerdings nur unter zwei Bedingungen. Erstens musst du fristgerecht zahlen, sonst greift der Teilzahlungszins. Zweitens musst du Bargeld und Fremdwährung meiden, denn dort wird die Karte schnell teuer. Und «gratis» meint hier ausdrücklich nur den Preis, nicht den Nutzen: Du bekommst eine kostenlose Karte, deren wichtigste Gegenleistung du nicht beziffern kannst. Für eine reine Zahlungskarte ohne Jahresgebühr ist das in Ordnung; als Bonuskarte ist es der wunde Punkt.

LIPO Mastercard Gebühren: 20 Tage Frist, 12 Prozent und zwei Mindestzahlungen

Solange du fristgerecht zahlst, ist die Karte günstig. Alle Zahlen dieses Abschnitts stammen aus der Gebührenübersicht V1/01_2026 und stehen gesammelt in den Kartendaten weiter unten; drei Positionen hebe ich hervor.

Erstens die Frist: 20 Tage netto ab Rechnungsdatum (AGB Ziff. 5.1). Wer den ganzen Betrag in dieser Zeit begleicht, zahlt keinen Zins. Zweitens der Zins danach: 12 Prozent, sobald du in Teilzahlung gehst oder in Verzug gerätst. Bis Ende 2025 waren es 13 Prozent; gesenkt hat den Satz der Gesetzgeber, der den Höchstsatz für Kreditkarten seit dem 1. Januar 2026 auf 12 Prozent deckelt, nicht Cembra. Einen separat ausgewiesenen effektiven Jahreszins, das gesetzliche Vergleichsmass, das alle Kreditkosten auf ein Jahr umrechnet, nennt das Gebührenblatt nicht; ausgewiesen ist nur der nominale Satz.

Drittens eine Zahl, die im Kleingedruckten zweimal und unterschiedlich steht: die Mindestzahlung bei Teilzahlung. Die Gebührenübersicht nennt in Fussnote 1 2.5 Prozent des Saldos, die AGB in Ziffer 5.1 dagegen 3 Prozent, jeweils mindestens 50 Franken. Diesen Widerspruch löst der Herausgeber selbst nicht sauber auf; die AGB erklären die Gebührenübersicht in Ziffer 5.4 zwar zum Vertragsbestandteil, lösen den Widerspruch aber nirgends auf. Ich rechne mit den tieferen 2.5 Prozent und nenne dir die 3 Prozent mit, damit du die Zahl im Papiervertrag wiedererkennst.

Der praktische Schutz gegen all das steht im selben Gebührenblatt: Die Monatsrechnung lässt sich per Lastschriftverfahren (LSV/Debit Direct) automatisch begleichen. Wer die Karte nimmt, richtet die Lastschrift am besten sofort ein; dann kann eine vergessene Rechnung die 20-Tage-Frist gar nicht erst reissen und den 12-Prozent-Zins auslösen.

LIPO Mastercard im Ausland: 2 Prozent, mehr als bei den Schwesterkarten

Im Ausland wird aus der gratis Alltagskarte ein teures Zahlungsmittel, und zwar über mehrere Positionen. Bezahlst du in fremder Währung, verrechnet Cembra 2 Prozent auf dem in Franken umgerechneten Betrag. Diese Fremdwährungsgebühr, der Währungszuschlag beim Kauf in fremder Währung, liegt 0.5 Prozentpunkte über den 1.5 Prozent, die die Schwesterkarten IKEA Family Credit Card und SPAR Mastercard bei derselben Bank und demselben Kartennetz verlangen. Bei einer Karte, deren einziger Vorteil ein unbezifferbarer Punkt ist, wiegt dieser Aufpreis besonders.

Was der Einsatz wirklich kostet, liegt noch darüber. Der angewandte Umrechnungskurs kann laut Gebührenblatt zusätzlich einen Aufschlag der Kartenorganisationen enthalten, der in keiner Abrechnungszeile getrennt erscheint. Moneyland hat das gemessen: In der Swiss Credit Card Cost Study 2025 (Stichprobe an 13 Tagen im April und Mai 2025) kam für die Cembra Money Bank ein effektiver Aufschlag von rund 2.8 Prozent heraus, ermittelt auf Herausgeberebene und nicht eigens für die LIPO Mastercard.

Eine zweite 2-Prozent-Position trägt den Namen «Transaktionen in CHF im Ausland». Sie greift, wenn du zwar in Franken zahlst, der Händler aber im Ausland sitzt, etwa bei einzelnen Onlineshops und Reiseanbietern. Auf ein und denselben Kauf werden die beiden 2-Prozent-Positionen aber nie zusammen erhoben.

Beim Bargeld sitzt die eigentliche Falle. Ein Bezug kostet durchgehend 3.75 Prozent, mindestens 10 Franken, gleich ob in Franken oder Euro, im Inland wie im Ausland und ohne jeden Freibetrag. Fussnote 4 dehnt die zweite 2-Prozent-Position ausdrücklich auf Bargeldbezüge aus; ein Bezug im Ausland landet damit bei 3.75 plus 2 Prozent. Für Ferien mit Bargeldbedarf ist die LIPO Mastercard die falsche Wahl.

Bietet dir ein Bancomat oder ein Kassenterminal im Ausland an, gleich in Franken statt in der Landeswährung abzurechnen, sag Nein. Diese Dynamic Currency Conversion rechnet fast immer zu einem schlechteren Kurs ab als dein eigenes Kartennetz.

Keine Versicherung: der einzige Mehrwert ist ein Punkt ohne Preis

Hier fällt die LIPO Mastercard am deutlichsten hinter ihre Familie zurück, und das schlägt sich in einer 1.2 nieder, der tiefsten Schutzstufe, die eine Karte ganz ohne Versicherung erreichen kann. In der Leistungsübersicht des Gebührenblatts steht keine einzige Versicherungszeile: keine Reiseversicherung, kein Kaufschutz, keine SOS-Assistance, nichts. Der Versicherungsblock weiter unten zeigt es schwarz auf weiss.

Wichtig für alle, die im Netz auf ältere Herausgeberunterlagen stossen: Massgeblich ist allein die gültige Gebührenübersicht V1/01_2026, und die kennt keine Versicherung. Ältere Werbung, die einen Reiseschutz versprach, ist überholt.

Damit steht die Karte fast allein da. Die Confo’Card, die IKEA Family Credit Card und die SPAR Mastercard, alle drei ebenfalls gratis und vom selben Herausgeber, bringen eine integrierte Reise- und Kaufschutzversicherung mit. Die Fnac Mastercard teilt zwar die Lücke, hat aber immerhin einen bezifferbaren Gegenwert bei Fnac. Die LIPO Mastercard hat beides nicht: keine Versicherung und keinen Punkt, dessen Wert du kennst. Ihr gesamter Mehrwert schrumpft damit auf ein einziges, unbeziffertes Versprechen.

LIPO gegen ihre gratis Cembra-Geschwister: welche passt?

Bleibst du bei Cembra, hat die LIPO Mastercard gegenüber Fnac und SPAR einen Vorzug, und selbst der ist entwertet. Sie sammelt auf dem gesamten Umsatz, wie es sonst nur Confo’Card und IKEA tun: Die neu erschienene Fnac Mastercard gibt Punkte nur bei Fnac, die SPAR-Karte ausserhalb ihrer Kette nur den halben Satz. Doch was diese Sammelrate in Franken bringt, bleibt offen, und damit verpufft der Vorteil.

Sonst liegt die Karte hinten. Die Confo’Card und die SPAR Mastercard belegen ihren Punktewert im eigenen Blatt und bringen eine Versicherung mit; die IKEA Family Credit Card und die SPAR-Karte verlangen im Ausland nur 1.5 statt 2 Prozent. Die Certo-Karten, die Grund-Certo wie die flexible Certo! One, zahlen ihren Gegenwert als frei verwendbare Bargutschrift auf die Kartenrechnung statt als gebundenen Gutschein. Und über den Partnerkreis hinaus gibt dir die Cumulus Kreditkarte der Migros Bank eBill, zwei kostenlose Auslandsbezüge im Jahr, einen tieferen Teilzahlungszins von 10.4 Prozent sowie sechs Versicherungsleistungen plus 24h-Assistance. Die LIPO Mastercard lohnt sich neben all dem nur in einem Fall: wenn LIPO wirklich dein Einrichtungshaus ist.

Hol dir die Karte nicht, wenn du ...

  • ... dein Zuhause nicht regelmässig bei LIPO einrichtest. Punkte gibt es zwar auf alles, aber ihren Frankenwert nennt niemand, und einlösen kannst du sie nur als LIPO-Gutschein im Möbelmarkt.
  • ... deinen Bonus in Franken beziffern oder frei ausgeben willst. Confo’Card und SPAR belegen 500 Punkte = CHF 5, die Certo-Karten zahlen ihren Gegenwert frei auf die Kartenrechnung.
  • ... eine gratis Karte mit Versicherung suchst. Die LIPO-Karte hat keine, die Schwesterkarten Confo’Card, IKEA und SPAR schon.
  • ... oft in Fremdwährung zahlst. 2 Prozent sind ein halbes Prozent mehr als bei IKEA und SPAR; unabhängig gemessen liegt der Aufschlag bei rund 2.8 Prozent auf Herausgeberebene.
  • ... im Ausland Bargeld beziehst. Am Bancomat werden 3.75 Prozent fällig, mindestens CHF 10, ohne jedes Freikontingent, und im Ausland kommen nach Fussnote 4 nochmals 2 Prozent hinzu.

Hol dir die Karte, wenn du ...

  • ... dein Zuhause regelmässig bei LIPO einrichtest. Dann ist der vierteljährliche Gutschein echtes Geld, auch wenn du seinen Frankenwert nicht im Voraus kennst.
  • ... eine gratis Zweitkarte für den LIPO-Einkauf willst. Ohne Jahresgebühr, weltweit als Mastercard akzeptiert und in mobile Wallets ladbar.
  • ... jede Rechnung pünktlich oder per Lastschrift begleichst. Dann bleibt die Karte bei CHF 0, und der Gutschein ist reiner Gewinn.

LIPO Mastercard beantragen: Voraussetzungen und Ablauf

Beantragen kannst du die Karte online auf lipo-mastercard.ch, wo sie als «Gratis Hauptkarte» beworben wird. Zwei Voraussetzungen stehen im Gebührenblatt: ein Mindestalter von 18 Jahren und ein regelmässiges Einkommen. Welche Höhe genügt, verrät Cembra nicht; das entscheidet die gesetzlich vorgeschriebene Bonitätsprüfung, also die Prüfung deiner Kreditfähigkeit. Ein eigenes Cembra-Konto ist nicht nötig, und die Karte lässt sich in Apple Pay, Google Pay und weitere mobile Wallets laden.

Bezahlt wird die Monatsrechnung per Einzahlung oder als Lastschriftverfahren (LSV/Debit Direct). Weil die 20-Tage-Frist eng ist und der Verzug 12 Prozent kostet, ist die Lastschrift hier weniger Komfort als Schutz; richte sie am besten gleich mit dem Antrag ein.

Roberts Urteil

Mein Urteil: Die LIPO Mastercard ist eine gratis Karte für ein sehr enges Publikum, die LIPO-Stammkundschaft. Wer sein Zuhause dort einrichtet, den vierteljährlichen Gutschein einlöst und jede Rechnung fristgerecht bezahlt, bekommt ohne Jahresgebühr einen Punkt auf jeden Franken, den er ausgibt; daraus wird die Note 2.9, deutlich unter dem Durchschnitt der von uns bewerteten Karten. Drei Dinge halte ich dagegen, und sie wiegen schwerer als bei den Schwesterkarten. Erstens, und das ist der Kern: Was ein LIPO-Punkt in Franken wert ist, nennt niemand, nicht der Herausgeber, nicht eine Vergleichsseite, nicht ein Forum, und deshalb liegt der Bonuswert als einziger in diesem Vergleich unter dem neutralen Ausgangswert. Zweitens fehlt jede Versicherung, was zusammen mit der leeren Punktebilanz die tiefste Schutzstufe ergibt. Drittens kostet der Einsatz in fremder Währung 2 Prozent, ein halbes mehr als bei IKEA und SPAR im selben Haus. Ein Betrug ist die Karte nicht: Die Jahresgebühr ist wirklich null, der Punkt auf alles ist real, und der Gutschein hat einen echten, wenn auch unbezifferten Wert. Aber für fast jeden ist eine Schwesterkarte die bessere gratis Wahl: Confo’Card und SPAR beziffern ihren Bonus und legen eine Versicherung dazu, die Certo-Karten zahlen frei verwendbares Geld. Nimm die LIPO Mastercard nur, wenn LIPO dein Einrichtungshaus ist, und richte gleich eine Lastschrift ein.

Häufige Fragen

Ist die LIPO Mastercard wirklich gratis? Bei der Jahresgebühr ja: Haupt- und Zusatzkarte kosten 0 Franken, einzig ein eigenes Kartendesign schlägt mit 30 Franken pro Design zu Buche. Eine bezahlte LIPO-Mitgliedschaft verlangt weder das Gebührenblatt noch die AGB. Kostenlos bleibt die Karte aber nur, wenn du fristgerecht bezahlst und Bargeld- und Auslandsgebühren meidest.

Was ist ein LIPO-Punkt wert? Das sagt keine belastbare Quelle. Du sammelst 1 Punkt pro Franken auf dem gesamten Umsatz, aber einen Frankenwert pro Punkt nennt weder die Gebührenübersicht noch die AGB noch eine Drittquelle. Die Schwesterkarten Confo’Card und SPAR belegen dagegen 500 Punkte für 5 Franken; bei der LIPO Mastercard bleibt der Gegenwert offen.

Wie und wann bekomme ich meinen LIPO-Gutschein? Laut Produktseite (lipo-mastercard.ch, gelesen am 16. Juli 2026) erhältst du jedes Quartal einen LIPO-Gutschein. Einlösen lässt er sich ausschliesslich im LIPO-Einrichtungsmarkt; eine Bar- oder Kontoauszahlung ist nicht vorgesehen.

Hat die LIPO Mastercard eine Versicherung? Nein. In der Leistungsübersicht der Gebührenübersicht V1/01_2026 steht keine Versicherungszeile, weder eine Reise- noch eine Kaufschutzversicherung. Die Cembra-Partnerkarten Confo’Card, IKEA und SPAR haben eine, die LIPO-Karte nicht.

Was kostet die LIPO Mastercard im Ausland? Käufe in fremder Währung kosten 2 Prozent; unabhängig gemessen sind es rund 2.8 Prozent auf Herausgeberebene. Bargeld beziehst du für 3.75 Prozent, mindestens 10 Franken; im Ausland legt Fussnote 4 nochmals 2 Prozent drauf.

Wie lange habe ich Zeit, die Rechnung zu bezahlen? Die Frist beträgt 20 Tage ab Rechnungsdatum (AGB Ziff. 5.1). Zahlst du alles darin, fällt kein Zins an, danach 12 Prozent. Eine Lastschrift beugt der 12-Prozent-Falle vor.

LIPO Mastercard oder eine andere Cembra-Karte? Richtest du dein Zuhause regelmässig bei LIPO ein, kann sich die Karte lohnen. Sonst beziffern Confo’Card und SPAR ihren Punktewert und bringen eine Versicherung mit, die Certo-Karten zahlen ihren Bonus frei verwendbar aus, und die Cumulus Kreditkarte bietet eBill, gratis Auslandsbezüge und einen tieferen Zins.

Die App des Herausgebers in Zahlen

46’523 Bewertungen auf App Store, gelesen am 9. Oktober 2026.

4.58 von 5
15

Was die Versicherung wirklich deckt

Keine Versicherung enthalten

Alle Beträge, Auflagen und Ausnahmen für jede Karte

Beschwerden und Aufsicht

Cembra Money Bank

Fälle beim Bankenombudsman

Ein einzelner Fall bedeutet nicht, dass der betroffene Kartenherausgeber sich etwas hat zuschulden kommen lassen. Der Schweizerische Bankenombudsman veröffentlicht ausschliesslich Zahlen für die ganze Branche, nie für einzelne Anbieter.

  • 2024136 Fälle in der Branche
  • 2025120 Fälle in der Branche

Zahlen gelten für die ganze Branche, nicht für Cembra Money Bank allein. Quellen: Jahresbericht 2024 und Jahresbericht 2025 des Bankenombudsman

Bei der Aufsicht

Verweist in den eigenen AGB (Paragraf 12.2) wörtlich auf das kostenlose Schlichtungsverfahren des Schweizerischen Bankenombudsman. Beleg, gelesen 13. Juli 2026

Das ganze Bild mit Methode und Quellen

Bedingungshistorie

  • 1. Januar 2026Der Teilzahlungs-/Verzugszins sank von 13% auf 12%: der gesetzliche Höchstzinssatz für Überziehungskredite (Kreditkarten) wurde per 1. Januar 2026 auf 12% gesenkt. Die Verbesserung kam per Gesetz, nicht von Cembra.

Datierte Änderungen beim Herausgeber, aus unserer Kartendatenbank. Alle Bedingungsänderungen für LIPO Mastercard

Bedingungen geprüft am 13. Juli 2026Nächste Prüfung: November 2026

Das Datum wird gesetzt, wenn die Bedingungen zuletzt direkt beim Herausgeber gelesen wurden.

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